Maßregelvollzug

Qualifizierte Therapie bietet nachhaltige Sicherheit

Im Maßregelvollzug werden Menschen behandelt, die aufgrund einer psychischen oder Suchterkrankung eine Straftat begangen haben. Solange die Erkrankung als Ursache für die Tat nicht therapiert wird, stellen diese Menschen weiterhin ein Sicherheitsrisiko dar. Innerhalb der umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen einer Maßregelvollzugklinik bietet eine qualifizierte Therapie den nachhaltigsten Schutz für die Bevölkerung. Langfristiges Ziel ist es, den Patienten zu einem straffreien Leben zu befähigen und ihm ein möglichst eigenständiges Leben innerhalb der Gesellschaft zu ermöglichen. Wenn dieses Ziel mit den derzeitigen therapeutischen Möglichkeiten nicht zu erreichen ist, verbleibt der Auftrag der Sicherung des Patienten in der forensischen Klinik.
Häufig ist bei Maßregelvollzugspatienten die Beziehung zu anderen Menschen gestört. Diese Beziehungs- und Verhaltensstörungen müssen in der Therapie erkannt und bearbeitet werden, bevor es zu einer Veränderung kommen kann. Daher sind die Anforderungen an die qualifizierte Behandlung sehr hoch. Insbesondere der Aufbau einer professionellen therapeutischen Beziehung zwischen Patienten und Personal ist von entscheidender Bedeutung: Viele Patienten machen hier das erste Mal die Erfahrung einer stabilen Beziehung zu einer Bezugsperson, die ihnen Orientierung bietet.

Qualifizierte Therapie erfordert qualifiziertes Personal

Qualifiziertes Personal ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie von forensischen Patienten. Daher bietet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) seinen Pflegefachkräften am Bielefelder Institut für Fortbildung, Organisationsberatung und Supervision (IFOBS) eine zweijährige berufsbegleitende "Sozialtherapeutische Zusatzqualifikation zur Fachkraft im Maßregelvollzug" an. Überdies absolvieren alle Mitarbeiter einer forensischen Klinik eine interne Basisschulung.

Grundsätzlich kommen verschiedene Therapieformen und -maßnahmen zum Einsatz, die sich ergänzen. Eine Orientierung an wissenschaftlichen Standards und die regelmäßige Überprüfung der eigenen Praxis durch Qualitätssicherung und fachlichen Austausch mit anderen Institutionen ist dabei selbstverständlicher Bestandteil der Arbeit an LWL-Kliniken. Die Mitarbeiter/innen aus den unterschiedlichen Berufsgruppen tauschen sich regelmäßig aus, beraten und bewerten die einzelnen Fälle. Dieser Austausch und die Zusammenarbeit sind von besonderer Bedeutung, da jeder Mitarbeiter die Patienten aus einem anderen Blickwinkel wahrnimmt und beurteilt. Nur durch diese Berufsgruppen übergreifende Zusammenarbeit ist eine angemessene und vollständige Wahrnehmung und Beurteilung des einzelnen Patienten möglich.

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