Nach außen hin geschlossenes System

Moderne bauliche und technische Sicherheitsstandards

Die Standards für bauliche und elektronische Sicherheitsmaßnahmen sind seit dem Jahrtausendwechsel aufgrund von intensivem Erfahrungsaustausch und technischem Fortschritt ständig weiter entwickelt worden. An den drei älteren forensischen LWL-Kliniken in Lippstadt-Eickelborn, Marsberg und Stemwede-Haldem hat der LWL die Anpassung an moderne Sicherheitsstandards seither Schritt für Schritt umgesetzt. In den 2006 und 2011 eröffneten neuen Kliniken in Dortmund und Herne konnten moderne Standards schon in der Bauplanung berücksichtigt werden.

Wesentlich für die Sicherheit ist, dass die forensische Klinik ein nach außen hin geschlossenes System mit nur einem zentralen Zugang über die besonders gesicherte Pfortenanlage bildet. Dies wird auf zweierlei Wegen erreicht: Zum einen gibt es die Möglichkeit, das gesamte Klinikgelände mit einer Außensicherung zu umgeben, wie es zum Beispiel in Lippstadt-Eickelborn oder in Herne der Fall ist. Bei der Eickelborner Klinik umfasst ein speziell entwickelter, polizeilich geprüfter Plexiglaszaun mit einem hoch nach innen gebogenen Kronenschutz das gesamte Gelände, in Herne ist es eine massive Mauer mit der Standardhöhe von fünfeinhalb Metern.

Zum anderen können speziell gesicherte Gebäudebereiche der Klinik in Verbindung mit Mauern Sicherungsfunktionen nach außen übernehmen. Beispiele für diese so genannte "Wagenburg"-Bauweise finden sich in den forensichen LWL-Kliniken in Marsberg und in Dortmund. Ergänzt wird die bauliche Sicherung durch elektronische Sicherungsvorrichtungen wie Überwachungskameras und Bewegungsmelder. Fenster sind entweder vergittert oder bestehen aus speziellem Sicherheitsglas.

Pfortenanlage als zentrale Kontrollstelle

Durch eine zentrale Pfortenanlage wird der Ein- und Ausgang der forensischen Kliniken an einer Stelle gebündelt und kontrolliert geregelt. Alle Personen, die die Klinik betreten oder verlassen, müssen diese Kontrollstelle passieren, dasselbe gilt für Lieferfahrzeuge und Feuerwehr- oder Rettungsfahrzeuge. Die Pforte ist rund um die Uhr besetzt und fungiert beim Betreten oder Verlassen des Gebäudes als Sicherheitsschleuse: Erst wenn die erste Tür geschlossen ist und nach der Kontrolle der Eintretenden wird die zweite Schleusentür von dem Pfortenpersonal geöffnet.

Innerhalb der Klinik sind Größe und Struktur der Wohngruppen und der Grundriss der Räume auf größtmögliche Überschaubarkeit hin angelegt. Auf den Stationen gibt es besonders gesicherte Räume, in denen einzelne Patienten zum Beispiel bei psychischen Krisen einzeln untergebracht werden können.

Alle forensischen Kliniken verfügen über ein elektronisches Kommunikations- und Notrufsystem zum Schutz des Personals. Da die Behandlung einer körperlichen Erkrankung außerhalb des gesicherten Klinikgeländes ein unnötiges Sicherheitsrisiko darstellen kann, gibt es in allen Kliniken entsprechend ausgerüstete Behandlungsräume, zum Beispiel für Zahnarztbehandlungen.

Um eine zeitgemäße Therapie und Betreuung in Kleingruppen zu ermöglichen und die Sicherheit zu erhöhen, sind an den Kliniken mit älterer Bausubstanz, wie in Stemwede oder Lippstadt-Eickelborn, umfangreiche Umbau- und Renovierungsarbeiten der Stationsgebäude durchgeführt worden.