Frau Steffens am Rednerpult NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens bei der Eröffnung der LWL-Forensik in Herne

Platzbedarf steigt

Land errichtet neue forensische Kliniken

Seit der Novellierung des Maßregelvollzugsgesetzes im Juni 1999 ist das Land NRW für die Bereitstellung von forensischen Behandlungsplätzen und damit für den Bau neuer forensischer Einrichtungen zuständig. Im Oktober 2012 hat  NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens die Schaffung von rund 750 neuen Maßregelvollzugsplätzen angekündigt. „Die Zahl der Maßregelvollzugspatienten hat sich in den vergangenen zehn Jahren um zwei Drittel erhöht und wird weiter steigen“, begründet Steffens die Erweiterungspläne.

Fünf Kliniken mit jeweils rund 150 Plätzen sollen bis 2020 in Hörstel-Dreierwalde, Haltern am See, Lünen, Wuppertal-Barmen und Reichshof gebaut werden. Damit werde das Platzangebot insgesamt auf rund 3150 erhöht.

In einer ersten Erweiterungswelle hatte das Land seit dem Jahr 2000 bereits gut 500 Maßregelvollzugsplätze in sechs neuen forensischen Einrichtungen in Köln, Duisburg, Essen, Münster, Dortmund und Herne geschaffen, um die damals bestehenden Kliniken zu entlasten. Allerdings zeichnete sich schon während der Bauarbeiten weiterer Platzbedarf ab.

Ähnlich wie bei der ersten Platzzahlerhöhung orientieren sich auch die Erweiterungspläne von Ministerin Steffens an dem Platzbedarf der einzelnen Landgerichtsbezirke: „Obwohl psychisch kranke Straftäter aus allen Teilen unseres Landes und unserer Gesellschaft kommen, sind bislang nicht alle Regionen an der Behandlung und Unterbringung dieser Menschen beteiligt“, erklärt Steffens. Deshalb würden die fünf neuen Kliniken in den Landgerichtsbezirken mit den deutlichsten Versorgungslücken errichtet.

Nach dem Regionalisierungsgedanken sollen forensische Patienten möglichst nah an ihren Heimatregionen untergebracht werden - auch damit eine mögliche spätere Wiedereingliederung professionell und effektiv durch die behandelnde forensische Klinik vorbereitet und begleitet werden kann. „Eine wohnortnahe Unterbringung kann den Therapieerfolg fördern“, betont Steffens, daher werde die forensische Behandlung bedarfsgerecht auf mehrere Standorte verteilt.

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