Der Einzelne und die Gesellschaft

Schuld und Verantwortung

Die meisten Straftäter begehen ihr Delikt in dem vollen Bewußtsein, dass sie damit gegen Gesetze verstoßen und andere Menschen schädigen. Sie wissen zumeist auch, dass sie für ihre Tat bestraft werden können und nehmen dieses Risiko in Kauf. In manchen Fällen allerdings wird das Handeln der Täter von einer psychischen Krankheit oder einer Suchterkrankung beeinflusst oder gesteuert. Wenn sie darum nach gutachterlicher Einschätzung nicht in der Lage waren, das Unrecht ihrer Tat einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln, können sie nach deutschem Recht nicht oder nicht voll für ihre Tat verantwortlich gemacht werden.

Nach den ethisch-moralischen und rechtlichen Grundsätzen unserer Gesellschaft können diese Täter nicht im eigentlichen Sinne für ihre Tat bestraft werden, da sie juristisch gesehen nicht oder nur vermindert schuldfähig sind. Auf der anderen Seite hat die Gesellschaft das Recht, vor möglichen weiteren Straftaten dieser Täter geschützt zu werden.

Das Foto zeigt zwei Besucher, die von außen durch ein vergittertes Fenster der LWL-Maßregelvollzugsklinik Herne blicken

Daher werden sie von den Gerichten in besonders gesicherte Fachkliniken des Maßregelvollzuges eingewiesen. Dort erhalten die Patienten die Chance, ihre Krankheit durch eine qualifizierte Therapie in den Griff zu bekommen, um danach wieder ein straffreies Leben führen zu können.

Sowohl die gesicherte Unterbringung als auch die Therapie dienen letztlich dem Schutz der Bevölkerung - und sie bieten eine menschenrechtswürdige Lösung für die schwierige Abwägung zwischen den Grundrechten des Einzelnen und den Rechten der Allgemeinheit.

⇑ Zum Seitenanfang