Qualifiziertes Personal als Schutzfaktor

Personal ist Grundlage für erfolgreiche Therapie

Qualifiziertes Personal ist die Grundlage für eine erfolgreiche Therapie von psychisch kranken und suchtkranken Straftätern — und damit für einen nachhaltigen Schutz der Bevölkerung. Fachkräfte mit unterschiedlichen Qualifikationen arbeiten zusammen, um den Patientinnen und Patienten die notwendigen medizinischen, therapeutischen, pädagogischen, sozialen und lebenspraktischen Hilfen zu geben.

Männliche und weibliche Personen in Besprechungssituationen

Für das medizinisch-therapeutische und pflegerisch-erzieherische Aufgabenspektrum einer forensischen Klinik sind Ärzte/-innen, Psychologen/-innen, Ergotherapeuten/-innen (Arbeits- und Beschäftigungstherapie) und anderweitig spezialisierte Therapeuten, Krankenschwestern und -pfleger sowie Erzieher/-innen zuständig. Zudem gibt es Lehrpersonal, männliche und weibliche Sozialarbeiter bzw. Sozialpädagogen sowie technisches und Verwaltungspersonal in den Kliniken.

Diejenigen Beschäftigten, die an der Betreuung und Behandlung von Patienten beteiligt sind, arbeiten in sogenannten "multiprofessionellen Teams" eng zusammen. In regelmäßigen Besprechungen beurteilen sie gemeinsam den Behandlungsstand und die Gefährdungsbewertung des jeweiligen Patienten, planen die weitere Therapie und stimmen die Behandlungsaufgaben aufeinander ab.

Pflegepersonal ständig in direktem Patientenkontakt

Die größte Berufsgruppe in einer forensischen Klinik bildet das Pflegepersonal. Weibliche und männliche Krankenpfleger, Erzieher und Heilerziehungspfleger stehen ständig in direktem Kontakt zu den Patienten. Sie müssen für die speziellen Anforderungen in einer forensischen Klinik qualifiziert sein: Nicht nur die fachlich fundierte Betreuung und Pflege, sondern auch vielfältige Sicherungsaspekte bestimmen den Stationsalltag. Besonders im psychischen Krisenfall eines Patienten muss nach innen der Schutz von Mitpatienten, nach außen der Schutz der Bevölkerung und — nicht zuletzt — auch der Schutz des Personals selbst gewährleistet werden.

Für alle neuen Beschäftigten wird verpflichtend eine Basisqualifikation durchgeführt sowie je nach Bedarf weiterführende Fortbildungen, zum Beispiel zum Thema Konflikt- oder Krisenmanagement.

Insgesamt sind an den sechs forensischen LWL-Kliniken etwa 1.100 Beschäftigte tätig, davon rund 40 Prozent Frauen.