Ausschnitte mit Patientenaktivitäten in einer forensischen Klinik

Krankheit und Delikt

Zur Sicherheit in Behandlung

Die LWL-Maßregelvollzugsklinik Herne nimmt Menschen aus dem Landgerichtsbezirk Bochum auf, die aufgrund einer psychischen Erkrankung eine Straftat begangen haben und dementsprechend vom Gericht als nicht oder nur vermindert schuldfähig beurteilt werden. Zum Schutz der Allgemeinheit bringt das Gericht diese Täter zur Behandlung in der besonders gesicherten und speziell qualifizierten Fachklinik unter, wenn eine begründete Wiederholungsgefahr besteht.

In der Herner Klinik werden ausschließlich männliche Patienten untergebracht. Die Krankheitsbilder der Patienten weisen verschiedene Ausprägungen von zwei psychiatrischen Krankheitsarten auf: den Psychosen und den Persönlichkeitsstörungen. Die Behandlung in der Klinik wird speziell auf diese beiden Gruppen von Erkrankten ausgerichtet.

Die Einweisungsdelikte von Maßregelvollzugspatienten sind vielfältig: Dazu gehören Delikte wie Diebstahl und Betrug, Körperverletzung, Raub und Erpressung, Brandstiftung sowie Tötungs- und Sexualdelikte. Laut Gesetz (§ 63 StGB) muss sowohl eine psychische Störung als auch eine bestimmte Schwere der Tat samt der Gefahr einer Wiederholung vorliegen, um die Unterbringung in einer gesicherten Fachklinik anzuordnen.

Entgegen einer häufig geäußerten Vermutung sind nicht alle, sondern etwa ein Drittel aller forensischen Patienten wegen eines Sexualdelikts im Maßregelvollzug untergebracht. Damit machen sie einen Anteil von rund zehn Prozent aller Täter aus. 90 Prozent aller Sexualstraftäter sind laut Gerichtsurteil nicht krank, sondern kriminell und verbüßen darum eine Strafe im Justizvollzug, sprich: sie sitzen im Gefängnis.