Blick in ein Doppelzimmer mit vergitterten Fenstern

Ein Krankenhaus, kein Gefängnis

Therapie hinter mächtigen Mauern

Die Rückseite an die begrünte Halde geschmiegt, gegenüber das Fördergerüst der früheren Schachtanlage Pluto-Wilhelm - so ist die LWL-Maßregelvollzugsklinik Herne baulich in das ehemalige Zechengelände an der Wilhelmstraße eingefügt. Der Komplex ist eingefasst von mächtigen Mauern, aufmerksame Pförtner bedienen große Tore aus Stahl. Dahinter jedoch liegt kein Gefängnis, sondern ein Krankenhaus. Hoch gesichert zwar, aber dennoch ein Ort der Therapie.

Die forensische Klinik in Herne für 90 psychisch kranke Straftäter hat den gesetzlichen Auftrag zur Behandlung und Sicherung ihrer vom Gericht eingewiesenen Patienten: Ziel ist es, die Patienten unter gesicherten Bedingungen so weit zu therapieren, dass sie nach einer möglichen Entlassung ein weitgehend eigenständiges Leben führen können und keine Gefährdung mehr für die Gesellschaft darstellen.

Gute Therapie und Betreuung durch qualifiziertes Personal sind die Säulen der Sicherheit im Innern der forensischen Klinik. Moderne bauliche und elektronische Sicherheitsmaßnahmen schaffen die notwendigen Rahmenbedingungen nach außen. Wenn eine Rehabilitation mit den derzeitigen therapeutischen Möglichkeiten nicht zu erreichen ist, besteht der Auftrag der Sicherung des Patienten in der forensischen Klinik weiter.

Alltag ist Teil der Therapie
Der Alltag in der forensischen Klinik ist Teil der Therapie: Aufgrund ihrer Krankheit und ihrer Lebensgeschichte müssen die Patienten oftmals grundlegende soziale Fähigkeiten des zwischenmenschlichen Umgangs mühsam erlernen und einüben. Auf den Stationen leben die Patienten unter enger Begleitung durch das Pflege- und Erziehungspersonal in Wohngruppen, die Küche sowie Speise- und Aufenthaltsräume als Gemeinschaft nutzen. Durch die gemeinsame Alltagsgestaltung lernen die Patienten sich in eine Gruppe einzufügen, Verantwortung zu übernehmen und Konflikte zu bewältigen. Scheinbar selbstverständliche Alltagspflichten wie Kochen, Putzen, Waschen erledigen die Patienten soweit wie möglich selbst.

Wie im „normalen“ Leben sind unterschiedliche Lebensbereiche wie „Wohnen“, „Arbeiten“, „Freizeit“ innerhalb des Klinikgeländes räumlich getrennt organisiert. Vom Stationsgebäude, dem Wohnbereich, gehen die Patienten beispielsweise in das separate Arbeits- und Therapiegebäude oder zur Sporttherapie in die Turnhalle. Bei alledem stehen sie ständig unter Aufsicht.

Kontrollpunkt Pforte immer besetzt
Der gesamte Klinikkomplex ist nach außen hin durch eine kameraüberwachte Mauer abgegrenzt. Die direkt an die Stationsgebäude anschließenden Außenhöfe sind zusätzlich einzeln gesichert. Die Pfortenanlage ist der einzige Zugang zu der Klinik. Sie ist rund um die Uhr besetzt und fungiert als Sicherheitsschleuse und Kontrollpunkt für Personen und Fahrzeuge.