Mit Sätzen wie „Wer ich sagt, hat sich schon verdoppelt“ hat sich das Stück „Kommt ein Mann zur Welt“ von Martin Heckmanns geradezu aufgedrängt für eine Aufführung in der Forensik. „Das passt in die Psychiatrie“ waren sich alle Darsteller der neu gegründeten Patienten-Theatergruppe „Die Zechentruppe“ einig. Fast ein Jahr lang haben sie geprobt für die Premiere am 1. Februar 2013.
Der Forensik-Beirat hat im Juni 2011 mit 23 Mitgliedern seine Arbeit als beratendes Gremium und Vermittler zwischen Klinik und Öffentlichkeit aufgenommen. Zum Vorsitzenden wählte der Forensik-Beirat in seiner konstituierenden Sitzung den evangelischen Pfarrer Karsten Herbers (lks), stellvertretender Vorsitzender ist der Herner Bürgermeister Ingo Bontempi.
Anfang Februar ist die Erstbelegung der LWL-Maßregelvollzugsklinik Herne mit insgesamt 90 Plätzen bis auf wenige Plätze abgeschlossen. An zwei Tagen sind die Patienten in gesicherten Transport- bussen aus den forensischen LWL-Kliniken in Lippstadt-Eickelborn, Dortmund und Rheine nach Herne verlegt worden. Die Patienten sind reibungslos und sicher in Herne angekommen.
Gut 5000 interessierte Bürgerinnen und Bürger haben während der Nachbarschaftstage am 22./23. Januar einen Blick hinter die Forensik-Mauern geworfen. Exemplarisch waren alle wesentlichen Funktionsbereiche wie Behandlungsräume, Arbeitstherapie, Stationen, Patientenzimmer und die Turnhalle zur Besichtigung freigegeben. Etwa 70 Klinikbeschäftigte beantworteten an Infopunkten überall in der Klinik Fragen zu Sicherheitsvorkehrungen, Therapieangeboten und dem Stationsalltag.
Mit der symbolischen Schlüsselübergabe vom Land NRW als Bauherrn an den Landschaftsverband Westfalen-Lippe als Klinikträger wird die LWL-Maßregelvollzugsklinik Herne am 21. Januar feierlich eröffnet. In ihrem Grußwort betont NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens dass die Ausweitung des forensischen Platzangebots ein wichtiger Schritt für die Aufrechterhaltung eines fachgerechten und sicheren Behandlungsangebots für psychisch kranke Straftäter ist und bleibt.
Die ersten eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben ihre Arbeit in der neuen LWL-Maßregelvollzugsklinik Herne aufgenommen: Pflegedirektor Axel-Schröder-Bergstermann und der Kaufmännische Direktor Heinz Augustin begrüßten Anfang Dezember fünf Pfortenmitarbeiter und drei Beschäftigte im Pflege- und Erziehungsdienst persönlich an ihrem neuen Arbeitsplatz.
"Ich bin froh, wenn die Leute nachfragen, gerade auch wenn es um Ängste und Befürchtungen geht", sagt Ute Franz, Ärztliche Direktorin der Forensik (r.). Beim Infostand auf dem Kanalfest Mitte September löste ein Gespräch das nächste ab, sowohl LWL-Fachleute als auch Beiratsmitglieder waren als Ansprechpartner gefragt. Zentrales Thema waren die vielfältigen Sicherheitsvorkehrungen der Klinik.
Fünf frisch qualifizierte „Sozialtherapeutische Fachkräfte im Maßregelvollzug“ haben LWL-Maßregelvollzugsdezernent Tilmann Hollweg und der designierte Pflegedirektor Axel Schröder-Bergstermann am 12. März für das Team der künftigen LWL-Maßregelvollzugsklinik Herne begrüßt. Nach zwei Jahren berufsbegleitender Weiterbildung nahmen die Pflegemitarbeiterinnen und -mitarbeiter verschiedener Einrichtungen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) strahlend das Zertifikat der Bielefelder Stiftung Supervision in Empfang.
Das Führungstrio der künftigen LWL-Maßregel- vollzugsklinik Herne ist komplett: Zur Ärztlichen Direktorin hat der Gesundheits- und Krankenhaus- ausschuss des Landschaftsverbandes Westfalen- Lippe nun die Dortmunder Klinikleiterin Ute Franz (Bild) berufen. Die erfahrene Psychiaterin übernimmt Anfang Juli die ärztlich-therapeutischen Führungsaufgaben beim Aufbau der Herner Forensik.
In den Gebäuden der künftigen Forensik wird gearbeitet, während draußen der Winter kein Ende nehmen will. „Die Bauarbeiten sind immer noch im Zeitplan, weil wir im vergangenen Jahr schneller als geplant vorangekommen sind“, erklärt Christof Nitschka, Projektverantwortlicher des zuständigen Bau- und Liegenschaftsbetriebes (BLB).
Seine Berufung zum Pflegedirektor der künftigen LWL-Maßregelvollzugsklinik Herne hat Axel Schröder-Bergstermann nun mit seiner Unterschrift besiegelt. Der 45jährige Pflegewissenschaftler war Mitte November vom Gesundheits- und Krankenhausausschuss des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) einstimmig berufen worden. Bevor er sein Vollzeitamt im Juli 2010 antritt, wirkt er schon seit Mitte November kommissarisch am organisatorischen und personellen Aufbau des Pflege- und Erziehungsdienstes der Klinik mit. Die Forensik in Herne wird voraussichtlich Ende 2010 eröffnet.
„Dank des guten Baufortschritts können wir unsere Zusage einhalten, noch in demselben Jahr wie die Grundsteinlegung auch das Richtfest zu feiern“, freut sich der Landesbeauftragte für den Maßregelvollzug, Uwe Dönisch-Seidel zum Richtfest der künftigen LWL-Maßregelvollzugsklinik Herne am 17. September. Als Bauherr dankt er den Bauverantwortlichen und Handwerkern für ihre gute Arbeit, bevor der traditionelle Richtkranz emporgezogen wird und mit wehenden Bändern in Rot, Grün und Weiß die Landesfarben über der Forensik ausbreitet.
Ein Dreivierteljahr nach Baubeginn machen die Bauarbeiten gute Fortschritte. Die Rohbauten sind fast abgeschlossen. In der neuen Klinik entstehen auf insgesamt 3.856 m² Hauptnutzfläche 90 Maßregelvollzugsplätze. Nach dem derzeitigen Baufortschritt sei die angekündigte Fertigstellung der Klinik Ende 2010 voraussichtlich zu halten.