Lockerungen: Keine!

Die große Mehrzahl der Patienten in der forensischen Übergangsklinik Rheine sind Menschen, die eine Straftat begangen haben, aber aufgrund einer Persönlichkeitsstörung oder einer Intelligenzminderung nicht oder nicht voll für die Tat verantwortlich gemacht werden konnten. Ihre bisherigen Therapiefortschritte im Maßregelvollzug lassen (noch) keine Lockerungen zu, wie etwa einen begleiteten Einzel- oder Gruppenausgang. Zum überwiegenden Teil stammen diese Patienten aus der überlasteten forensischen LWL-Klinik in Eickelborn.

In Einzelfällen nimmt die Übergangsklinik auch Patienten auf, die aufgrund einer Suchtkrankheit im Maßregelvollzug untergebracht sind. Einige wenige der insgesamt 84 Plätze können darüber hinaus eingenommen werden von Patienten, die im Rahmen ihres Gerichtsverfahrens zur Diagnose und Begutachtung (nach § 126 a StPO ) eingeliefert werden. Außerdem gibt es einige Plätze für suchtkranke Patienten, die (nach § 67d, Abs. 5 STGB) in den Strafvollzug zurückverlegt werden sollen, da ihre Therapie keine ausreichenden Erfolgsaussichten hat. Bis der Gerichtsbeschluss zur Rückverlegung rechtskräftig ist, können solche Patienten bei Bedarf in der Übergangsklinik untergebracht werden.

Aufnahme unabhängig von Eingangsdelikt

In der Rheinenser Übergangsklinik werden ausschließlich männliche Patienten untergebracht. Allen gemeinsam ist, dass sie aktuell keine Lockerungen bekommen – die meisten aufgrund ihres derzeitigen Therapiestandes, andere, weil sie sich in einer Unterbringungsphase befinden, in der grundsätzlich Lockerungen noch nicht oder nicht mehr gewährt werden. Die Aufnahme in die Übergangsklinik ist dagegen völlig unabhängig von der Art und Schwere des ursprünglichen Einweisungsdeliktes.

Stationsgebäude

In den vier Stationsgebäuden leben jeweils 12 Patienten auf einer der insgesamt sieben Stationen.

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Sie sind in Einzel- und Doppelzimmern untergebracht und nutzen Küche, Speise- und Aufenthaltsräume sowie Waschräume gemeinsam. Das Leben in der Gruppe ist Teil der Therapie: Durch die gemeinsame Alltagsgestaltung lernen die Patienten, sich sozial zu integrieren, Verantwortung zu übernehmen und Konflikte gewaltfrei zu bewältigen. Auf den Stationen können sich die Patienten frei bewegen, da sie hier ständig unter der Aufsicht des Pflegepersonals stehen. Überall sonst – in den Außenhöfen, bei Aktivitäten auf dem Sportfeld, auf dem Weg zur Ergotherapie – halten sich Patienten nur in Begleitung von Pfleger/innen oder Therapeut/innen auf.