Baukomplex mit Schutzfunktionen

Neben der befristeten Laufzeit bestimmen vor allem die Anforderungen an Therapie und Sicherung den Aufbau und das Erscheinungsbild der forensischen Übergangsklinik in Rheine. Das Land NRW hat die Fachklinik auf dem ehemaligen Kasernengelände mit einer soliden Ausstattung für Therapie und Sicherheit versehen: Die gesamte Anlage ist nach außen hin abgeriegelt durch einen festen äußeren Sicherheitsring mit nur einem zentralen Zugang: der Pforte. Innen sind gesicherte Stationen und vielfältige Therapieangebote aufgebaut worden. Zum Schutz des Personals wird ein modernes elektronisches Kommunikations- und Notrufsystem installiert.

Grundriss und Funktionsbereiche Grundriss und Funktionsbereiche der forensischen Übergangsklinik in Rheine

Pforte

Die Pfortenanlage ist der einzige Zugang zur Klinik.

Ein stabiler, speziell ausgerüsteter und gesicherter Pfortencontainer, wie er auch bei Justizvollzugsanstalten zum Einsatz kommt, wird fest im Boden verankert. Alle Personen, die die Klinik betreten oder verlassen, müssen diese Kontrollstelle passieren. Durch eine Gitterschleuse abgesichert, befindet sich direkt daneben die Zufahrt für Lieferfahrzeuge und Feuerwehr- oder Rettungsfahrzeuge. Die Pforte ist rund um die Uhr besetzt und fungiert beim Betreten oder Verlassen des Gebäudes als Sicherheitsschleuse: erst nachdem die erste Tür geschlossen ist und nach der elektronisch unterstützten Kontrolle des/r Eintretenden oder Einfahrenden öffnet sich die zweite Schleusentür. Das Verlassen der Einrichtung ist nur dann möglich, wenn der Ausgang durch das Pfortenpersonal frei gegeben wird.

Äußerer Sicherheitsring

Das gesamte Klinikgelände ist von einem 5,50 Meter hohen Hochgitterzaun umgeben.

Dieser wird elektronisch und videotechnisch überwacht. Im oberen Drittel angebrachte, glatte Plexiglasscheiben und darüber ein nach innen abgeknickter Kronenschutz mit zusätzlicher Sicherung durch scharfzahnige Sperrdrahtrollen verhindern ein Überklettern. Vervollständigt wird der äußere Sicherheitsring durch einen kameraüberwachten Distanz-Streifen: mehrere Reihen robuster Sperrdrahtrollen umgeben den Hochgitterzaun zu ebener Erde. Sie sollen vor allem ein unbemerktes Herantreten von außen verhindern.

 

Stationsgebäude

In vier Häusern sind die geschlossenen Stationen mit den Patientenzimmern sowie die Stationsküchen und Speiseräume, Aufenthalts- und Waschräume der Patienten untergebracht. Außerdem befinden sich hier Dienstzimmer und Funktionsräume für das Personal. Für spezielle Therapieangebote werden Gruppenräume eingerichtet. Alle Fenster der Stationsgebäude sind mit Gittern versehen. In jedem Haus gibt es besonders gesicherte Räume, in denen einzelne Patienten bei einer psychischen Krise getrennt untergebracht werden können. Die Stationen sind auf größtmögliche Überschaubarkeit hin angelegt .

Außenhöfe und Sportfeld

Zu jedem Stationsgebäude gehört ein Außenhof, der jeweils von einem drei Meter hohen Zaun eingefasst ist. Zu festen Zeiten halten sich Patienten hier einzeln oder in Gruppen – aber immer unter Aufsicht – im Freien auf. Auch bei sportlicher Betätigung auf dem Sportfeld stehen die Patienten unter Aufsicht. Zusätzlich zu einer drei Meter hohen Umzäunung wird das Sportfeld mit einem Ballfangzaun versehen.

 

Therapiegebäude

Neben einem großen Mehrzweckraum, der unter anderem für Sport- und Bewegungstherapie geeignet ist, befinden sich in diesem zentralen Therapiegebäude die Räume und Werkstätten der Arbeits- und Beschäftigungstherapie. Die Patienten stehen hier unter der direkten Aufsicht von Therapeuten/innen. Die Fenster werden auch hier vergittert. In diesem Gebäude sind außerdem Besucherzimmer und ein kleiner Kiosk untergebracht.

Verwaltungstrakt

Neben Büro- und Besprechungsräumen befinden sich in diesem Gebäude Konsiliarräume für körpermedizinische Untersuchungen und Behandlungen. Auf diese Weise müssen die Patienten das Klinikgelände nicht verlassen für Besuche beim Zahnarzt oder Allgemeinarzt.