Verknüpfung von Therapie und Sicherheit

Die Betriebsdauer der Übergangsklinik in Rheine ist bis Ende 2016 eingeschränkt, ihr Auftrag dagegen nicht: Wie jede andere forensische Klinik hat die Übergangsklinik den gesetzlichen Auftrag der „Besserung und Sicherung“ ihrer Patienten. Dies erfolgt in der Praxis durch eine Verknüpfung von fachgerechter Therapie und Betreuung der Patienten – Fachleute sprechen von der „inneren Sicherheit“ – mit baulichen und elektronischen Sicherheitsvorkehrungen an der Klinikanlage („äußere Sicherheit“).

Wie jede andere forensische Klinik muss die Übergangsklinik in Rheine den Schutz von Bevölkerung, Personal und Mitpatienten gewährleisten – einerseits durch bauliche und elektronische Vorrichtungen, vor allem aber durch eine qualifizierte Betreuung und geeignete Behandlungsangebote. Zwei wesentliche Aufgaben hat dabei die Therapie: erstens, das von dem Patienten aufgrund seiner Krankheit ausgehende Rückfallrisiko zu verringern und zweitens, eine zuverlässige prognostische Beurteilung des weiteren Risikopotentials zu ermöglichen.

Aber: Anders als andere forensische Kliniken kann die Übergangsklinik in Rheine eventuell erreichte Therapiefortschritte einzelner Patienten nicht durch gezielte Lockerungen vertiefen und festigen. Vor Ort können positive Entwicklungen zwar angeschoben, aber ab einem bestimmten Punkt nicht weitergeführt werden. Sobald Lockerungen, wie etwa begleitete Einzel- oder Gruppenausgänge, notwendig werden, um den Therapieprozess voran zu bringen, wird der Patient in eine geeignete andere Klinik verlegt werden müssen.

Die Stadt Rheine hat sich vom Land NRW vertraglich zusichern lassen, dass der Klinikträger LWL nur solche Patienten zur Behandlung in die Übergangsklinik überweisen darf, bei denen aufgrund ihres Therapiestandes keine Lockerungen erwartet werden. Diese Patienten werden aber in Rheine nicht aufs Abstellgleis geschoben: die Übergangsklinik hält – entsprechend dem gesetzlichen Auftrag - die Möglichkeit zu einer positiven Weiterentwicklung offen und arbeitet mit den Patienten daran. „Wir verstehen es als unsere Aufgabe, mit jedem Patienten eine dem Stand der Behandlung angemessene Lebensperspektive zu entwickeln, unabhängig von den äußeren Rahmenbedingungen“, so Dr. Ingbert Rinklake, Ärztlicher Direktor der Übergangsklinik.

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