Übergangsklinik für Therapie und Sicherheit

Äußerlich haben sich die Kasernengebäude kaum verändert, innen sind sie kaum wiederzuerkennen: Amtsstuben haben sich in Patientenzimmer und Pflegediensträume verwandelt, in der ehemaligen Kantine findet Bewegungstherapie statt und die Holzwerkstatt ist dort, wo früher mal die Küche war. - Seit Anfang 2005 steht die gründlich renovierte Anlage ganz im Zeichen der Therapie und Sicherung von forensischen Patienten.

Auf dem Bild ist das Klinikgelände zu sehen

 

Zwei wesentliche Unterschiede zu anderen forensischen Kliniken hat das Land NRW im Vertrag mit der Stadt Rheine festgeschrieben:

Erstens, die Übergangsklinik wird nur befristet bis 2016 als Zwischenlösung für die Überbelegung im Maßregelvollzug in Betrieb gehen. Und zweitens, in der Übergangsklinik dürfen nur Patienten untergebracht werden, bei denen unter anderem aufgrund ihres Therapiestatus keine Lockerungen, wie etwa begleiteter Einzel- oder Gruppenausgang, erwartet werden.

Übergangsklinik als Parallelspur

Dennoch bleibt die Übergangsklinik in Trägerschaft des LWL dem gesetzlichen Auftrag der „Besserung und Sicherung“ ihrer psychisch kranken Patienten verpflichtet. Falls ein Patient so große Therapiefortschritte macht, dass Lockerungen notwendig werden, um diesen Prozess zu festigen und voranzutreiben, wird er in eine andere forensische Klinik verlegt. Mit der Einweisung in die Übergangsklinik werden die Patienten zwischenzeitlich gleichsam auf eine Parallelspur umgeleitet. Auch hier ist eine qualifizierte Therapie und Betreuung durch geschultes Personal der beste Garant für die nachhaltige Sicherheit der Bevölkerung.

Der Alltag in der forensischen Klinik ist Teil der Therapie: aufgrund ihrer Krankheit und Vorgeschichte müssen die Patienten grundlegende soziale Fähigkeiten des zwischenmenschlichen Umgangs meist mühsam erlernen und einüben. Durch die gemeinsame Alltagsgestaltung auf den Stationen lernen die Patienten, sich sozial zu integrieren, Verantwortung zu übernehmen und Konflikte zu bewältigen. Wie im "normalen" Leben sind unterschiedliche Lebensbereiche wie "Wohnen", "Arbeiten", "Freizeit" räumlich getrennt. Von den Stationen, dem Wohnbereich, werden die Patienten zur Therapie, wie etwa der Arbeits- und Beschäftigungstherapie, in das separate Therapiegebäude begleitet. Gymnastikraum und Sportplatz bieten Raum für Sport und Bewegung. Bei alledem stehen die Patienten ständig unter Aufsicht.

Äußerer Sicherheitsring umschließt Gelände

Die LWL-Maßregelvollzugsklinik Rheine - Sicherheitsring

Der gesamte Klinikkomplex ist nach außen hin durch einen äußeren Sicherheitsring mit Hochgitterzaun und Distanz-Streifen abgeriegelt.

Die direkt an die Stationsgebäude anschließenden Außenhöfe sind zusätzlich einzeln gesichert. Die Pfortenanlage ist der einzige Zugang zu der Klinik. Sie ist rund um die Uhr besetzt und fungiert als Sicherheitsschleuse und Kontrollpunkt für Personen und Fahrzeuge.