Die Geschichte des Schloss Haldem

Haldum kommt aus dem Keltischen. Die Endung "um" bedeutet Heim. Der Name also "Heim auf der Halde".

Die Lage Haldems ist im "Westfälischen Magazin" von 1780 als eine gute und angenehme bezeichnet. Im Norden geschützt durch den Stemweder Berg und, am Südhang gelegen, von einer unabsehbaren Ebene umgeben. Klimatisch liegt Haldem besonders günstig- Lediglich Westwinde bringen schlechte Witterung.
1236

erstmalig erwähnt: Bischof Conrad von Minden überträgt dem Kloster Levern den Zehnten von Haledum.

1264

Haldem im Besitz der Ritter der Grafschaft Stemwede (Gebrüder de Haledum).

Auf dem Bild sieht man ein Gemälde, auf dem das helle Schlossgebäude durch ein paar Kiefern zu sehen ist. Gemälde des Schloss Haldem

1314

erwarb Rudolf von Diepholz etliche Stätten in Haldem.

1318

belehnt Rudolf von Diepholz Otto von Lüneburg mit den Gütern von Haledum.

1328

wird Ritter Gerold von der Horst von Bischof Ludwig von Minden mit den Tafelgütern in Haldem und Rahden belehnt.

(Als Schützer der Grenzen des Bistums) v. d. Horst wohnte damals noch nicht Haldem (Hodenberg, Diepholzer Urkundenbuch).

Zu dieser Zeit waren neben den Propsten von Burlage und Levern die Edelherren von Diepholz und die Ritter von Wede Besitzer der Güter in Haldem.

1400

Aussterben der von Wede. Dietrich von der Horst (Schwager des Herrn von Wede seit 1375) erbte die frei gewordene Lehne einschließlich den Zehnten in Dielingen und Stemshorn.

v. d. Horst verkaufte sein Gut Hinnkamp bei Bersenbrück und zog am 12.05.1400 nach Haldem.

Die alte Grafschaft Stemwede wurde aufgelöst. Die Grafschaft hatte der Bischof von Minden 1261 von den Herzögen von Holstein erhalten. Ein Teil war schon früher an die Grafen von Diepholz gekommen, der südliche Teil an Minden. Grenzziehung etwa der späten Preuß.-Hannoverschen Grenze entsprechend.

Auf dem schwarz-weiß Bild sieht man den alten Rittersaal des Schlosses. In ihm stehen viele Bänke aufgereiht. Vor den Bänken ist ein Kamin zu erkennen. Der Rittersaal des Schlosses
1400-1830

Sitz der Familie von der Horst in Haldem.

Im 30jährigen Krieg total zerstört. Erhalten ist lediglich ein Torbalken mit der Jahreszahl 1674. Zu dieser Zeit lebte die Witwe von der Horst (geb. von Anten) in einem Stallgebäude.

1692-1703

Wiederaufbau des Schlosses durch Julius August von der Horst. Er baute das "Steinhaus" Eingangsgebäude, den Turm und den nördlichen Teil des Wohnhauses (Wappenstein an der Außenseite des Altbaues).

07.08.1629

Einigung zwischen Minden und Diepholz über die bisher umstrittene Grenzziehung. Es waren ständig kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Diepholz und Minden gewesen.

Die Grafen von Diepholz sind (1585) ausgestorben und Diepholz gehörte dann den Lüneburgern.

Grenzsteine aus dieser Zeit mit dem Wappen von Lüneburg (Löwe mit Herz) und Minden (Schlüssel) wurden bei der Flurbereinigung gefunden und 1973 von dem Schloss aufgestellt und später im Bereich der Grenze neu gesetzt.

1648

nach dem Westfälischen Frieden kam Minden an Brandenburg.

1775

Staatsminister Freiherr von der Horst baut das Schloss weiter aus und erwirbt die anderen Güter in Haldem (durch Teilung früher aneine Zweiglinie der Familie von der Horst gekommen - Haus Haldem - Steinäckershof) zurück. Er war Finanzminister Friedrichs des Großen. Die von der Horst waren Ritter, Domherren und Staatsmänner.

1816

von der Horst Regierungspräsident in Minden.

1816

Haldem kommt an den Kreis Rahden (Kreiseinteilung 18.10.1816)

1830

Verkauf des Schlosses an die Familie des Preußischen Generals von dem Bussche-Ippenburg. Seine Ehefrau eine geborene von Stammer (Wappen links an der Mauer vor dem Schlosseingang)
Wappenstein der Familie v. der Horst 1328 - 1832 über dem Mittelportal des Altbaues.

1832

von der Horst zog sich auf das Gut Hollwinkel (Wasserschloss) zurück. Dort wohnt die Familie heute noch (seit 1776 im Besitz der v. d. Horst). Es verblieb nur das "Totenhaus" auf dem Kirchhof, das 1730 erbaut wurde und als Begräbnisstätte der von der Horst diente. Heute "Leichenhalle" der Gemeinde. Kirche in Haldem stammt aus dem Jahre 1621 mit einem Schnitzaltar aus der zweiten Hälfte des 15, Jahrhunderts.

1832

Haldem kommt zum neu gegründeten Kreis Lübbecke (Kreisreform)

1878-1890

Damenstift für unverheiratete Töchter der Familie v. d. Bussche und von Stammer. v. d. Bussche und Frau liegen auf dem Haldemer Friedhof begraben. (Damenstift = Carolinenstift)

1910

Verkauf des Schlosses an einen Angehörigen der Familie v- d. Horst aus Hollwinkel (Botho Freiherr v. d. Horst)

Auf dem schwarz-weiß Bild ist eine der Fronten des Schlossgebäudes abgebildet. Das Schlossgebäude
27.01.1927

Suizid des Freiherrn im Park des Schlosses
Grabstätte am Berg gegenüber dem Schloss (zusammen mit Tochter Maria Mercedes).

1927

Erwerb des Schlosses durch Philipp August von Bethmann-Hollweg (Neffe des kaiserlichen Reichskanzlers). Dieser veräußerte viel Boden, insbesondere im Berg. Sehr viel Wald wurde bis an die Landesgrenze abgeholzt.

1935

Schloss Haldem kommt an die Provinz Westfalen.

1936-1945

"Führerschule" der damaligen Jugendbewegung (Hitlerjugend)

1945-1947

von den Engländern besetzt

1947

kurzfristig benutzt als Lehrerbildungsanstalt, anschließend bis 01.101958 von einem Freiluftschulverband (Dortmund) belegt.

20.01.1959

Eröffnung der "Trinkerheilanstalt"

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