Die Ergotherapie

Ergotherapie ist eine medizinisch-psychologisch ausgerichtete Behandlungsmaßnahme, die ntsprechend den Störungsbildern und den Rehabilitationsnotwendigkeiten des einzelnen Patienten verordnet wird.

Die Beschäftigungstherapie steht im Regelfall am Beginn der ergotherapeutischen Behandlung. Ihr Ziel ist es, emotionale, kognitive und soziale Fähigkeiten zu wecken und aufzubauen. Drei theoretische Ansätze sind dabei für uns von entscheidender Bedeutung:

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Im Rahmen der ausdruckszentrierten Methode kann der Patient über kreativgestalterische Maßnahmen auf nonverbaler Ebene Emotionalität zum Ausdruck bringen und bearbeiten.

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Mit Hilfe der interaktionellen Methode versuchen wir in der Auseinandersetzung mit einem Partner oder einer Kleingruppe sowohl die eigene Individualität wie auch die Anpassungsfähigkeit an die Gemeinschaft zu fördern.

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Sachbezogene Maßnahmen bieten als dritter theoretischer Ansatz der Beschäftigungstherapie dem Patienten die Möglichkeit, nicht (mehr) vorhandene Kompetenzen zu erwerben. Dies können handwerkliche, kognitive oder emotionale Fähigkeiten sein.

In unserer Beschäftigungstherapie wird mit den Medien Ton, Glas, Papier, Holz, Leder und Peddigrohr gearbeitet.

Auf dem Bild ist das Innere des Gartenhauses der Gärtnerei zu sehen. Viele verschiedene Pflanzen werden hier gezüchtet. Das Gewächshaus der Gärtnerei

Die persönliche Entwicklung des Patienten und sein Erfolgserlebnis haben im Rahmen beschäftigungstherapeutischer Maßnahmen eindeutig Vorrang vor gewinn- und produktorientierten Bewertungen.

Unsere Arbeitstherapie ist stark rehabilitativ ausgerichtet und eine ebenfalls ärztlich verordnete Maßnahme. Arbeit unter möglichst wirklichkeitsnahen Bedingungen wird hier als Mittel der Therapie eingesetzt. Der Patient erhält mit Hilfe einer realitätsorientierten Arbeitssituation die Möglichkeit, seine Patientenrolle zu überwinden und Verantwortung für sich und seine Betätigung zu übernehmen. Er kann neue Fähigkeiten und Fertigkeiten erlernen und seine Belastbarkeit dosiert steigern. Organisatorisch gibt es differenzierte Angebote mit kurzzeitigen Trainingsphasen (Stunden, Tage) bis hin zu mehrmonatigen (auch externen) Beschäftigungen. Es stehen Arbeitsplätze in den Bereichen Industriefertigung, Landschaftsgartenbau, Holzwerkstatt, Büro und Dienstleistung als Trainingsfelder zur Verfügung.

Auf dem Bild ist ein Patient zu sehen, der Holz in der Holzwerkstatt bearbeitet. Im Hintergrund beobachtet ein Ergotherapeut die Arbeit. Bei der Arbeit in der Holzwerkstatt

Im Bereich der Industriefertigung werden ausschließlich Aufträge von Firmen aus der freien Wirtschaft ausgeführt. Im Landschaftsgartenbau bietet unser großzügiges Parkgelände ein umfangreiches Betätigungsfeld. Unsere Holzwerkstatt beschäftigt sich hauptsächlich mit der Produktion von Kinderspielzeug, führt daneben jedoch auch kleinere Auftragsarbeiten für die Einrichtung durch.

Die Redaktion der Patientenzeitschrift "Schlossgeist" ist mit ihren PC-Arbeitsplätzen der Mittelpunkt unseres Bürotrainings. Im Dienstleistungsbereich bieten Arbeitsplätze in unserer Küche und Cafeteria den Patienten die Möglichkeit, erste Erfahrungen im Service zu erwerben.

Für ihre Tätigkeit im Rahmen der Arbeitstherapie erhalten die Patienten eine Arbeitsbelohnung, die allerdings zur Hälfte auf ein bis zur Entlassung gesperrtes Rücklagenkonto abgeführt wird.

Auf dem Bild ist die Säge der Holzwerkstatt zu sehen. Ein Patient stellt gerade die richtige Breite ein, während er vom Ergotherapeuten überwacht wird. Die Säge wird eingestellt

Die stationäre Arbeitstherapie ist nur der Anfang einer Kette rehabilitativer Maßnahmen. In enger Kooperation mit dem hiesigen Sozialdienst, externen Arbeitgebern und den Fachdiensten der beruflichen Integration vermitteln und unterstützen wir unsere Patienten in berufsbezogenen Aufbau- und Schnupperkursen, Praktika und befristeten Arbeitsverhältnissen im Umfeld der Klinik.

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