Titelbild der Tagungseinladung:

160 Tagungsgäste diskutieren Sexualtherapie

Schutz durch Prävention und Therapie

„Wir brauchen viel mehr Angebote für eine frühzeitige Behandlung von jugendlichen Sexualtätern.“ Nachdrücklich fordert Professor Sabine Nowara Ende Oktober bei der gemeinsamen Fachtagung „Forensik im Diskurs“ der forensischen LWL-Klinik in Dortmund und der LWL-Klinik Hemer einen Ausbau der präventiven Behandlungsangebote. Die von ihr vorgestellte Studie habe gezeigt, dass Prävention das beste Mittel sei, um weitere Übergriffe zu verhindern.

Rund 160 Tagungsgäste diskutierten in Dortmund lebhaft über Möglichkeiten und Grenzen einer wirksamen Therapie von Sexualtätern. Unter anderem äußert sich Professor Klaus Beier von der Berliner Charité besorgt über den Einfluss des Internets auf die Sexualentwicklung von Kindern und Jugendlichen, da sich sexuelle Neigungen nach seiner Erkenntnis in der Pubertät ausbildeten und unveränderlich festgelegt blieben. Noch sei kaum absehbar, welchen Einfluss Online-Bilder mit abweichenden Sexualpraktiken auf die Ausbildung sexueller Vorlieben von jungen Menschen habe, so Beier.

„Mit dieser Tagung haben wir offenbar ins Schwarze getroffen,“ resümiert Ute Franz, Ärztliche Direktorin der Wilfried-Rasch-Klinik. „Die hohe Teilnehmerzahl und die rege Diskussion haben gezeigt, dass die Therapie von Sexualstraftätern ein Thema von großer Relevanz ist, für das in Fachkreisen ein hoher Fortbildungs- und Austauschbedarf besteht.“

Fachtagung "Forensik im Diskurs"

Abweichende Sexualität und ihre Ursachen und Folgen