Das Landgericht Dortmund

Geplante forensische Klinik deckt Bedarf des Landgerichtsbezirks Dortmund

Rund 470 fehlende Plätze für psychisch kranke oder suchtkranke Straftäter in Nordrhein-Westfalen und große Schwierigkeiten, die Zustimmung der Gemeinden an potentiellen Standorten neuer forensischer Kliniken zu gewinnen - das war und ist zum Teil bis heute die Problemlage im nordrhein-westfälischen Maßregelvollzug für psychisch kranke Rechtsbrecher aus Sicht des Landesbeauftragten für den Maßregelvollzug, Uwe Dönisch-Seidel.

Neue forensische Kliniken in Nordrhein-Westfalen

Im Juni 1999 schaffte die Novellierung des Maßregelvollzugsgesetzes für Nordrhein-Westfalen (NRW) neue Strukturen: die Zuständigkeit für den Maßregelvollzug wurde von den Landschaftsverbänden auf das jeweilige Ministerium für Gesundheit des Landes NRW übertragen und damit von kommunaler auf staatliche Ebene verlagert. Parallel dazu wurde die Landesoberbehörde des/der Landesbeauftragten für den Maßregelvollzug des Landes NRW geschaffen. Vordringlichste Aufgabe war zunächst die Erarbeitung eines Standortkonzepts zur Schaffung neuer forensischer Einrichtungen.

Neue forensische Kliniken in Nordrhein-Westfalen

Ende 2000 stand das Ergebnis fest: Gemeinsam mit der damaligen NRW-Gesundheitsministerin Birgit Fischer stellte der Landesbeauftragte Uwe Dönisch-Seidel die Planungen für sechs neue forensische Standorte in NRW vor. Die Idee der Dezentralisierung des Maßregelvollzuges liegt der Standortentscheidung zugrunde. Nach dem Prinzip der Verteilungsgerechtigkeit sind die sechs Landgerichtsbezirke mit dem höchsten Bedarf an forensischen Plätzen ermittelt worden. Demnach sind neue Kliniken vorgesehen in Köln, Duisburg, Essen, Münster, Dortmund und Herne.

Neue forensische Kliniken in Nordrhein-Westfalen

Für den Landgerichtsbezirk Dortmund ist eine unbebaute Fläche auf dem Gelände des Westfälischen Zentrums für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Dortmund-Aplerbeck als neuer Standort für eine forensische Klinik vorgesehen. Das Grundstück befindet sich im Eigentum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Uwe Dönisch-Seidel im Gespräch

Im Interview gibt Uwe Dönisch-Seidel Auskunft über die Standortsuche, die Auswahlkriterien und den konkreten Standort Dortmund. Seit April 2000 bekleidet der Diplom-Psychologe das Amt des Landesbeauftragten für den Maßregelvollzug. Er kennt den Maßregelvollzug aus der Praxis: 15 Jahre lang arbeitete er mit forensischen Patienten in den Rheinischen Kliniken Bedburg-Hau.

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