Patienten in der Wilfried-Rasch-Klinik

Zwischen Delikt und Diagnose

In der gesicherten Wilfried-Rasch-Klinik werden Menschen aus dem Raum Dortmund behandelt, die aufgrund einer psychischen Erkrankung eine Straftat begangen haben und dementsprechend vom Gericht als nicht oder nur vermindert schuldfähig beurteilt werden. Zum Schutz der Allgemeinheit bringt das Gericht diese Täter zur Behandlung in besonders gesicherten und speziell qualifizierten Fachkliniken unter, wenn eine begründete Wiederholungsgefahr besteht. Die Krankheitsbilder der Patienten in der Wilfried-Rasch-Klinik umfassen verschiedene Ausprägungen von zwei psychiatrischen Krankheitsbildern: den Psychosen und den Persönlichkeitsstörungen. Die Behandlung in der Klinik ist speziell auf diese Krankheitsverteilung ausgerichtet. Die Einweisungsdelikte der Dortmunder Patienten weisen eine große Bandbreite auf: Dazu gehören Delikte wie Diebstahl und Betrug, Körperverletzung, Raub und Erpressung, Brandstiftung, sowie Tötungs- und Sexualdelikte. Laut Gesetz (§ 63 STGB) muss sowohl eine psychische Störung als auch eine gewisse Schwere der Tat vorliegen, um die Unterbringung in einer gesicherten Fachklinik zu verfügen. Der typische Patient der Wilfried-Rasch-Klinik besitzt somit folgende Merkmale:

 

Er ist männlich. Er stammt aus dem Landgerichtsbezirk Dortmund. Er leidet unter einer Psychose oder einer Persönlichkeitsstörung. Er ist aufgrund seiner Erkrankung straffällig geworden.

Entgegen einer häufig geäußerten Vermutung sind nicht alle, sondern ca. ein Drittel aller forensischen Patienten wegen eines Sexualdelikts im Maßregelvollzug. Damit machen sie einen Anteil von rund zehn Prozent aller Sexualtäter aus. 90 Prozent aller Sexualstraftäter sind laut Gerichtsurteil nicht krank, sondern kriminell, und verbüßen ihre Strafe im Justizvollzug, sprich: Sie sitzen im Gefängnis.

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