Klinik für forensische Psychiatrie

Behandlung in gesicherter Umgebung

Trotz hoher Mauern und umfassender Sicherheitsvorkehrungen kein Gefängnis, sondern ein Krankenhaus. Die Wilfried-Rasch-Klinik für 62 schuldunfähige und vermindert schuldfähige Straftäter hat den gesetzlichen Auftrag zur Behandlung und Sicherung ihrer psychisch kranken Patienten: Ziel ist, die Patienten unter gesicherten Bedingungen so weit zu therapieren, dass sie nach einer möglichen Entlassung ein weitgehend eigenständiges Leben führen können und keine Gefährdung mehr für die Gesellschaft darstellen.
Gute Therapie und Betreuung durch qualifiziertes Personal sind die Säulen der Sicherheit im Inneren der forensischen Klinik. Moderne bauliche und elektronische Sicherheitsmaßnahmen schaffen die notwendigen Rahmenbedingungen nach außen. Optisch sollen sie das therapeutische Umfeld jedoch möglichst wenig beeinträchtigen: die Fenster sind nicht vergittert, sondern aus Sicherheitsglas mit nur einem schmalen, aufklappbaren Seitenschlitz für die Frischluftzufuhr - diese bieten einen freien Blick, aber dieselbe Sicherheit.
Bunte Holzwerkstücke auf einer Fensterbank

Alltag ist Teil der Therapie

Der Alltag in der forensischen Klinik ist Teil der Therapie: aufgrund ihrer Krankheit und Vorgeschichte müssen die Patienten grundlegende soziale Fähigkeiten des zwischenmenschlichen Umgangs meist mühsam erlernen und einüben. Auf den Stationen leben die Patienten miteinander in Wohngruppen, die Küche sowie Speise- und Aufenthaltsraum als Gemeinschaft nutzen. Durch die gemeinsame Alltagsgestaltung lernen die Patienten, sich sozial zu integrieren, Verantwortung zu übernehmen und Konflikte zu bewältigen. Wie im "normalen" Leben sind unterschiedliche Lebensbereiche wie "Wohnen", "Arbeiten", "Freizeit" räumlich getrennt. Vom Stationsgebäude, dem Wohnbereich, gehen die Patienten zur Therapie, wie beispielsweise der Arbeits- und Beschäftigungstherapie, in das separate Therapiegebäude. Turnhalle und Sportplatz bieten Raum für Sport und Bewegung. Bei alledem stehen sie ständig unter Aufsicht.

Geschlossenes System

Der gesamte Gebäudekomplex ist als geschlossenes System angelegt: nach außen liegen gesicherte Gebäudefassaden oder fünfeinhalb Meter hohe Mauern. Eine ausgeklügelte Pfortenanlage ist der einzige Zugang und Ausgang der Klinik. Sie ist rund um die Uhr besetzt und fungiert als Sicherheitsschleuse und Kontrollpunkt für Personen und Fahrzeuge.

Durch ihre Backsteinoptik in warmen Farbtönen passt sich die Wilfried-Rasch-Klinik in ihre Umgebung ein. Insgesamt nicht höher als ein zweistöckiges Haus, ist die Anlage eingebettet in einen Grüngürtel aus Bäumen und Sträuchern. Trotz Mauern ein Krankenhaus, kein Gefängnis.

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