Alltag ist Teil der Therapie
Der Alltag in der forensischen Klinik ist Teil der Therapie: aufgrund ihrer Krankheit und Vorgeschichte müssen die Patienten grundlegende soziale Fähigkeiten des zwischenmenschlichen Umgangs meist mühsam erlernen und einüben. Auf den Stationen leben die Patienten miteinander in Wohngruppen, die Küche sowie Speise- und Aufenthaltsraum als Gemeinschaft nutzen. Durch die gemeinsame Alltagsgestaltung lernen die Patienten, sich sozial zu integrieren, Verantwortung zu übernehmen und Konflikte zu bewältigen. Wie im "normalen" Leben sind unterschiedliche Lebensbereiche wie "Wohnen", "Arbeiten", "Freizeit" räumlich getrennt. Vom Stationsgebäude, dem Wohnbereich, gehen die Patienten zur Therapie, wie beispielsweise der Arbeits- und Beschäftigungstherapie, in das separate Therapiegebäude. Turnhalle und Sportplatz bieten Raum für Sport und Bewegung. Bei alledem stehen sie ständig unter Aufsicht.
Geschlossenes System
Der gesamte Gebäudekomplex ist als geschlossenes System angelegt: nach außen liegen gesicherte Gebäudefassaden oder fünfeinhalb Meter hohe Mauern. Eine ausgeklügelte Pfortenanlage ist der einzige Zugang und Ausgang der Klinik. Sie ist rund um die Uhr besetzt und fungiert als Sicherheitsschleuse und Kontrollpunkt für Personen und Fahrzeuge.
Durch ihre Backsteinoptik in warmen Farbtönen passt sich die Wilfried-Rasch-Klinik in ihre Umgebung ein. Insgesamt nicht höher als ein zweistöckiges Haus, ist die Anlage eingebettet in einen Grüngürtel aus Bäumen und Sträuchern. Trotz Mauern ein Krankenhaus, kein Gefängnis.
6.5.2013