Forensik-Beschäftigte Andrea Radandt und Johannes Berning (v.l.) führen die polnische Ministeriumsberaterin Inga Markiewicz (r.) durch die Wilfried-Rasch-Klinik, begleitet von Dr. Bernd Dimmek und Sabrina Wiecek von der LWL-Akademie für Forensische Psychiatrie.

Auftakt zu fachlicher Rundreise

Polnische Ministeriumsberaterin besucht Wilfried-Rasch-Klinik

Die polnische Juristin und Psychologin Inga Markiewicz hat Ende Februar die LWL-Klinik für forensische Psychiatrie in Aplerbeck besucht. Angeregt durch die Zusammenarbeit an einem EU-Projekt hatte Dr. Bernd Dimmek von der LWL-Akademie für Forensische Psychiatrie sie zu einer fachlichen Rundreise durch mehrere forensische Kliniken des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) eingeladen.

Zum Auftakt ließ Markiewicz sich in Dortmund vom stellvertretenden Ärztlichen Direktor (komm.) Johannes Berning und der Körperpsychotherapeutin Andrea Radandt bei einer Klinikführung insbesondere das abgestufte Ausgangssystem, die Risikobeurteilung und die ambulante Nachsorge für die Patienten erklären. Sie arbeitet in Warschau in der Abteilung für Forensische Psychiatrie am Institut für Psychiatrie und Neurologie und berät das polnische Gesundheitsministerium in einem Expertenkomitee bei der Zuordnung von forensischen Patienten in unterschiedlich hohe Sicherheitsstufen.

Besonders beeindruckt zeigte sich Markiewicz von den individuell ausgerichteten Behandlungsmaßnahmen und Sicherheitsbeurteilungen. „In Polen werden die Patienten in Einrichtungen mit drei verschiedenen Sicherheitsstufen zugewiesen, hier wird jeder Patient innerhalb einer Einrichtung individuell behandelt und beurteilt“, erklärt sie. Zum Abschluss ihrer Rundreise wird Markiewicz an den Eickelborner Fachtagen im LWL-Zentrum für Forensische Psychiatrie Lippstadt teilnehmen und dort gemeinsam mit Martin Feißt von der Universität Witten/Herdecke und Dimmek erste Ergebnisse des gemeinsamen EU-Projektes zu den Unterbringungsbedingungen von Langzeitpatienten im Maßregelvollzug in 19 EU-Staaten vorstellen.