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Patienten im LWL-Maßregelvollzug

Delikte und Diagnosen

In den LWL-Maßregelvollzugskliniken in Westfalen-Lippe sind derzeit rund 1000 psychisch kranke und suchtkranke Straftäter in forensischer Behandlung. Zudem werden etwa 200 weitgehend austherapierte forensische Patienten in den elf allgemeinpsychatrischen LWL-Kliniken behandelt, zum Beispiel zur Vorbereitung der nachsorgenden Betreuung.

Die Straftaten, die die forensischen Patienten aufgrund ihrer Erkrankung begangen haben, sind vielfältig: Sie reichen von Diebstahl, Raub, Erpressung über Brandstiftung bis hin zu schweren Körperverletzungen und Tötungsdelikten. Sexualstraftaten machen etwa ein Viertel aller Einweisungsdelikte bei den gemäß Paragraf 63 Strafgesetzbuch Untergebrachten aus – das Spektrum reicht vom Exhibitionismus bis zur Vergewaltigung. Der Anteil von weiblichen Patienten im Maßregelvollzug ist sehr gering - er liegt zwischen drei und fünf Prozent.

Hinter den Taten stecken verschiedene Krankheitsbilder: Einen Großteil davon machen Psychosen aus. Etwa die Hälfte aller psychisch kranken Patienten im LWL-Maßregelvollzug leidet darunter. Häufige Diagnosen sind auch die sogenannten Persönlichkeitsstörungen. Etwa ein Drittel aller Patienten im LWL-Maßregelvollzug ist davon betroffen. Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung haben im persönlichen, sozialen und oftmals auch im beruflichen Umfeld teils erhebliche Probleme.

Bei suchtkranken Patienten orientiert sich die Behandlung nach den verwendeten Suchtmitteln (fachsprachlich: psychotrope Substanzen). Die Hauptrollen spielen dabei Alkohol, Medikamente und Drogen. Die Anzahl der wegen einer Abhängigkeitserkrankung untergebrachten schuldunfähigen Verurteilten hat sich beim LWL seit 1997 um fast 70 Prozent auf heute rund 440 erhöht.