Mit Helm und Grubenlampe auf Geschichtstour – LWL-Industriemuseum macht Strecke im Nachtigallstollen wieder zugänglichWitten (lwl). 70 Meter Geschichte, die bis vor wenigen Wochen verschüttet waren, legt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Westfälischen Industriemuseum Zeche Nachtigall derzeit wieder frei. Seit Anfang März ist die Firma Deilmann-Haniel mit bergmännischem Gerät im Nachtigallstollen beschäftigt, um einen älteren Streckenabzweig neu zu erschließen. Am Mittwoch (2.4.) überzeugte sich der Bergbau-Beraterkreis des Industriemuseums vom Fortgang der Arbeiten. „Wir liegen gut im Zeitplan", freute sich LWL-Museumsleiter Michael Peters.
Ab 10. Mai, wenn der LWL den Wittener Standort seines Industriemuseums eröffnet, können Besucher bei regelmäßigen Führungen mit Helm und Grubenlampe den 130 Meter langen Nachtigallstollen im Hettberg erkunden und im neuen Streckenabschnitt zum Kohleflöz „Geitling 3" vorstoßen. Für die aktuellen Arbeiten, die Sicherung des südlichen Stollenausgangs und den weiteren Ausbau des Nachtigallstollens zum Besucherbergwerk hat das Land in diesem Jahr insgesamt 500.000 Euro Fördermittel in Aussicht gestellt. „Wir hoffen, im Zuge der Ausbauarbeiten noch auf ältere Grubenbaue zu stoßen", so Peters.
In einer Inszenierung unter Tage wird das LWL-Museum seinen Gästen in der Strecke typische Arbeitssituationen im Kleinbergbau zeigen. Passend dazu erinnert vor dem Stolleneingang die Ausstellung „Zeche Eimerweise" an die Kleinzechen des Ruhrgebiets. „Entstanden in der Not der Nachkriegsjahre, waren zwischen 1945 und 1976 über 1.000 Kleinstzechen zwischen Dortmund und Essen in Betrieb, etliche davon auf Wittener Gebiet", so Peters. Eine davon war die Zeche Ingeborg. Sie baut das LWL-Industriemuseum auf dem Nachtigallgelände derzeit originalgetreu nach: mit Schacht, Dreibaum-Fördergerüst, Betriebsgebäude, Kompressor- und Haspelbude sowie einer Verladestelle. Peters: „Auch Bergneulinge begreifen so leicht, wie eine Zeche funktioniert."
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