Unter dem 'Henschel' -Stern
Dia-Vortrag zur Geschichte der Henrichshütte Hattingen 1904-1929Hattingen (lwl). Warum kauft ein Lokomotiv- und Maschinenfabrikant aus Kassel ein veraltetes Hüttenwerk in Hattingen an der Ruhr? Antwort auf diese und andere Fragen zur Geschichte der Henrichshütte zwischen 1904 und 1929 bietet am
Freitag, 20. September, um 20 Uhr der Leiter des ThyssenKrupp Konzernarchivs, Dr. Manfred Rasch, im Westfälischen Industriemuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Hattingen.
Am 20. Februar 1904 kaufte die Kasseler Lokomotiv- und Maschinenfabrik Henschel & Sohn für 9,4 Millionen Mark die Henrichshütte. Der Kauf garantierte ihnen wichtige Vorprodukte für ihre Fabrikation wie Röhren, Bleche und Radsätze zu günstigen Konditionen und damit einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz. Um ihr Ziel zu erreichen, investierten Henschel & Sohn in die Modernisierung der Henrichshütte in den nächsten zehn Jahren rund 43 Millionen Mark.
Diese Investitionen zahlten sich aus: Unter der technischen Leitung von Carl Canaris - dem Bruder des späteren Leiters der Abwehrabteilung im Oberkommando der Wehrmacht - entwickelte sich die Henrichshütte im Ersten Weltkrieg zum erfolgreichen Rüstungsproduzenten. Nach Kriegsende glückte Canaris auch der Wiedereinstieg in die zivile Produktion. Transportprobleme im Bergbau führten zu einem regelrechten Lokomotivbau-Boom, der die Henrichshütte als Zulieferant gut auslastete.
Erst Mitte der zwanziger Jahre hemmten Inflation und Absatzkrisen im Lokomotivbau die Produktion der Henrichshütte. Um die Krise abzuwenden, setzte die Hattinger Werksleitung unter Carl Jaeger zunächst auf weitere Modernisierung, insbesondere auf dem Sektor Energie und auf die systematische Ausbildung der Lehrlinge zu qualifizierten Facharbeitern. Trotzdem entschloss sich Oscar R. Henschel mit Beginn der Weltwirtschaftskrise 1929, die Henrichshütte zu verkaufen, um seine Kasseler Werke vor dem Konkurs zu retten.
Der Vortrag am Freitag, 20. September 2002, findet um 20 Uhr im Foyer des Westfälischen Industriemuseums Henrichshütte statt und ist kostenlos. Im Vorfeld, um 19 Uhr, bietet das Hattinger LWL-Museum eine Schnupper-Führung über das Museumsgelände an (Eintritt: 3,50 €, Kinder ab 6 Jahren 2 €).
Pressekontakt:Markus Fischer, Telefon: 0251 591-235 und Christiane Spänhoff, Telfon: 0231 6961-127
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