Links: Restauratorin Birgit Geller vom LWL-Archivamt. Mitte und Rechts: Pelzig, grau und gesundheitsschädlich: Schimmelpilze auf Büchern und Akten entstehen durch falsche Lagerung. Fotos: LWL/Archivamt

Auch bei Büchern und Akten: Schimmelpilzgefahr

Restauratorin Birgit Geller vom LWL-Archivamt gibt Tipps für die Lagerung

Münster (sum/ufo). Schimmelpilze findet man nicht nur an feuchten Zimmerwänden oder zu lang gelagerten Lebensmitteln. „Schimmelpilze können sich auch in und auf Büchern oder zum Beispiel Akten breit machen“, sagt Birgit Geller. Die Restauratorin des LWL-Archivamtes für Westfalen gibt regelmäßig Seminare, die interessierten Archivaren in Westfalen-Lippe Maßnahmen zur Bekämpfung des oft gesundheitsschädlichen Belags vermitteln. „Wir informieren natürlich auch innerhalb des LWL, wo es viele Registraturen in Kellerräumen gibt“, sagt Geller. Viele ihrer Tipps sind auch bei der Lagerung privater Bücher- und Schriftensammlungen hilfreich.

Schimmelpilze durch Feuchtigkeit

Die wohl größte Gefahr für Schriftgut und privaten Bücherbestand ist die Feuchtigkeit. Denn: Wo es nass und warm ist, finden Pilze einen idealen Nährboden. „Sehr häufig tritt das Phänomen im Sommer in Kellerräumen auf, wenn warme feuchte Außenluft eindringt, sich abkühlt und schlagartig die relative Feuchte des Raums erhöht“, erklärt die Restauratorin. Schimmelpilze können aber auch die direkten Folgen eines Wasserschadens oder eines an sich zu feuchten Raumes sein. „Hinzu kommt der oberflächlich aufliegende Schmutz und Staub, der selbst viele Sporen enthält und somit einen idealen Nährboden bietet“, so Geller.


Die richtige Schutzkleidung

Erkennbar sei der Befall zumeist in Form einzelner pelziger oft grauer oder weißer Kolonien auf Bucheinbandmaterialien, Ordnerrücken oder an Blattkanten. „Nach Möglichkeit sollte man die befallenen Schriftstücke im Freien absaugen oder abbürsten und anschließend an einem kühlen und trockenen Ort einzeln auslegen oder auffächern“, erklärt die Expertin. Sie empfiehlt, sich dabei mit Einweg- oder Haushaltshandschuhen, einer Atemschutzmaske und einem Kittel zu schützen, da die Schimmelpilzsporen typische Symptome einer Allergie, wie beispielsweise Fließschnupfen, Augenjucken oder Hautrötungen, auslösen können.

Die richtige Lagerung

Birgit Geller gibt den Tipp, Bücher und andere Schriftstücke lieber gar nicht erst in Kellerräumen aufzubewahren, oder zumindest nicht unmittelbar an Wänden oder auf dem Boden zu lagern. Eine kühle trockene Lagerung ohne direkte Sonneneinstrahlung sei am besten. Wenn man ganz sicher gehen möchte, könne man einen digitalen Thermohygrometer zur Messung von Feuchte und Temperatur aufstellen. Die relative Feuchte sollte unter 60 Prozent liegen.
 

Für die Aufbewahrung von Schriftgut in den LWL-Dienststellen gibt es weiterführende Hinweise, die auch im Intranet nachzulesen sind.