Im Einstimmungssaal tauchen die Besucher mit den Walen ab in die Meerestiefe und schauen ihnen direkt in die Augen. Mitte: Die drei Ausstellungsmacher (v.l.) Dr. Jan Ole Kriegs, Judith Becker und Dr. Thorsten Pickel vor dem originalgroßen Blauwalherzmodell. Rechts: LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch (l.) und Museumsdirektor Dr. Alfred Hendricks stellten die neue Sonderausstellung im LWL-Museum für Naturkunde vor. Fotos: LWL/Oblonczyk.
Größte Wal-Ausstellung Deutschlands versetzt Westfalen ans Meer
LWL-Museum für Naturkunde eröffnet die Sonderausstellung „Wale – Riesen der Meere“
Münster (lwl). Ab dem 21. September (bis 3. November 2013) zeigt der LWL in seinem LWL-Museum für Naturkunde in Münster auf 1.700 Quadratmetern die Sonderausstellung „Wale – Riesen der Meere“. Mit der deutschlandweit größten Ausstellung und Themenvielfalt zu diesen Meeressäugern illustrieren rund 900 Exponate ihren Lebensraum, Evolution, Anatomie, Lebensweise und Fortpflanzung sowie Walfang und Schutz.
LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch: „Zu den Besonderheiten der eine Millionen Euro teuren Ausstellung gehören die lebensechten Walmodelle, Abgüsse von Urwalskeletten sowie das Modell eines Blauwalherzens.“
Seit zwei Jahren bereiten die Ausstellungsmacher Judith Becker, Dr. Thorsten Pickel und Dr. Jan Ole Kriegs unter der Leitung von Museumsdirektor Dr. Alfred Hendricks die Wal-Ausstellung vor. Neben den Exponaten werden Fotos, Grafiken und seltenes Videomaterial eingesetzt, das National Geographic Deutschland zur Verfügung gestellt hat, um den Besuchern die Welt der Wale näher zu bringen.
Auge in Auge mit Walen
Mitten in Deutschland Wale hautnah erleben – dies können die Besucher im „Einstimmungssaal“ der Ausstellung. Hier wird der Lebensraum der Tiere in den unterschiedlichen Meerestiefen mit lebensechten Modellen und Lichtinstallationen simuliert. Die Walgesänge verschiedener Arten begleiten die Besucher bei der Begegnung mit den Modellen im Maßstab 1:1. „Hier können die Besucher den imposanten Tieren direkt ins Auge schauen und sich von ihrer Größe faszinieren lassen“, sagt der Wissenschaftler Dr. Jan Ole Kriegs über die erste Ausstellungsstation im LWL-Museum. „Wir tauchen mit den Walen hinab in die Tiefen des Ozeans“, erläutert Kriegs.
Blauwalherzmodell
Herzklopfen verursacht einer der Ausstellungshöhepunkte: das Modell eines 1,75 Meter hohen Blauwalherzens. Der riesige Muskel, der die Größe eines Kleinwagens hat und bis zu eine Tonne wiegen kann, pumpt pro Schlag 2.000 bis 5.000 Liter Blut durch den gewaltigen Walkörper. Das 300 Kilogramm schwere Modell aus Fiberglas wurde eigens für das LWL-Museum von einer Modellbaufirma in Neuseeland angefertigt und ist deutschlandweit einzigartig.
In der Ausstellung ist das Herz im Bereich Anatomie zu begehen. „Es ist möglich, durch die Blutgefäße in das Innere des Herzens zu gelangen und dem Herzschlag des Tieres zu lauschen“, erklärt die Biologin Judith Becker. Pro Minute schlägt das Herz acht bis zehn Mal. Die wesentlich kleineren Delfine haben hingegen einen Puls von 40 Schlägen pro Minute. Beim Tauchgang verlangsamt sich der Herzschlag der Meeressäuger deutlich, während sich ihr Puls beim Schwimmen an der Wasseroberfläche verdreifachen kann. „Die Anatomie der Tiere hat sich an das Leben im Wasser angepasst“, so Becker. „Der verlangsamte Herzschlag ist eine Sparmaßnahme des Körpers. Es werden nur die wichtigsten Organe wie Herz oder Gehirn ausreichend versorgt“, erklärt die Naturwissenschaftlerin.
