Arbeiten eng mit der Bundesagentur für Arbeit, den Job-Centern und Rentenversicherungsanstalten zusammen: Harald Esser, Prof. Dr. Thomas Reker und Mechtild Stipp (v.l.), die das LWL-Zentrum für Berufliche Rehabilitation Münsterland leiten. Foto: LWL/Westerkamp

Berufsvorbereitung für psychisch Erkrankte

LWL-Zentrum ist jetzt anerkannter Reha-Träger der Bundesagentur für Arbeit

Münster (lwl). Die LWL-Klinik Münster erweitert mit dem LWL-Zentrum für Berufliche Rehabilitation Münsterland ihr Angebot. Die ehemalige Arbeitstherapie der LWL-Klinik Münster, die bereits seit 25 Jahren auch im Bereich der beruflichen Rehabilitation für Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen tätig war, ist durch die Bundesagentur für Arbeit als Reha-Träger anerkannt worden.

Ein Schwerpunkt des LWL-Zentrums für berufliche Rehabilitation Münsterland sind berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen für junge Menschen, die aufgrund seelischer Probleme keinen Zugang zum Arbeitsmarkt finden. Sie lernen in Arbeitstrainings mit betrieblichen Praktika wie auch durch die Berufsvorbereitung in den hauseigenen Werkstätten. Mittels einer Eignungsanalyse werden die persönlichen Stärken der Rehabilitandinnen und Rehabilitanden ermittelt. Diese haben die Wahl zwischen den Berufsfeldern Holztechnik, Gärtnerei, Ernährung und Hauswirtschaft sowie Papier, Medien und Druck. Zur Berufsvorbereitung gehört ebenso die Unterstützung beim Bewerbungsmanagement, das Training von sozialen Kompetenzen wie auch Hilfestellung bei der Vermittlung in Ausbildung und Arbeit.

Neben Ergotherapeuten steht ein Team aus Sozialarbeitern und Sozialpädagogen zur Verfügung. Fachärztliche und psychotherapeutische Kompetenz kann bei Bedarf hinzugezogen werden. "Bei jungen Menschen finden wir als Hintergrund der beruflichen Problematik häufig depressive Symptome, unverarbeitete Erfahrungen und Konflikte, die durch die ärztliche und psychologische Behandlung angegangen werden können" erklärt Prof. Dr. Thomas Reker, Ärztlicher Direktor der LWL-Klinik Münster.

Das LWL-Zentrum bietet gut ausgestattete Werkstatt- und Bürotrainingsbereiche und ist mit seinen 60 Plätzen voll belegt. "Unser Einzugsbereich geht bis zur holländischen Grenze. Neben vielen jungen Menschen kommen auch Menschen zu uns, die den beruflichen Alltag nicht mehr bewältigen können, aber mit Mitte 40 noch nicht in Rente gehen möchten", so Harald Esser, Leiter des Zentrums. "Wir arbeiten sowohl mit der Bundesagentur für Arbeit, als auch mit den Job-Centern und den Rentenversicherungsträgern eng zusammen", ergänzt die Fachleitung des Zentrums, Mechtild Stipp.