LWL-Kämmerer und –Personaldezernent Matthias Löb mit Projektleiterin Lena Brinkmann. Fotos: LWL/Forbrig

Die LWLer werden älter

Start des Projektes „Demografiekonzept für die LWL-Kernverwaltung“: Interview mit LWL-Personaldezernent Matthias Löb und Projektleiterin Lena Brinkmann

Westfalen-Lippe (ufo). Die Beschäftigten des LWL werden immer älter: Rund 34 Prozent, das entspricht etwa 5.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sind über 50 Jahre alt. 2004 waren es noch etwa 3.200 Beschäftigte, die diese Altersgrenze überschritten hatten. Diese Entwicklung entspricht dem Demografischen Wandel in Deutschland: Der Anteil älterer Menschen steigt gegenüber dem Anteil Jüngerer. Ein Ergebnis der sinkenden Geburtenrate in Deutschland bei einer gleichzeitig höheren Lebenserwartung der Bevölkerung.

Für das Personalmanagement der LWL-Kernverwaltung ist die Bewältigung des Demografischen Wandels eine besondere Herausforderung. Die Entwicklung eines Demografiekonzeptes wurde beschlossen. Ende September traf sich die Projektsteuerungsgruppe zum Auftakt.

LWLaktuell fragte nach bei LWL-Personaldezernent Matthias Löb und bei Lena Brinkmann, Projektleiterin aus der LWL-Organisationsentwicklung.

 

Warum ist eine alternde Belegschaft eine Herausforderung für den LWL?

Lena Brinkmann:
„In den deutschen Kommunen betrug der Altersdurchschnitt der Beschäftigten im Jahr 2007 bereits 44 Jahre. In fünf Jahren wird ein Drittel der Beschäftigten in der Kommunalverwaltung älter als 50 Jahre sein. Beim LWL ist das sogar jetzt schon der Fall. Und noch immer ist der Glaube weit verbreitet, dass nur junge Menschen wertvolle Arbeitskräfte sind. Ein höheres Beschäftigtenalter ist jedoch nicht zwangsläufig mit einem Absinken der Leistungs- und Innovationsfähigkeit verbunden.“

Matthias Löb: „Im Gegenteil! Der LWL profitiert von dem Erfahrungswissen, dem Urteilsvermögen sowie dem Verantwortungsbewusstsein seiner älteren Beschäftigten. Wir möchten mit unserem Demografieprojekt die Arbeitsfähigkeit unserer älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nachhaltig fördern. Um auch dem drohenden Fachkräftemangel und dem Wissensverlust vorzubeugen, müssen wir die bisherigen Aktivitäten und Maßnahmen des Personalmanagements auf die neuen Herausforderungen ausrichten.

 

Welche Ziele haben Sie sich dabei gesetzt?

Löb:
„Im Kern soll uns das Projekt dabei helfen, auch künftig genug gutes Personal für all unsere vielfältigen Aufgaben vorzuhalten. Die Sicherung des Personalbedarfes, Personalentwicklung, Führungskräfteentwicklung, eine möglichst flexible Arbeitsorganisation sowie das Gesundheitsmanagement sind bereits wichtige Punkte im Personalmanagement der Kernverwaltung."

 

Können Sie Beispiele nennen?

Löb: „Die Möglichkeit der Telearbeit, unsere LWL-Betriebskita, das jährlich neue Fortbildungsprogramm, die Führungskräfte-Qualifizierung, unsere flexiblen Arbeitszeiten sowie den Gesundheitstag. Um frühzeitig auf die Auswirkungen des demografischen Wandels reagieren zu können, ist es erforderlich, die bestehenden Instrumente und Maßnahmen zu prüfen, bei Bedarf weiterzuentwickeln und sie dann natürlich auch zu nutzen.“

Brinkmann: „Aufgrund der unterschiedlichen Leistungen, Altersstrukturen und Berufsgruppen ist jedes Dezernat anders betroffen. Wir verfolgen deshalb das Ziel, ein Konzept zu entwickeln, das ein vorausschauendes Handeln ermöglicht und die dezernatsspezifischen Besonderheiten berücksichtigt.“

 

Wer ist an dem Projekt beteiligt?

 

Löb: „An der Erarbeitung des Demografiekonzeptes sind alle Dezernate beteiligt. Die LWL-Gleichstellungsstelle, das LWL-Rechnungsprüfungsamt, der Personalrat der Hauptverwaltung sowie der LWL-Gesamtpersonalrat sind ebenfalls in der Projektsteuerungsgruppe vertreten und werden eng in die Projektarbeit eingebunden. Den Vorsitz der Gruppe hat Frau Westers als Leiterin der Haupt- und Personalabteilung übernommen. Ich bin sehr froh, dass wir zudem mit Frau Brinkmann eine Projektleiterin haben, die sich mit dem Thema auch schon wissenschaftlich befasst hat.“

 

Brinkmann: „Im LWL-Psychiatrieverbund sind die ersten Meilensteine bereits im Rahmen eines Demografie-Projektes gelegt worden. Konkrete Handlungsempfehlungen verbunden mit einem Aktionsplan für die psychiatrischen Einrichtungen wurden mit Beteiligung unterschiedlicher Arbeitsgruppen erarbeitet, bewertet und befinden sich nun in der Umsetzung.“

 

Wann lässt sich mit ersten Ergebnissen rechnen?

 

Brinkmann: „Bis Ende 2011 wollen wir zunächst im Rahmen eines Grobkonzeptes gemeinsam mit den Dezernaten die besonders relevanten und dringlichen Handlungsfelder identifizieren. Auf dieser Basis sollen dann 2012 konkrete Handlungsempfehlungen sowie Maßnahmen entwickelt werden.“