Mechthild Miketta (l.), Schulleiterin der LWL-Förderschule in Dortmund, begrüßte pädagogische Fachkräfte aus der Türkei. Foto: LWL

Besuch aus Istanbul

LWL-Förderschule am Marsbruch sucht den Dialog mit türkischen Kollegen

Dortmund (lwl). „35 unser insgesamt 240 Schülerinnen und Schüler haben eine türkische Herkunft“, sagt Mechthild Miketta von der LWL-Förderschule am Marsbruch für körperliche und motorische Entwicklung in Dortmund. „Gute Förderung kann dann gelingen, wenn wir auch wissen, welche Vorstellungen von Schule sie aus ihrem Heimat mitbringen und wie wir diese Familien ansprechen können“, so die Schulleiterin, die zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen regelmäßig den Austausch mit Pädagogen aus der Türkei sucht. 17 Fachkräfte aus Istanbul und Trabzon besuchten jetzt im Rahmen der internationalen Fachtagung „Dialog mit der Türkei“ die Dortmunder LWL-Schule. Sie informierten sich über den Schulträger LWL sowie das Förderangebot der Schule und stellten sich den Fragen der deutschen Kolleginnen und Kollegen.

„Die differenzierte Förderung von behinderten Kindern gerade auch mit Mehrfachbehinderungen steht in der Türkei noch am Anfang“, so Miketta. So gebe es beispielsweise oft eine unzureichende Hilfsmittelversorgung, kaum barrierefreie Verkehrsangebote, wenig spezialisierte Fördereinrichtungen und daher oft keine Möglichkeit einer Schulbildung. Die behinderten Kinder würden zumeist in ihren Familien versorgt. „Ansätze für eine wohnortnahe Versorgung sind jedoch vorhanden, insbesondere in den städtischen Zentren gibt es eine Struktur staatlicher und privater Hilfen im Rahmen privaten Sponsorings, welches deutlich mehr verbreitet ist als bei uns in Deutschland“, erzählt die Schulleiterin, die bereits vor zwei Jahren an einer Studienreise nach Istanbul teilgenommen hat. „Wir haben aus den Gesprächen mit unseren türkischen Kolleginnen und Kollegen gelernt, dass es wichtig ist, die türkischen Familien direkt anzusprechen, statt allgemeine Infoabende zu veranstalten. Der Beratungsbedarf ist hoch. Sie müssen sich in das komplexe deutsche Fördersystem erst einfinden“, so Miketta. Weitere Kooperationen sind in Planung.