Links: Dr. Anton Köchling, 1961 Direktor des LWL, plädierte für die Pflege von Eigenarten historisch gewachsener Landschaften. Rechts: die Westfalenflagge. Fotos: LWL/Archivamt und LWL/Resing

Westfalen – Land hinter dem Bindestrich

Der LWL vor 50 Jahren: 1961 äußert sich Landesdirektor Dr. Anton Köchling zum Selbstverständnis Westfalens

Westfalen-Lippe (lwl). 1961 jährte sich zum 15. Mal die Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen. Aus diesem Anlass setzte sich im selben Jahr der damalige Landesdirektor Dr. Anton Köchling in einem Rundfunkinterview unter anderem mit dem Heimatbegriff Westfalen und der landschaftlichen Selbstverwaltung auseinander. „Eine Verwaltung gehört zu Land und Leuten und nicht in die fernen Spitzen der Ministerien“, äußerte sich Köchling. Der Satz zeugt von einem jahrelangen Ringen um die Eigenständigkeit der Westfalen in der landschaftlichen Selbstverwaltung, das 1953 zur Gründung der beiden Landschaftsverbände führte.
 

„Dem Rang nach sind Westfalen und das Rheinland - Länder. Wenn wir sie nun staatspolitisch nicht als solche anerkennen, dann müssen wir ihnen wenigstens auf der kommunalpolitischen Ebene ihr Recht geben“, führt Köchling weiter aus. Der Landesdirektor zog nach achtjähriger Existenz der Landschaftsverbände das Resümee, dass die Pflege der Eigenart historisch gewachsener Landschaften der beste Kitt für den Zusammenhalt sei, „so wie es die Landschaftsverbände sind für die Einheit unseres Landes.“

Laut Köchling sei es keine Liebesheirat gewesen, die Nordrhein und Westfalen eingegangen sind: „Es war eine Ehe aus reiner Vernunft. Diese Verbindung ist aber dennoch glücklich geworden“. Der damalige Landesdirektor prognostizierte dieser Verbindung am Ende des Interviews, dass sie sich auch in Zukunft bewähren wird.