LWLerin Sabine Schulze Gronover (r.) nutze das Münsterland als Krimikulisse für ihr Erstlingswerk. Fotos: Privat

„Todgeweiht im Münsterland“

Krimidebüt von Sabine Schulze Gronover aus der LWL-Klinik Münster

Westfalen-Lippe (vr). Was macht man, wenn man noch vier Tage zu leben hat? Die verbleibenden Nächte durch die Straßen ziehen, sich betrinken und sein Geld verprassen?“ Michael Schubert, Protagonist im regionalen Krimidebüt von Sabine Schulze Gronover, wurde nicht nur prophezeit, dass er nur noch kurze Zeit zu leben hat, er stolpert auch in einen Kriminalfall. Das Erstlingswerk von der Kunsttherapeutin der LWL-Klinik Münster liegt seit Februar in den Bücherregalen: „Es ist ein tolles Gefühl, das eigene Werk in den Händen zu halten“, sagt Schulze Gronover.

„Ich schreibe ohne Druck an meinem Lieblingsort“

Bei der Entstehung ihrer Literatur setzt sich die Autorin nicht unter Druck: „Ich setzte mich meist immer um die gleiche Zeit an meinen Schreibtisch und entweder schreibe ich etwas, oder eben nicht.“ Der Ort ihrer Kreativität ist dabei immer gleich: Es ist ihr Landhaus in Mersch, an einem kleinen hölzernen Sekretär, der auf einer Galerie seinen Platz hat. „Es ist zwar eng, aber gemütlich und der Blick über die Felder zu den wechselnden Jahreszeiten ist einfach inspirierend“, berichtet die 42-Jährige.

„Alles frei erfunden“

Seit 19 Jahren arbeitet Sabine Schulze Gronover beim LWL. „Ich war schon als Praktikantin hier tätig“, erzählt sie. Ihre alltägliche Arbeit in der LWL-Klinik beeinflusse ihre Ideenfindung jedoch nicht. Kollegen oder Patienten finden sich in den Geschichten von der gebürtigen Hamm-Heessenerin nicht wieder. Nicht einmal ihre Labradorhündin Whoopie, die im Klinik-Atelier immer dabei ist, ergatterte eine Nebenrolle in dem regionalen Krimi. Beim Schreiben habe ihr der Beruf trotzdem sehr geholfen. „Eigentlich ist es untypisch und etwas Besonderes, dass eine Frau einen männlichen Protagonisten aus der Ich-Perspektive beschreibt“, weiß die Autorin. Dass ihre Hauptfigur, der Cheflektor Michael Schubert, ein Mann geworden ist, führt sie auf die Arbeit mit ihren meist männlichen Patienten zurück.

Ihrem Beruf hat sie es auch zu verdanken, dass die Kunsttherapeutin Gefallen am Schreiben gefunden hat. Schon vor Jahren arbeitete sie an dem Kunstbuch „Ansichtssache“ mit, das im Zuge eines Projektes in der Kunsttherapie entstanden ist. Das habe ihr so viel Spaß gemacht, dass die Diplom-Pädagogin anschließend ein Fernstudium in dem Bereich Autorenlehrgang begonnen hat. „In zwei Jahren habe ich die verschiedenen Textarten kennengelernt und weiß worauf ich achten muss, um eine Dramaturgie entstehen zu lassen“, erklärt die LWLerin. Im Studium erhielt sie auch den Rat über Dinge zu schreiben, die sie kennt. Dadurch wurde das Münsterland zu ihrer Krimikulisse und nicht Berlin oder New York. Sogar das LWL-Museum für Naturkunde und dessen Indianerausstellung finden auf einer Seite eine kleine Erwähnung. „Indianer und ihre Kultur haben mich schon immer fasziniert – daher haben sie eine kleine Rolle bekommen“, erklärt die Autorin.

„Ich bin mein größter Kritiker“

Mit dem Schreiben ist die Arbeit noch nicht getan. Der Text will auch redigiert werden: „Mein größter Kritiker bin Ich selbst“, erklärt die Schriftstellerin. Sie zeige nur ganz wenigen Personen ihr Manuskript, wenn es noch in der Entwicklung stecke. „Ich schreibe in erster Linie für mich und ich mag meine Geschichten – daher lese ich sie gern immer und immer wieder“, sagt Sabine Schulze Gronover.

Ihr fertiges Werk sendete sie an Verlagshäuser und suchte den persönlichen Kontakt. Mit dem 175-seitigen Krimi „Todgeweiht im Münsterland“ hat sie die Lektoren des Emons-Verlages überzeugt. Ihr zweites Buch wird schon im Herbst 2012, ebenfalls im Emons-Verlag erscheinen. Ein Wiedersehen mit Michael Schubert wird es dann jedoch nicht geben.

Wer sein Buch mit einer Widmung der Autorin versehen möchte hat dazu Gelegenheit:

Am 16. April findet um 16:30 Uhr im Parkcafé der LWL-Klinik Münstereine öffentliche Lesung statt. Der Eintritt ist frei und eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
 

„Todgeweiht im Münsterland“ von Sabine Schulze Gronover
Emons-Verlag
Erste Auflage: Februar 2012
175 Seiten
ISBN: 978-3-89705-925-2
9,90 Euro