Berthold Wegener betreibt Triathlon in der Langdistanz. Das bedeutet 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und rund 42 Kilometer laufen am Stück. Fotos: Privat

„Voll auf Angriff“

Zwölf Stunden schwimmen, Rad fahren und laufen: Berthold Wegener ist Triathlet

Marsberg (lwl/hil). Hunderte von Armen und Beinen schlagen gleichzeitig ins Wasser – nicht selten landen da Schläge auch auf fremden Köpfen und Körpern. „Das geht es zu wie in einer Waschmaschine“ bringt es Berthold Wegener auf den Punkt. Und der weiß ganz genau wovon er spricht. Seit mittlerweile sechs Jahren ist der Gesundheits- und Krankenpfleger der LWL-Klinik Marsberg dem Triathlon-Sport verfallen. Dieser beginnt immer mit einem Kampf um die besten Plätze bei der ersten Teildisziplin – dem Schwimmen. Nach der Wasserschlacht folgt der Wechsel auf das Rad und abschließend geht es laufend der Ziellinie entgegen.


„Iron Man“ in Roth


Bei allen drei Disziplinen des Triathlons sind verschiedene Streckenlängen möglich, doch ihre Krönung findet diese Ausdauersportart wohl in der sogenannten Langdistanz, häufig auch „Iron Man“ genannt. Hier müssen die Athleten 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren – und als würde das nicht reichen - zum Abschluss auch noch einen 42,195 Kilometer langen Marathon laufen. Einer der größten Wettkämpfe auf der Langdistanz in Deutschland ist die „Challenge Roth“ – und hierfür trainiert Berthold Wegener zurzeit. Am 8. Juli 2012 startet der 42-Jährige gemeinsam mit über 3.000 weiteren Triathleten im mittelfränkischen Roth bei diesem Sportevent der Superlative.

Der Reiz, an seine Grenzen zu kommen

Was bringt einen Menschen dazu seinem Körper solchen Belastungen auszusetzen? „Mich treibt besonders an, dass man beim Triathlon vollkommen auf sich allein gestellt an seine Grenzen gehen muss – und häufig auch darüber hinaus, „ sagt der LWL-Beschäftigte. Zudem reizt Wegener, der ursprünglich nur das Laufen als Sportart betrieb, dass man gleichzeitig drei unterschiedliche Disziplinen beherrschen muss, um ans Ziel zu kommen. Dabei kann auch ein perfekter Wechsel vom Wasser aufs Rad oder vom Sattel in die Laufschuhe wichtige Zeit bringen.


Trainingspensum ist enorm

Triathlon erfordert ein enormes Trainingspensum. An sechs Tagen in der Woche trainiert Wegener im Schnitt. Gerne dreht er auch schon mal morgens vor der Arbeit seine Runden im Schwimmbad. Zudem fährt er jeden Tag – auch im Winter - mit dem Fahrrad acht Kilometer zur LWL-Klinik. Dazu kommen regelmäßig an den Wochenenden die Wettkämpfe. Drei bis vier Triathlons sind das im Jahr plus diverse Marathons, Halbmarathons und andere Läufe, wie beispielsweise vor ein paar Wochen der „Hermannslauf“ von Detmold nach Bielefeld. Aber all dieser Aufwand wäre für Berthold Wegener nicht möglich ohne den nötigen Rückhalt. „Ich bin meiner Familie sehr dankbar, dass sie mich so sehr unterstützt. Ohne sie könnte ich den Sport nicht in dem Maße durchführen, wie ich es zurzeit mache.“

Mehr als „Ankommen“ ist Ziel

Auf diese Unterstützung kann er bestimmt auch für den Höhepunkt seines Sportler-Jahres – der „Challenge Roth“ – setzen. Denn hierfür hat Berthold Wegener sich Einiges vorgenommen: Er will seinen bisher größten persönlichen Erfolg überbieten. Und zwar das „Ankommen“ bei seiner ersten Langdistanz vor knapp zwei Jahren in Frankfurt. Wegener: „Nach über 12 Stunden über die Ziellinie zu laufen war einfach fantastisch. Doch um überhaupt anzukommen, bin ich quasi mit ‚angezogener Handbremse‘ unterwegs gewesen. Am 8. Juli aber geht es nicht nur mehr nur ums Ankommen, da werde ich voll auf Angriff gehen!“