Links: Wolfram Koch (sitzend), bekannter Theater- und Filmschauspieler, stand mit Patienten und Beschäftigten der LWL-Klinik Herten auf der Bühne. Mitte und Rechts: Die Protagonisten gingen unter anderem der Frage nach: „Wofür lohnt es sich zu leben?“ Fotos: LWL/Szekely und Ruhrfestspiele

LWL-Klinik Herten und Ruhrfestspiele auf einer Bühne

Patienten, Beschäftigte und Schauspieler Wolfram Koch spielten Dostojewskis „Traum eines lächerlichen Menschen“

Herten (lwl). Es war ein außergewöhnliches Projekt: Patientinnen, Patienten und Beschäftigte der LWL-Klinik Herten stellten jetzt mit Unterstützung der Ruhrfestspiele Recklinghausen ein Theaterstück auf die Beine. Mit dem „Traum eines lächerlichen Menschen“ frei nach Fjodor Dostojewski spielten sie gemeinsam mit dem bekannten deutschen Schauspieler Wolfram Koch kein einfaches Stück über die Extreme menschlicher Existenz: Was verleiht dem eigenen Leben Bedeutung? Wofür lohnt es sich zu leben? Wie groß kann Verzweiflung sein und worin liegt das Glück der kleinen Dinge?

Theater ist Kunst und Therapie zugleich: Die mitwirkenden Patientinnen und Patienten erhielten im Rahmen einer Theatertherapie Zugang zu diesem außergewöhnlichen Theaterprojekt. Die Teilnehmenden zeigten dabei Aspekte ihrer Persönlichkeit, die über ihre Rolle als Erkrankte sonst wenig oder gar nicht im Fokus der Wahrnehmung stehen: Kreativität, Auseinandersetzung mit gleichermaßen künstlerischen wie persönlichen Themen, sowie den Mut und die Bereitschaft sich auch in der jeweiligen Rolle zu zeigen.

Dr. Luc Turmes, Ärztlicher Direktor der LWL-Klinik Herten, freute sich über die Projektrealisierung und dankte der Ruhrfestspiel-Leitung: „Dr. Frank Hoffmann stand dem Projekt von Anfang an sehr aufgeschlossen gegenüber und unterstützte unsere Idee, indem er der Theatergruppe mit Wolfram Koch einen professionellen Schauspieler an die Seite stellte.“
Gemeinsam mit Sandra Anklam, Drama- und Theatertherapeutin der LWL-Klinik Herten, sowie Dr. Silke Echterhoff, Ärztin in der LWL-Klinik Herten, wurde die Idee umgesetzt. Beide bringen Erfahrungen mit: Sandra Anklam ist unter anderem auch als Regisseurin für das Schauspielhaus Bochum tätig und hat zusammen mit Silke Echterhoff eine Theaterproduktion im LWL-Universitätsklinikum Bochum für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatische Medizin und Präventivmedizin begleitet, die im Jungen Schauspielhaus zusammen mit Patienten und Mitarbeitern aufgeführt wurde.