In der Mittagspause neue Energie schöpfen: Qi-Gong-Lehrerin Elke Herder zeigt den Beschäftigten in den LWL-Einrichtungen in Warstein einfache Übungen. Foto: LWL

Den "inneren Schweinehund" überlisten

Die Beschäftigten der LWL-Einrichtungen in Lippstadt und Warstein können eine ,,Aktive Pause" machen

Lippstadt/Warstein (ern/ufo). „Eigentlich sollte ich mich mehr bewegen. Schon längst wollte ich anfangen, meine Fitness zu trainieren.“ Viele tragen sich vermutlich mit diesen oder ähnlichen Gedanken. Die Liste der zumeist vorgeschobenen Hinderungsgründe ist jedoch lang.

Wie kann es gelingen, den "inneren Schweinehund" zu überlisten? Die LWL-Einrichtungen in Lippstadt und Warstein helfen ihren Beschäftigten, diese Hürde zu überwinden. Seit August 2010 gibt es an diesen Standorten entsprechende Module: An zwei Wochentagen in der Mittagszeit wird dabei jeweils eine bewegte Stunde angeboten. Diese „Aktive Pause“ können alle Beschäftigten der Kliniken, Pflegezentren und Wohnverbünde Lippstadt und Warstein sowie des Zentrums für Forensische Psychiatrie Lippstadt nutzen.

Favoriten sind Tai Chi und Pilates

Während der Einführungsphase hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Möglichkeit, in verschiedene Angebote hinein zu schnuppern und auszuprobieren. Übungen aus der Rückenschule, Osteoporose-Gymnastik, Pilates, Gerätefitness, Gebrauchsübungen am Arbeitsplatz, Ausgleichsgymnastik im Alltag, Tai Chi oder Qi Gong standen zur Wahl. Anschließend wurden die Teilnehmer nach ihren Favoriten gefragt. Herauskristallisiert haben sich an beiden Standorten jeweils zwei Module, die jeweils für acht Wochen angeboten werden: in Lippstadt Tai Chi und Fitness für den Rücken, in Warstein Pilates und Rückenschule. Weitere Aufbaumodule sind in Planung.

Mittagspause plus 30 Minuten Arbeitszeit für die Gesundheit

Realisiert wurde das Projekt „Aktive Pause“ durch eine Gemeinschaftsaktion der Personalabteilung der Einrichtungen unter Leitung von Gerrit Jungk, des Vereins WOGE e.V. und der BKK vor Ort. Der Arbeitgeber stellt einmal pro Woche 30 Minuten Arbeitszeit pro Mitarbeiter und die Räumlichkeiten zur Verfügung. WOGE e.V. entwickelte das Konzept, koordiniert gemeinsam mit der Personalabteilung alles Notwendige und ist für die Kursleiter zuständig. Die BKK finanziert das Modellprojekt.

Beschäftigte, die an der „Aktiven Pause“ teilhaben wollen, addieren zu den vom Arbeitgeber bereit gestellten 30 Minuten Arbeitszeit ihre 30-minütige Mittagspause und haben somit eine Stunde Zeit, um die eigene Fitness zu trainieren oder innere Ruhe zu finden. „Idealerweise entwickeln Mitarbeiter, die schon lange nicht mehr sportlich aktiv waren, wieder Freude an Bewegung und werden auch außerhalb dieser Module sportlich aktiver“, nennt Gerrit Jungk, Leiter der Personalabteilung der LWL-Einrichtungen in Lippstadt und Warstein, einen Vorteil dieser Aktion. Die „Aktive Pause“ könne jedoch nicht nur zu besseren Gesundheitskompetenz führen, sondern auch zu einer höheren Arbeitszufriedenheit, zur höheren Arbeitsproduktivität und zu einem besseren Betriebsklima beitragen. „Bei dieser Aktion profitieren alle Seiten“, so Jungk.