Links: Was steckt eigentlich alles drin in einem Computer? Schülerinnen konnten in der LWL.IT Service Abteilung unter Anleitung selbst nachschauen. Mitte und Rechts: In der LWL-Klink Münster durften Mädchen am Girls' Day auch "schweres" Gerät bedienen oder Kräuterbeete anlegen. Fotos: LWL

Mädchen und Technik passen zusammen

LWL.IT und mehrere LWL-Kliniken beteiligten sich am 11. bundesweiten Girls‘ Day

Westfalen-Lippe (ufo). Sie haben Computer aufgeschraubt, sind Traktor gefahren und haben einen Blick in die Gebäudeleittechnik einer großen LWL-Klinik geworfen. Am elften Girls‘ Day (14. April) konnten Mädchen der 6. bis 8. Klasse in der LWL.IT Service Abteilung sowie in mehreren LWL-Kliniken  Ausbildungsberufe aus technischen oder handwerklichen Bereichen kennenlernen.
Der Girls’ Day ist das größte bundesweite Berufsorientierungsprojekt für Schülerinnen. Seit dem Start der Aktion im Jahr 2001 haben insgesamt über eine Million Mädchen teilgenommen. Sie können an diesem Tag Berufe und Studiengänge kennenlernen, in denen Frauen bisher selten vertreten sind.
 

In der LWL.IT sind Frauen unterrepräsentiert

„Bei uns in der Abteilung sind Frauen unterrepräsentiert, nennt Karl-Heinz Rauer einen der Beweggründe, sich an diesem Tag zu beteiligen. Gerne würde der Referatsleiter für Verwaltungsservice aus der LWL.IT mehr weibliche Anwärterinnen für die Ausbildung zur Fachinformatikerin begeistern, „aber in den vergangenen vier Jahren hatten wir insgesamt nur eine passende Bewerbung für die jährlich zwei offenen Ausbildungsplätze“, so Rauer.
 

Die eine, die sich für diese Ausbildung entschieden hat ist Marina Böckenholt, mittlerweile Angestellte in der LWL.IT-Abteilung. Sie hat den Girls‘ Day für die Schülerinnen zusammen mit ihrem Kollegen Torsten Halkowicz und Auszubildenden aus dem ersten Lehrjahr vorbereitet: „Mir macht mein Beruf Spaß, und ich möchte das auch weitergeben“, sagt die 21-Jährige. Intensiv betreut, konnten die 13 bis 14 Jahre alten Mädchen in der LWL.IT nicht nur das Innenleben eines Computers kennenlernen, sondern auch einen eigenen Internetauftritt gestalten.
 

Praktikum nach Girls' Day ist möglich

In den beiden LWL-Kliniken in Münster und Lengerich, die sich ebenfalls regelmäßig am Girls‘ Day beteiligen, ist der Betreuungsschlüssel für die insgesamt rund 20 Mädchen gut. „Ein Kollege bzw. eine Kollegin kümmert sich um maximal zwei Schülerinnen, die sich bei uns in Gärtnerei , Schreinerei, Küchenleitung, Medizininformatik oder in der Gebäudeleittechnik umsehen“, sagt Elisabeth Post-Dömer. Die Ansprechpartnerin für Gleichstellungsfragen koordiniert seit mehreren Jahren die Mädchen-Zukunftstage der beiden Kliniken. „Einige der Teilnehmerinnen machen danach bei uns ein Praktikum, aber eine Auszubildende für einen typischen Männerberuf konnten wir aus diesem Programm noch nicht gewinnen“, so Post-Dömer.
 

Berufswunsch ist oft immer noch Tierpflegerin

Auf dem abschließenden Bewertungsbogen erhalten die LWL-Einrichtungen von den Schülerinnen regelmäßig gute Noten: „Es war total toll“, lässt sich dort lesen. Ebenso wird der Berufswunsch eingetragen, „der auch nach dem Tag nicht Gärtner in oder Fachinformatikerin, sonder sehr oft Tierpflegerin oder Schauspielerin lautet“, sagen Karl-Heinz Rauer und Elisabeth Post-Dömer. Sie setzen auf die Zeit. Vielleicht wirken die Impulse und die guten Erfahrungen bis zum Schulabschluss der Schülerinnen nach.
 

Hintergrund
Am Girls‘ Day öffnen vor allem technische Unternehmen, Betriebe mit technischen Abteilungen und Ausbildungen, Hochschulen und Forschungszentren in ganz Deutschland ihre Türen für Schülerinnen ab der Klasse 5. Die Mädchen lernen am Girls’ Day Ausbildungsberufe und Studiengänge in Technik, IT, Handwerk und Naturwissenschaften kennen, in denen Frauen bisher eher selten vertreten sind oder begegnen weiblichen Vorbildern in Führungspositionen aus Wirtschaft oder Politik. Der Girls' Day - Mädchen-Zukunftstag wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ); sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.