LWL-Museum für Naturkunde erhält GreenBuilding Award 2013

Europäische Kommission zeichnet energetische Sanierung aus

Im Rahmen der Solarexpo, einer Messe und Konferenz für erneuerbare Energien in Mailand, konnte die zuständige Baudezernentin des LWL-BLB Judith Pirscher am 08.05.2013 die Auszeichnung der Europäischen Kommission für die gelungene energetische Sanierung des LWL-Naturkundemuseums in Münster in Empfang nehmen. Bei dem im Sondervermögen des LWL-BLB befindlichen Museumsbaus konnten die Energiekosten Dank der Zuschüsse aus dem Konjunkturprogramm II um 65 % gesenkt werden.Bei der Verleihung der Gewinnerurkunde waren knapp 150 Gäste vor Ort verteten. Überreicht wurde die Auszeichnung von Heinz Ossenbrink, dem Referatsleiter für Erneuerbare Energien des Joint Research Center (JRC) der Europäischen Kommission

Foto: European Commission

Hintergrund GreenBuilding Award
Der GreenBuilding Award wird seit 2005 jährlich vom Joint Research Center (JRC) der Europäischen Kommission vergeben. Das JRC zeichnet damit gewerbliche und öffentliche Gebäuden aus, die besonders klimaschonend neu gebaut oder saniert wurden. 2012 hatte das GreenBuilding Programm 454 Partner, an dessen Zertifizierung sich europaweit insgesamt 725 Gebäude beteiligt haben.
 

 LWL-Naturkundemuseum

Das LWL-Naturkundemuseum in Münster zeigt auf einer Fläche von rund 4.200 Quadratmetern  verschiedene Sonder- und Dauerausstellungen. Außerdem befindet sich mitten im Museum ein Großplanetarium in dem 260 Personen Platz finden.  Der 3.500 Quadratmeter große Museumshof bietet zahlreiche Attraktionen.

Ebenso beherbergt das Gebäude einzigartige Objekte wie der weltweit größten Ammonit mit 1,80 Meter im Durchmesser, der frei zugänglich im Museumsfoyer steht. Er wurde von der Paläontologischen Gesellschaft zum Fossil des Jahres 2008

Ebenso ist hier als einziges Museum in Deutschland das "Porträt der Milchstraße" von Jon Lomberg als hinterleuchtetes, 12 Quadratmeter großes Bild zu sehen.

Die Kombination von Naturkundemuseum und Großplanetarium bildet bis heute in Deutschland eine einmalige Einheit.

 

Energetische Sanierung und Modernisierung des LWL-Museums für Naturkunde

Im ersten Schritt wurde die Außenhülle des Gebäudes auf einen Niedrigenergiestandard durch weitreichende Verbesserung der Wärmedämmung gebracht. Es wurden 4.850 m² hinterlüftete Fassade durch Einblasdämmung, 6.120 m² Flachdach durch Gefälledämmung und insgesamt 130 Fenster mit insgesamt 620 m² Fläche gegen 3-fach Verglasung ausgetauscht und wärmedämmtechnisch verbessert.

Im weiten Schritt wurden im Museum eine kontrollierten Be- und Entlüftugnsanlage mit integrierter Wärmerückgewinnung sowie eine neue hocheffiziente Kälteanlage zur Versorgung der Klimaanlagen des Planetarium und der Wechselausstellung eingebaut. Die Kosten für diese Maßnahmen beliefen sich auf 2,7 Mio. € und konnten im Rahmen des Konjunkturprogramms II zur Verfügung gestellt werden.

Durch die energetischen Sanierungsmaßnahmen konnte der Energieverbrauch von ca. 2.900.000 kWh auf ca. 1.000.000 kWh pro Jahr reduziert werden. Dass entspricht eine Energieeinsparung von  65 %.

Zur weiteren Reduzierung der CO2-Emmissionen werden beim Museum zurzeit 2 Holzpelletkessel jeweils 130 kW Wärmeleistung und 2 BHKW`s  mit jeweils 20 kW elektrischer Leistung installiert. Die Kosten hierfür werden voraussichtlich 435.000,00 € betragen.