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Im zweiten Ausbildungsjahr als Dipl. Verwaltungswirt/in kann man ein Auslandspraktikum im Europabüro des Deutschen Landkreistages in Brüssel absolvieren.
Der Deutsche Landkreistag ist einer der drei kommunalen Spitzenverbände in der Bundesrepublik Deutschland. Neben dem Deutschen Landkreistag (DLT), dem mittelbar alle 323 Landkreise Deutschlands und auch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe angehören, sind dies der Deutsche Städtetag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund. Die kommunalen Spitzenverbände vertreten in Berlin die Interessen der deutschen Landkreise, Städte und Gemeinden gegenüber Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat.
Durch die zunehmende Bedeutung der EU-Gesetzgebung auch für die kommunale Ebene ist die deutsche kommunale Selbstverwaltung "Eurocommunalle" seit 1991 durch ein Europabüro in Brüssel vertreten. Zusammen mit dem Deutschen Städtetag, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund, dem Verband kommunaler Unternehmen und dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband wurde in Nähe der umliegenden Gebäude der Europäischen Institutionen eine Bürogemeinschaft zur gemeinsamen Zusammenarbeit gegründet.
Das Europabüro betreibt in Brüssel Lobbying, indem es als Interessensvertreter Einfluss auf Europäische Entscheidungsprozesse nimmt und gleichzeitig Informationen beschafft sowie deren Erstbewertung vornimmt, bevor es diese an die Landesverbände und das Gremium des DLT weitergibt. Gleichzeitig fungiert es als "Türöffner", indem es die Vermittlung von Gesprächen mit Entscheidungsträgern der Europäischen Institutionen für Mitarbeiter der Hauptgeschäftsstelle in Berlin übernimmt. Gesprächspartner sind dabei vorrangig die Abgeordneten des Europäischen Parlaments, Beamte der Europäischen Kommission, Mitarbeiter der ständigen Vertretung Deutschlands bei der EU sowie zuständige Ministerialbeamte der Berliner Bundesministerien. Entscheidend ist auch die Zusammenarbeit mit den Verbindungsbüros der deutschen Bundesländer.
Darüber hinaus betreut das Europabüro seine Mitglieder im Ausschuss der Regionen (AdR). Der Ausschuss der Regionen ist das beratende Organ der regionalen und kommunalen Gebietskörperschaften Europas. Weiterhin arbeitet das Europabüro in verschiedenen Arbeitsgruppen mit. Das sind vor allem der Rat der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE), das European Centre of Enterprises with Public Participation and of Enterprises of General Economic Interest (CEEP) sowie das European Local Authorities Network (ELAN). Außerdem werden Seminare für die Landesverbände organisiert und deren Betreuung während des Brüssel-Aufenthalts gewährleistet.
Ich war von Juli 2006 bis Oktober 2006 in Brüssel und habe dort einen Ausbildungsabschnitt absolviert.
An meinem ersten Arbeitstag wude ich von der Leiterin des Europabüros, Frau Struve, auf ein Meeting ins Europäische Parlament mitgenommen. Für die Mitarbeiter der kommunalen Interessensverbände Europas bestand die Möglichkeit, einen Abgeordneten des Europäischen Parlaments zu einem aktuellen Gesetzesvorhaben zu befragen und Bedenken zu äußern oder Verbesserungsvorschläge zu machen. Nach diesem direkten Einstieg in den Brüsseler Arbeitsalltag bekam ich nachmittags meine ersten Aufgaben zugeteilt. Ich sollte eine Zusammenfassung von einem Grünbuch zur Drogenpolitik der EU schreiben. Grünbücher sind Diskussionspapiere der Europäischen Kommission zu einem bestimmten Thema, insbesondere Vorlagen für Verordnungen und Richtlinien, mit dem Zweck, auf diesem Gebiet eine öffentliche und wissenschaftliche Diskussion herbeizuführen. So werden eine Reihe von Ideen und Fragen aufgeworfen und Einzelne sowie Organisationen zu Beiträgen aufgefordert. Meine Zusammenfassung wurde dann an die jweiligen Stellen der höheren Kommunalverbände (dazu zählt auch der Landschaftsverband) geschickt, damit diese eine entsprechende Rückmeldung zu den im Grünbuch vorgeschlagenen Maßnahmen im Bereich Drogenpolitik geben konnten. Meine zweite Aufgabe an diesem Tag war, ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs auf kommunale Relevanz zu überprüfen und dann ein Informationsschreiben über die Entscheidung des Gerichtshofs anzufertigen.
Die aktuelle Rechtssprechung des Europäischen Gerichts wird jeden Montag online gestellt und muss dann für die Landkreise und höheren Kommunalverbände auf wichtige Entscheidungen geprüft werden. Mitteilungen und Gesetzesvorschläge der Europäischen Kommission müssen gleichsam täglich mitverfolgt werden und auch über die Tätigkeiten des Europäischen Parlaments muss seitens des Europabüros informiert werden. Das Europäische Parlament hat einmal im Monat Plenumsstizung in Straßburg. Die restliche Zeit des Monats finden die Sitzungen der verschiedenen parlamentarischen Ausschüsse und der Fraktionen des Europäischen Parlaments aber in Brüssel statt. Als Praktikant ist man unter anderem dafür verantwortlich, die Punkte der Tagesordnung auf kommunalrelevante Themen zu prüfen und wichtige Berichte der Ausschüsse oder vom Parlament angenommene Texte zum Weiterleiten zusammenzufassen.
Neben diesen Tätigkeiten, die während der ganzen Prakitkumszeit immer wieder angefallen sind, bekommt man auch längerfristige Aufgaben übertragen, die meist mit einer intensiven Internetrecherche verbunden sind. So musste ich z. B. eine Ausarbeitung zum Thema Kündigungsschutz anfertigen oder die aktuelle Europäische Einwanderungs- und Integrationspolitik darstellen. Außerdem durfte ich mich mit dem aktuellen Stand der Europäischen Verfassung befassen und eine Rede über aktuelle EU-Politik mit kommunalem Bezug vorbereiten. Meine Aufgabe, die sich über die gesamte Praktikumszeit zog, war die Vorstellung der neuen Förderprogramme für die Kommunen ab 2007. Mit einem entsprechenden Antrag kann man so als Stadt, Kreis oder Kommunalverband durch Fördermittel finanzielle Unterstützung für ein Projekt erhalten.
Darüber hinaus durfte ich auch eine Konferenz mitorganisieren und die ELAN-Sitzungen (European Local Authority Nework) besuchen. Alle zwei Wochen treffen sich die Vertreter der Kommunalenverbände aus Europa, um sich über die neuesten Informationen auszutauschen. Oftmals wird auch ein Mitarbeiter der Europäischen Kommission gebeten, zu einem aktuellen Thema einen Vortrag zu halten. Die Treffen finden in den Vertretungen der einzelnen Kommunalverbände statt. So war ich in meiner Praktikumszeit einmal bei den Engländern, den Zypern und den Niederländern "zu Gast".
In meiner letzten Praktikumswoche waren in Brüssel außerdem die "Open Days". Aus ganz Europa waren Mitarbeiter der regionalen und kommunalen Verwaltungen eingeladen, sich in Brüssel durch verschiedene Vorträge über europäische Themen zu informieren. Auch ich durfte mir einige Vorträge anhören.
Ansonsten findet man in Brüssel auch schnell Anschluss. Meistens ist man nicht der/die einzige Praktikant/in, der/die im Gebäude sitzt, im Haus des Vermieters gibt es in der Regel meist mehrere Praktikantenzimmer, so dass man Mitbewohner/innen kennen lernt oder man besucht den Praktikantenstammtisch, der jeden Dienstagabend stattfindet. Auch die Stadt hat Einiges zu bieten. Neben vielen Museen und kulturellen Veranstaltungen kann man die umliegenden historischen Städte, wie Brügge, Gent oder Antwerpen besuchen.
Insgesamt hat mir das Praktikum im Europabüro gut gefallen. Die Aufgaben waren sehr vielfältig und interessant. Allerdings muss man sich schnell und sehr selbstständig in die Themen einfinden. Genügend Aufgaben hat man eigentlich immer. Da oft aber so viel zu tun ist, bleibt manchmal keine Zeit, Rückmeldung zu seinen Aufgaben zu erhalten.








Die Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste – Fachrichtung Archiv im Westfälischen Archivamt des LWL Aufgrund meiner Interessen für Bücher, Geschichte und Altertümer habe ich mich auf dem Ausbildungsmarkt nach Berufen umgeschaut, die in die Richtung der obengenannten Bereiche fallen. Durch die Suche über die Internetseite des Arbeitsamtes bin ich auf die Stellenausschreibung des Westfälischen Archivamtes aufmerksam geworden. Zunächst war mir der Begriff “Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste“ (kurz: FAMI) unbekannt. Nachdem ich mich über die Seite des Landschaftsverbandes und über diverse Internetseiten informiert habe, konnte ich aber eine wage Vorstellung davon bekommen, welche Tätigkeiten ein/e FAMI verrichtet. Allerdings hatte ich mir kein Bild davon machen können, was man tatsächlich unter einem Archiv versteht, bis darauf, dass dort alte Unterlagen gelagert wurden und alles doch recht staubig sein würde. Doch der erste Eindruck wiederlegte diese Vorstellung sofort. Ein Archiv ist weder staubig noch eigenbrödlerisch. Das Westfälische Archivamt ist sehr modern ausgestattet. Die Mitarbeiter sind offen für Benutzergespräche; ebenso ist die Archivpflege ein großer Aufgabenbereich im Bezug auf die Hilfestellung zur Archivierung von Archivalien in anderen Archiven. Die ersten Tage in der Ausbildung waren zur Einführung gedacht, um die Organisation und Struktur des WAA besser kennenzulernen. Ein Organigramm des LWL dient zugleich als Vorlage für den eigenen Bestandsaufbau. Die Tätigkeitsbereiche eines FAMIs könnten nicht unterschiedlicher sein. Zum einen ist da die Benutzeraufsicht und Beratung, die einen wesentlichen Teil der Ausbildung ausmacht, ebenso wie die Erschließung von Archivgut. Hinzu kommen aber noch gelegentliche Recherchen oder auch Öffentlichkeitsarbeiten. Erste Erfahrungen konnte man darin schon am Tag der Archive sammeln, an dem zum ersten Mal auch ein Kinderprogramm angeboten wurde. Weiterhin lernt man in der Ausbildung; alte Schriften zu transkribieren (= einen Text in eine andere Schrift zu übertragen), da viele Archivalien zum Teil aus dem 19. Jahrhundert stammen. Außerdem erfährt man durch eine kleine Einführung in die Restaurierung, wie Archivalien gepflegt und erhalten werden sollen in Bezug darauf, wie Archivgut sicher vor Wärme, Feuchtigkeit und Schädlingen geschützt werden muss. Neben der beruflichen Ausbildung wird in der Berufsschule in Dortmund ergänzend Fachwissen vermittelt, wie z. B. SBL – Spezielle Berufslehre. Im WAA werden zusätzlich unterschiedliche Seminare zur Wissensergänzung angeboten. Die Teilnahme am Westfälischen Archivtag konnte einem sogar die Arbeit eines Archivars näher bringen, eine mögliche Weiterbildung. Das Arbeitsklima ist hier sehr angenehm: Man kann sich intensiv mit den Berufsanforderungen auseinandersetzen und falls es Probleme dabei gibt, eine Aufgabenstellung zu lösen, steht einem das freundliche Personal unterstützend zur Seite. Abschließend lässt sich also sagen, dass die Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste ein ausgewogener und abwechslungsreicher Beruf ist, der besonders in der Fachrichtung Archiv für Geschichtsinteressierte zu empfehlen ist.

Nach einigen Bewerbungen ohne Erfolg, habe ich von einer Bekannten erfahren, dass beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe noch eine Ausbildungsstelle zum Fachinformatiker frei ist. Da ich gerne am Computer arbeite, habe ich nicht lange gezögert und noch am selben Abend meine Bewerbungsunterlagen abgesandt. Ich habe mich dann im Internet noch genauer über den LWL informiert. Ein paar Tage später bekam ich Post, eine Einladung zum Einstellungstest mit anschließendem Vorstellungsgespräch. An dem Tag waren noch zwei andere Bewerber zu dem Vorstellungsgespräch eingeladen. Nachdem wir den Einstellungstest geschrieben haben, wurden wir zu einzelnen Vorstellungsgesprächen in den Besprechungsraum geholt. Anschließend hat jeder von uns ein Thema bekommen, über das wir nacheinander eine Diskussion mit den anderen beiden Bewerbern führten. Nach dem Tag kam dann das große Bangen, doch schon einige Tage später kam ein Brief mit der Zusage. Als ich im August 2005 meinen ersten Arbeitstag hatte, wurde für die neuen Auszubildenden, dem Jahrgang 05, ein Kennenlerntag veranstaltet. So konnte man schon erste Kontakte zu seinen Azubi-Kollegen knüpfen. Am nächsten Tag war dann der erste Tag in der Abteilung, in meinem Falle, war es das IT-Zentrum. Dort wurden wir von unserem Ausbildungsleiter empfangen, mit einer Einführung darüber was im IT-Zentrum des LWL alles betreut wird. Ich kam in den Bereich der Benutzerverwaltung, wo ich nach einem herzlichen Willkommen auch schon den ersten Auftrag hatte. Ein Kollege und ich sollten einen Computer an einem Arbeitsplatz in einer anderen Abteilung auf ein neues Betriebssystem umstellen. Als wir damit fertig waren, wurde mein Arbeitsplatz eingerichtet. 14 Tage später ging es auf eine durch die Ausbildungsleitung organisierte Einführungswoche für den gesamten Jahrgang 05, wo wir z. B. dann mit dem Kanu auf der Ems von Emsdetten nach Nordwalde fuhren. Dort wurden wir in einer Jugendherberge untergebracht und haben da den Abend ganz gemütlich mit den neuen Kollegen ausklingen lassen. Ein weiterer Bestandteil der Einführungswoche war ein Besuch im Westfälischen Museum für Naturkunde in Münster. Nach fast einem Jahr kann ich sagen, dass es genau die richtige Entscheidung war, diesen Ausbildungsgang zu wählen, da er mir wirklich Spaß macht. Ich habe vielfältige Aufgaben, wie z. B. Hardware testen, reparieren und austauschen sowie das Installieren von Software oder die Anwenderbetreuung. Auch in den anderen Bereich der Ausbildung, die Anwendungsentwicklung, konnte ich schon etwas reinschnuppern, da das Feld der Möglichkeiten hier beim LWL sehr groß ist.

Nach meiner Erstausbildung zum Informationstechnischen Assistenten war mir klar, dass ich in diesem Gebiet weiter kommen will und machte mich daher auf die Suche nach Ausbildungsstellen zum Fachinformatiker. Nach einigen Recherchen im Internet und in der Zeitung bin ich auf den LWL aufmerksam geworden. Nachdem ich mir die Kriterien und die Anforderungen an die Auszubildenden durchgelesen hatte, war ich überzeugt, dass diese Stelle doch hervorragend auf mich passen würde, also fehlte ja nur noch die Bewerbung: Gesagt – getan. Innerhalb der folgenden Wochen habe ich dann eine Einladung zum Einstellungstest im Studieninstitut bekommen, die ich natürlich dankend angenommen habe. Kurze Zeit später habe ich dann die Mitteilung erhalten, dass ich auch die 2. Runde erfolgreich absolviert hatte und so wurde ich dann zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch in die Hauptverwaltung eingeladen. Als es dann soweit war und ich nach Münster gefahren bin, war ich doch sehr aufgeregt und gespannt auf die bevorstehende Hürde. In der Hauptverwaltung angekommen, machte ich mich erstmal auf die Suche nach dem in der Einladung genannten Raum, 2. Etage, Block E. Am Ende des Ganges sah ich dann auch schon meine Mitbewerber. Viel Zeit, uns großartig kennen zu lernen, hatten wir nicht, denn dann ging es auch schon los. Am Anfang des Vorstellungsgespräches hatten meine Mitbewerber und ich kurz Zeit, uns vorzustellen. Dann haben wir auch schon die Themen unserer Gruppendiskussion gezogen, woraufhin wir in einen anderen Raum begleitet wurden. Dort hatten wir dann Zeit, uns auf die Themen vorzubereiten, wobei einer nach dem anderen herausgerufen wurde, um zum Einzelgespräch zu kommen. Als ich dann an der Reihe war, wurden mir zuerst ein paar Fragen zu mir selbst gestellt, wieso ich mich gerade beim LWL bewerbe und schließlich noch Fragen zum LWL selbst, um zu sehen ob ich mich auch entsprechend vorbereitet habe. Mit gemischten Gefühlen fuhr ich dann wieder nach Hause. Einige Zeit später erhielt ich dann einen Brief vom LWL, den ich gleichermaßen mit Vorfreude und Bangen öffnete, schließlich hat die Freude Überhand genommen, denn es war eine Zusage und so hieß es auch für mich: Du bist dabei! Am 1. Arbeitstag, dem 1. August, haben meine neuen Kolleginnen und Kollegen und ich uns ersteinmal alle kennenlernen dürfen und es entstanden auch sofort neue Freundschaften. Nach mehreren Aktionen, die die Auszubildenden noch mehr miteinander verschweißen sollten, wie zum Beispiel die Einführungswoche, ging der Arbeitsalltag los. Bei mir liegen Praxis und Theorie sehr nah beieinander; von der Installation von Testmaschinen bis zur Einrichtung von Produktivsystemen ist alles dabei. Die Arbeiten reichen vom simplen Stecken von Netzwerkverbindungen bis hin zum Aufsetzen von komplexen Datenbanksystemen und ich bin zuversichtlich, dass ich hier trotz meiner vorherigen Erstausbildung noch eine Menge lernen werde. Zusammengefasst kann ich sagen, dass ich meine Ausbildung hier sehr gerne mache und bei Problemen und Aufgaben stets Unterstützung bekomme. Allein gelassen wird man hier nicht und das ist das, worauf es ankommt!

Zum 15. August 2005 sollte im Westfälischen Industriemuseum eine Fachkraft für Veranstaltungstechnik eingestellt werden. So bewarb ich mich auf die Stelle. Nach einem Eignungstest und Vorstellungsgespräch hat es nicht lange gedauert und ich bekam Post vom LWL. Erst dachte ich, dass es eine Absage ist und wagte es nicht, den Umschlag zu öffnen. Dann aber hatte ich Mut und sah den Ausbildungsvertrag. Vor Freude sprang ich in die Luft, weil es mein größter Wunsch war, diese Ausbildungsstelle zu bekommen. Ich wusste genau, dass dieser Beruf für mich der richtige ist. Mit dieser Entscheidung lag ich auch nicht falsch. Jede Woche finden mindestens zwei Veranstaltungen in der Henrichshütte Hattingen statt. Ich arbeite, aber habe auch fast genau soviel Spaß wie die Gäste der Party oder der Veranstaltungen. Wer wünscht sich nicht so ein Leben? Arbeiten und dabei Spaß haben! Der Kontakt zu vielen unterschiedlichen Menschen, wie z. B. zu Businessleuten, Partyfreaks, jungen oder alten Menschen, macht den Beruf noch interessanter. Es kommt noch hinzu, dass viel mit technischen Anlagen gearbeitet wird. Ich muss, je nach Bedarf und Veranstaltung, die Bühnen-, Beleuchtungs-, Beschallungs-, Energieversorgungs- und Mediengerätetechnik unter Beachtung der einschlägigen Vorschriften aufbauen und bedienen. Zudem werden auch die künstlerische Wünsche des einzelnen Veranstalters erfüllt. Natürlich muss aufgepasst werden, dass alles sicher montiert und korrekt beleuchtet wird. Als Veranstaltungstechniker müssen wir (als Verantwortliche im Museum) aufpassen, dass alles unter „Dach und Fach“ ist z. B. je nach Größe, Art und Gefährdungs-potenzial (Beispiel: Handlungen mit offenem Feuer auf der Bühne, Pyrotechnik, erhöhter Lautstärke oder Kinder/Laien Darsteller) der Veranstaltung wird eine personelle Besetzung vorgenommen. Diese sind nicht nur ausgelernte Fachkräfte, sondern auch die Auszubildenden des Hauses. So wird einem klar, dass man als Auszubildender auch eine große Rolle beim LWL spielt und auch bereits während der Ausbildung eine große Verantwortung hat. Ich finde es schön, dass man das gesamte Geschehen immer mitbekommt. Sobald alles aufgebaut und jeder versorgt ist, kann die Party beginnen. Was aufbereitet und aufgebaut wurde, muss während der Veranstaltung die gesamte Zeit beobachtet werden. Wir bedienen alle technische Anlagen und achten auf die Beleuchtung, Lautstärke und auf den Ton. Nach der Party wird abgebaut. Auch das ist unsere Aufgabe. Ich bin froh, dass ich in solch einer Atmosphäre arbeiten darf! Ich bin ein LWL-er! Was ist mit Euch?

Nach einigen Eignungstests, der Abgabe von Aufnahmen zu verschiedenen Themen und einem Vorstellungsgespräch konnte ich es kaum fassen, als ich die Zusage für die Ausbildungsstelle zur Fotografin im LWL-Medienzentrum für Westfalen im Briefkasten sah. Schon immer hatte ich den Wunsch diesen kreativen und vor allem abwechslungsreichen Beruf zu erlernen.
In den ersten Tagen im Medienzentrum war ich vor allem beeindruckt von der umfangreichen und vielfältigen Ausstattung in allen Bereichen und war neugierig und gespannt darauf alles kennen zu lernen.

Das Programm für heute: Schwarz-Weiß-Vergrößerung eines historischen Glasnegativs anfertigen. Das bedeutet für mich zunächst einmal Schutzkleidung anziehen. Gummihandschuhe, Laborkittel,… das volle Programm, damit ich auch für alle Fälle sicher geschützt bin. Man weiß ja nie wie sehr die Chemikalien durch das kleine Labor spritzen.. Bei normalem Licht schalte ich den Homrich-Vergrößerer und die Ilford-Papierentwicklungsmaschine ein. Nebenbei auch noch das alte Radio (und ich hoffe, dass diesmal der Empfang gut ist…). Dann geht’s auch schon fast los. Ich tausche Gummihandschuhe gegen weiße Stoffhandschuhe, die lästige Fingerabdrücke auf dem Glas verhindern und nehme vorsichtig das historische Glasnegativ aus der Hülle. Dann lege ich es in die dafür vorgesehene Bühne des Vergrößerers, richte Maßstab und Schärfe manuell ein und mache das normale Raumlicht aus. Rotlicht ist nun erforderlich, da das Fotopapier für Schwarzweißabzüge darauf unempfindlich ist. So muss ich mich wenigstens nicht in kompletter Dunkelheit durch den Raum tasten. Anfangs ist es ungewohnt und sehr dunkel, doch relativ schnell gewöhnen sich die Augen auch an dieses interessante Licht und ich kann mit der Arbeit anfangen. Neben mir ist eine schwarze Aufbewahrungsbox, die komplett lichtdicht ist. Dort wird das Fotopapier aufbewahrt. Ich greife hinein und hole einen Bogen raus, zerschneide ihn in 4 Teile, damit ich Teststreifen habe, um die richtige Belichtungszeit des Papiers festzustellen, ohne direkt einen ganzen Bogen zu verschwenden. Im Hintergrund dudelt das alte Radio, während ich am Objektiv Blende 8 wähle und das Papier unter den Vergrößerer in ein Klemmbrettchen lege. Dann mache ich einen Teststreifen mit jeweils 1,5 Sekunden Abstand. Schnell wird es Routine den großen Einschaltknopf zu drücken. –Zack- eine Lichtportion von 1,5 Sekunden. Und –Zack- wieder eine. Und so weiter. Sieben insgesamt. Der Teststreifen ist nun fertig belichtet und ab damit in die Ilford. Nachdem das Papier in die Maschine gezogen wurde, piept es. Für mich das Zeichen: normales Licht an. 90 Sekunden warten. Gleich darauf kommt das fertig entwickelte und trockene Blatt Papier wieder raus und ich beurteile den Teststreifen. Ich entscheide mich für eine Belichtung von 4 Sekunden und gebe noch einen Licht-Filter von 30 Magenta dazu, damit das Bild knackiger wird. Soweit ganz gut, ich stelle also wieder alles nach. Die Blende bleibt die selbe, die Zeit stelle ich auf 4 Sekunden ein und drehe noch den Filter rein. Alles eingestellt. Normales Licht wieder aus, Rotes ein. Papier wieder in das Klemmbrettchen, alles nachjustieren und los! -Zack- Papier kommt wieder in die Entwicklungsmaschine und nach 90 Sekunden: fertig! Das Ergebnis ist ganz okay, aber irgendwie noch nicht zufriedenstellend. Ich entscheide mich für eine Verlängerung der Belichtungszeit um 0,3 Sekunden. Und siehe da: das Bild ist nett. Ich probiere noch eine andere Varianten aus und dann nach drei weiteren Belichtungen bin ich zufrieden. Also laufe ich aus dem Labor und zeige meinem Ausbilder das Bild. Er ist auch ganz zufrieden, schlägt mir aber noch einen Verbesserungsvorschlag vor. Mit diesem Vorschlag im Hinterkopf laufe ich wieder runter ins Labor und probiere es noch einmal. Das Ergebnis ist perfekt. Das Foto zeigt eine sommerliche Dorflandschaft mit Kirche im friedlichen Westfalen um 1900. Das Motiv scheint wie ausgestorben, da kein Mensch zu sehen ist, was jedoch den Grund hat, dass früher die Aufnahmezeiten viel länger waren als heute. Der Fotograf dieses Motivs hat wahrscheinlich auf einem schweren Holzstativ die Glasplatte eine halbe Stunde lang belichtet und deswegen wurde jeder vorbeilaufende Mensch noch nicht einmal verschwommen dargestellt. Ich mache noch zwei Abzüge des Motivs mit den selben Einstellungen wie zuvor und bin mit dem Laborjob für heute fertig. Fast. Die Maschinen müssen abgestellt, das Papierchaos entsorgt und der Stecker des Radios gezogen werden. Behutsam hole ich dann noch das Glasnegativ aus der Bühne und stecke es wieder zurück in Pergaminhülle. Mein Laborjob ist für heute erfüllt.

Der Begriff „Berufsleben“ beherbergt für viele junge Menschen die Angst davor, nur ein winziges Zahnrädchen in einer gigantischen, monströsen Maschine zu sein, dass sich unweigerlich und ohne Auslebung eigener Individualität mitdrehen muss. Einem System, in dem jeder kurzerhand entfernt wird, wenn sie oder er sich nicht Zahn für Zahn anpasst und somit Konflikte im Uhrwerk verursacht. Der Verlust eigener Freiheiten, die starke Einschränkung eigener Kreativität und unzählige monotone Abläufe sind nicht unberechtigte Ängste eines jeden jungen Erwachsenen, der eher für kreative Arbeiten geschaffen ist und nun vor der Weiche steht, die in verschiedene Richtungen des zukünftigen Berufsweges führt. Auch ich stand vor dieser Abzweigung und obgleich mein Ziel eindeutig damit gesetzt war, dass ich einen Medienberuf und eine damit zusammenhängende Ausbildung anstreben wollte, die mich in meiner Kreativität möglichst geringfügig einschränkt, unterlag ich ebenfalls den oben beschriebenen Ängsten und dem zusätzlichem Gefühl von Unsicherheit. Gerade in dem Areal der Medien wird hart um Ausbildungsplätze bekämpft, und wer es geschafft hat an einen heranzukommen, muss sich in nicht gerade wenigen Fällen mit unglücklichen Umständen zufrieden geben. Gerade kleinere Firmen oder Agenturen nutzen Auszubildende gerne als „billige Arbeitskraft“, woraus meist unbezahlte Überstunden, geringer Lohn, zu hohe Arbeitsanforderungen und letztendlich zu wenig Zeit für Prüfungsvorbereitungen resultieren. Meine Beobachtungen bei diversen Arbeitsproben und Praktikaas, die ich nach dem Abitur gemacht habe, bestätigten leider diese traurige Wahrheit. Während meiner umfangreichen Recherchen auf dem Ausbildungsmarkt bin ich auf die sympathische Stellenausschreibung des LWL gestoßen. Dort wurde eine Ausbildung zum „Mediengestalter – Bild und Ton“ angeboten. Trotz der Befürchtung, dass der Landschaftsverband aufgrund seines Umfangs und damit zusammenhängender Komplexität eben eine dieser oben beschriebenen ungeheuren Maschinen darstellen könnte, habe ich mich mit einer gestalterisch aufgemachten Mappe und zwei Bewerbungsfilmen beworben. Das folgende Procedere war obligatorisch und überraschte mich daher in keinster Weise: Offenbar hatten meine eingereichten Materialien Eindruck hinterlassen und ich wurde zunächst zu einem allgemeinen schriftlichen Einstellungstest eingeladen, worauf einige Wochen später ein spezieller Test für Mediengestalter folgte. Nachdem ich diese beiden Hürden meistern konnte, folgte ein überraschend angenehmes Vorstellungsgespräch mit einer anschließenden Führung durch das technisch auffällig gut ausgestattete Produktionsstudio im Landesmedienzentrum. Nicht unbeeindruckt, aber dennoch pessimistisch in Bezug auf letztendliche Chancen auf den Ausbildungsplatz verließ ich an diesem Tag das WLM. Umso freudiger war die in ein paar Wochen folgende Nachricht über die Zusage. Viele große Organisationen oder Firmen gehen gerade in der Anfangsphase nicht gerade sorgfältig mit ihren Nachwuchskräften um und werfen sie quasi vom ersten Tag an ins kalte Wasser. Löblicherweise hat sich die Abteilung beim LWL, die sich speziell um Auszubildende kümmert, sehr viel Mühe dabei gegeben, uns Neulingen den Einstieg so angenehm wie möglich zu machen. Einführungsveranstaltungen haben uns mit unserem neuem Arbeitgeber vertraut gemacht und diverse gemeinsame Aktivitäten gaben Gelegenheit, sich mit den neuen Kollegen und Kolleginnen des neuen Azubi-Lehrganges vertraut zu machen. Haben mich die angenehmen Einführungsveranstaltungen schon positiv überrascht, so war ich letztendlich sehr erleichtert über die Qualität meines Ausbildungsplatzes. Ich habe nicht lange gebraucht um festzustellen, dass mir ein sehr fähiger Ausbilder zur Seite stand, der mich auch bis heute noch sinnvoll unterstützt und selbst bei hanebüchenen Fragen eisern Rede und Antwort steht. Dass das fünfzehnköpfige Produktionsteam, mit dem ich zusammenarbeite, arbeitstechnisch als auch menschlich miteinander harmoniert, ist in der Berufswelt sicherlich keine Selbstverständlichkeit. Ein weiterer kritischer Punkt bei heutigen Ausbildungen ist oft die Berufschule, aber selbst dort wissen sowohl Lehrkräfte als auch vermittelte Lehrinhalte über weite Strecken zu überzeugen. Sicherlich hervorzuheben sind die mannigfaltigen Tätigkeiten, die das Produktionsteam und somit letztendlich auch die Auszubildenden ausführen. Da primär edukative Filme in kompletter Eigenproduktion beim WLM entstehen, deckt die Palette der Aufgaben nahezu alle Produktionsschritte ab, die nötig sind, um einen dokumentarischen Film auf die Beine zu stellen. Sie beginnt mit der Drehbuchphase, geht über den eigentlichen Dreh des Filmes bis hin zur Postproduktion. Als Nachwuchskraft wird man so mit allen wichtigen Stationen der Produktion konfrontiert. Ob Konzeption, Tonbearbeitung, Schnitt, Abtastung, Screen-Design, Lichtsetzung oder ähnliches: Die Chance in dieser Ausbildung mehr mitzunehmen als an anderen Lehrstellen wahrscheinlich möglich ist, ist tatsächlich relativ hoch. Da direkt eine Etage höher das Fotostudio angesiedelt ist, bestehen zusätzlich durchaus Gelegenheiten nebenbei aus der Fotografie Informationen mit aufzunehmen. Angesichts der eher pessimistischen Einleitung vermag es zu überraschen, dass sich mein Erfahrungsbericht letzten Endes doch sehr positiv liest. Ich fühle mich hier nicht wie das befürchtete kleine Rad in der riesigen Maschine, sondern als wichtiger, nahezu komplett eigenständig agierender Teil eines starken Teams. Eigene Ideen sind willkommen und werden nicht als Sand im Getriebe empfunden. Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass ich unzufrieden mit meiner bisherigen Ausbildung wäre. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall und ich kann somit jedem ambitionierten angehenden Mediengestalter für den Bereich Bild und Ton raten zumindest den Versuch zu wagen, sich auf diese Stelle beim LWL zu bewerben. Und das kann ich nur unterstreichen.

Am 15. August war der große Tag; die Ausbildung beim LWL begann. Alle Auszubildenden unseres Jahrganges trafen sich im Ausschusszimmer, wo man sich schon einmal kennen lernen konnte. Auch die ersten Fragen wurden geklärt, bevor man am nächsten Tag in seine Abteilung kam. Wir sollten uns am folgenden Tag an der Pforte des Landeshauses melden. Dort wurden wir von unserem Ausbilder, Herrn Sundorf, abgeholt. Natürlich waren wir total aufgeregt und gespannt, was uns wohl erwarten würde, denn zwischen Theorie des BIZ und Realität liegen ja manchmal Welten. Nachdem wir uns zusammen die Werkstatt und unser Arbeitsgebiet, das Landeshaus mit seinen einzelnen Blöcken und die Dienststellen auf der Warendorfer Straße angeschaut hatten, wussten wir bereits, dass es die richtige Entscheidung gewesen war und wir sie nicht bereuen würden. Unsere Aufgaben sind sehr umfangreich und beinhalten nicht etwa nur das Wechseln von Leuchtmitteln, sondern auch noch die Reparaturen von elektrischen Maschinen, Neuinstallationen oder Instandsetzung von Anlagen und die Überprüfung von beweglichen Geräten nach der BGV A2. Um aber auch mal die Luft von der Baustelle zu schnuppern, wurden in Zusammenarbeit mit einem Elektrobetrieb Praktika in der freien Wirtschaft eingeführt. Dort sind wir mit den Gesellen der Firma auf der Baustelle und helfen ihnen bei der Rohinstallation oder fahren im Kundendienst mit. Um den manchmal doch etwas schwierigen Stoff der Berufsschule leichter zu verstehen, haben wir die Möglichkeit, den überbetrieblichen Unterricht der Handwerkskammer zu besuchen. Dies ist uns jetzt, ein halbes Jahr vor der Gesellenprüfung, eine große Hilfe. Wir sind sehr glücklich, hier beim LWL eine Ausbildungsstelle bekommen zu haben, weil die Atmosphäre hier sehr schön ist und sich die Ausbildung qualitativ und in ihrer Vielseitigkeit von anderen Lehrstellen abhebt.

Damit Ihr auch wisst, mit wem Ihr es hier zu tun habt, stelle ich mich kurz vor. Mein Name ist Patrick Schad, ich bin 18 Jahre alt, wohnhaft in Waltrop und seit dem 15.08.2005 kann ich mein Hobby in der Ausbildung beim LWL verwirklichen. Schon seit mehreren Jahren beschäftige ich mich am liebsten mit dem Werkstoff Metall und schraube in meinem kleinen bescheidenen Keller Dinge zusammen, die niemand braucht. Nach einem Schulpraktikum bei einer Metallbaufirma beschloss ich endgültig, mich um einen Ausbildungsplatz zu bewerben. Im Februar 2005 entdeckte ich durch Zufall die Ausschreibung für einen entsprechenden Ausbildungsplatz beim LWL und bewarb mich umgehend. Nach erfolgreichem Eignungstest und Vorstellungsgespräch (ich war ganz schön nervös, aber es war alles halb so schlimm, weil Herr Gremm gut drauf war) war die Freude riesig, als man sich für mich entschieden hatte. Am 15.08.2005 lernte ich beim Einführungstag in Münster die anderen Azubis des Jahrgangs kennen. An diesem Tag wurden viele organisatorische Fragen geklärt. Am darauf folgenden Tag durfte ich mich endlich an meinem zukünftigen Ausbildungsplatz beim „Westfälischen Industriemuseum Dortmund, Dienststelle Altes Schiffshebewerk Henrichenburg“ bei meinem Ausbilder Herrn Wilhelm Nehs vorstellen. Nachdem mir von Herrn Nehs der laufende Betrieb gezeigt wurde, war mir erst richtig bewusst, wie umfangreich und interessant die Arbeit dort ist. Nach 2 Wochen Eingewöhnung verbrachten wir Azubis die 3. Ausbildungswoche wieder in Münster und lernten dort sehr viel über Organisation und Aufgaben des LWL kennen. Spaß und Unterhaltung kamen dabei nicht zu kurz. Danach begann meine eigentliche Ausbildung in der Werkstatt. Da wir uns am „Alten Schiffshebewerk“ überwiegend mit der Restauration von Schiffen beschäftigen, war mein erstes Projekt das Austauschen von Dichtungen und die Reparatur des Kupplungsgestänges auf der Hafenbarkasse „Herbert“. Im Verlauf des ersten Ausbildungsjahres wurden mir die Grundkenntnisse im Schweißen, Drehen, Fräsen, Trennen vermittelt. Auch der allgemeine Umgang mit Metall wurde mir gezeigt. Die theoretische Ausbildung wird durchgeführt in der Berufsschule in Datteln. Ich fühle mich sehr wohl in meiner Ausbildung. Ich werde ständig vom Ausbilder und seinen Kollegen unterstützt und es bleiben somit keine Fragen oder Probleme ungeklärt. Durch die Größe und Vielfalt des Betriebes (LWL) hebt sich die Ausbildung qualitativ sicher von anderen Lehrstellen ab. Hier am „Alten Schiffshebewerk“ hatte ich auch schon mehrmals die Möglichkeit, bei verschiedenen Anlässen z.B. Museumsfest, Extraschicht und Historisches Dampftreffen mitzuwirken. Ich habe es bislang nicht bereut, beim LWL eine Ausbildung als Metallbauer begonnen zu haben und würde mich freuen, wenn auch einer der Leser dieses Berichts sich um eine Ausbildungsstelle als Metallbauer bewerben würde, falls eine derartige Stelle angeboten wird.

Nach vielen, teilweise unbeantworteten Bewerbungen in Hagen und Umgebung habe ich von meinen damaligen Klassenlehrer erfahren, dass im Freilichtmuseum in Hagen ein Tischler - Azubi gesucht wird. Da ich diesen Beruf unbedingt erlernen wollte, weil ich den Werkstoff Holz sehr interessant finde, habe ich sofort eine Bewerbung abgeschickt. Zu meiner Freude wurde diese auch schnell mit einer Einladung zu einem Einstellungstest und einem Vorstellungsgespräch beantwortet. Ich habe mich im Internet genauer über den LWL informiert, bevor ich zu dem Termin erschienen bin. Ich war einer von 11 eingeladenen Bewerbern. Wir wurden zusammen in einen Raum gesetzt und bekamen zuerst den Einstellungstest, in dem es um Mathematik, Allgemeinwissen und Kreativität ging. Der Test lief über knapp neunzig Minuten. Nach der Verkündung der Ergebnisse durften mit mir insgesamt vier Leute zu dem Vorstellungsgespräch gehen. Wir wurden einzeln herein gebeten. Es war eine sehr entspannte Stimmung und nach 45 Minuten durfte ich den Raum wieder verlassen. In diesem Moment fing das Bangen an, würde ich die Stelle bekommen ? Ja, ich habe sie, hieß es dann nach drei Tagen in einem Brief vom LWL. Der erste Ausbildungstag begann in Münster im Landeshaus, wo man mit allen Azubis des Jahrganges zusammen traf. Wir bekamen viele Informationen über unsere Ausbildung und konnten uns gegenseitig kennen lernen. Der zweite Tag begann dann an meiner Ausbildungsstelle im Freilichtmuseum. Dort wurde mir die Werkstatt gezeigt und ich wurde Kollegen vorgestellt. Darauf folgte eine Einführungswoche, in der wir mehrere Gruppenprojekte bekamen und sich alle noch besser kennen lernen konnten. In größeren zeitlichen Abständen folgten mehrere Seminare, damit sich alle Azubis auch wieder sehen und noch mal alle zusammen arbeiten. Nach fast zwei Jahren meiner Ausbildung habe ich immer noch Spaß an meiner Arbeit, sie ist sehr abwechslungsreich und die Arbeitskollegen sind immer bemüht, mir bei Problemen zu helfen. Die Arbeit im Museum umfasst sehr viele Bereiche, so dass ich ein breites Lernspektrum erhalte. Von Vitrinenbau, Fensterrestauration, Stellwände herstellen bis zu Zimmermannsarbeiten an Giebeln oder Fassaden der historischen Gebäude ist alles vertreten. Ich kann es nur jedem empfehlen, der Spaß an vielseitigen Holzarbeiten hat, sich beim LWL als Tischler-Azubi zu bewerben.

Eines war für uns beide schon lange klar – wir wollen Bauzeichnerinnen werden – aber wo kann man den Beruf der Bauzeichnerin erlernen und gleichzeitig ein vielschichtiges Aufgabenfeld geboten bekommen? Lange waren wir auf der Suche, bis wir eines Tages die Anzeige vom LWL in der Zeitung entdeckten! Das ist es - Da wollen wir hin! Umgehend haben wir uns beworben und mussten schließlich an mehreren Einstellungstests teilnehmen. Nach erfolgreichem Bestehen wurden wir zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Nach einigen Tagen Bangen kam schließlich die erlösende Nachricht: Wir haben die Stelle! :-) Nach der Einstellungswoche war nun unser erster Arbeitstag im Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) und die erste Aufregung verflog sofort als wir unseren neuen Kolleginnen und Kollegen vorgestellt wurden, die allesamt super nett sind und uns sofort ins Team aufgenommen haben. In den ersten Wochen mussten wir, wie die Bauzeichner vor Einführung des CAD-Programms, mit Tusche auf Transparentpapier zeichnen. Hierzu zählten verschiedene Zeichenübungen und kleinere Projekte, wie das Planen des bevorstehenden Umzugs des BLB. Hierfür mussten beispielsweise Grundrisse mit Möblierung in 2D bzw. 3D gezeichnet werden. Später bekamen wir unseren eigenen PC und durften mit kleinen Schritten das CAD-Programm (AutoCAD2005) erkunden. Kurz darauf erhielten wir eine CAD-Schulung und konnten mit der erlernten Kenntnis schon an mehreren Projekten mitwirken. Mit der Zeit lernten wir Bestandspläne zu digitalisieren, Brandschutzpläne zu zeichnen, Ansichten, Schnitte und Details zu entwerfen und unter Anleitung der Architekten vorhandene Pläne zu bearbeiten. Zudem bauen wir einige Modelle, die bei Projektbesprechungen sehr hilfreich sind. Bei den Projekten handelt es sich um Gebäude wie Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten und Museen. Natürlich gehören zu den Aufgaben der Bauzeichner auch Arbeiten wie z.B. Pläne kopieren, schneiden und falten. Oft werden wir auch zu Baustellen mitgenommen, wo wir Fotos machen, kleinere Aufmaße mit dem Laser oder dem Zollstock nehmen oder an Baubesprechungen teilnehmen. Neben der betrieblichen Ausbildung gehen wir 1 bis 2 mal wöchentlich zur Wilhelm-Emmanuel-von Ketteler Berufsschule, wo wir die theoretischen Grundlagen vermittelt bekommen. Außerdem gehört zu der Ausbildung ein mehrwöchiges überbetriebliches Praktikum welches wir im Lehrbauhof Münster absolvierten. Dort bekamen wir Einblicke in die Berufe des Maurers, Betonbauers, Straßenbauers, Kanalbauers und des Stuckateurs. Wir mussten eigenhändig Wände, Schächte und Säulen mauern, Schalungen für Fundamente und Balken zimmern, Gipskartonwände erstellen und verspachteln, Betonwände verputzen und Pflasterflächen legen. Nach diesen anstrengenden Wochen waren wir froh wieder im Büro zu sein. Letztendlich bleibt uns nur zu sagen, dass wir die Ausbildung zur/zum Bauzeichner/in beim LWL nur empfehlen können – denn hier lautet das Motto: Fördern durch fordern!
