Ausbildung nach dem "Coesfelder Modell"

Diese Ausbildung endet mit den zwei bundesweit anerkannten Berufsabschlüssen - Bürokauffrau/Bürokaufmann und Verwaltungsfachangestellte/Verwaltungsfachangestellter.


Patrick Hartmann

Hallo zusammen,

vor ziemlich genau einem Jahr habe ich meine Ausbildung beim LWL begonnen.

Die Entscheidung, dass ich eine Ausbildung beginnen wollte, fiel bei mir recht schnell. Als dann letztendlich die Zeit des Bewerbens gekommen war, habe ich mich sofort auf eine Ausbildung im Verwaltungsbereich festgelegt.

Vielleicht stellen sich jetzt einige von euch die Frage, warum fängt man als junger Mensch eine Ausbildung im öffentlichen Dienst an, welcher leider im Allgemeinen mit sehr vielen zumeist negativen Vorurteilen belastet ist.

Ich muss dazu sagen, dass ich Rollstuhlfahrer bin und meine Mutter selbst im öffentlichen Dienst beschäftigt ist. Diese Tatsache erleichterte mir im Zusammenspiel mit den im Schülerpraktikum gesammelten Erfahrungen meine Entscheidung für den öffentlichen Dienst ungemein.

Zu den von mir eingangs angesprochen zumeist negativen Vorurteilen gegenüber dem öffentlichen Dienst kann ich nur sagen, man sollte nicht immer alles glauben, was so in unserer Gesellschaft an Meinungen vorherrscht. Denn das Image einer trockenen Verwaltung haben wir beim LWL schon lange abgelegt.

Nachdem ich meine Bewerbung beim LWL eingereicht hatte, bekam ich auch relativ schnell eine für mich sehr erfreuliche Nachricht. Ich habe die erste „Hürde“ im Bewerbungsverfahren überstanden, ich wurde zum Eignungstest eingeladen. Es liegt in der Natur der Sache, dass man nervös wird, wenn man an solch einem Test teilnehmen soll.

Es schießen einem tausende von Fragen durch den Kopf. Fragen, die mir durch den Kopf gegangen sind, waren zum Beispiel:

  • Werde ich den Testtermin wahrnehmen können?
  • Kann ich alle Aufgabengebiete, die von mir verlangt werden, bearbeiten?
  • Komme ich mit der Zeit aus?
  • Werde ich den Test mit einem guten Ergebnis absolvieren?

Aber was diese ganzen Befürchtungen und Ängste angeht, kann ich nur Entwarnung geben, denn schließlich wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

Der Test ist schwer, aber mit der richtigen Vorbereitung ist er ohne Probleme zu schaffen.

Die nächste „Hürde“, die ich zu nehmen hatte, war das Vorstellungsgespräch.

Auch bei dem Gedanken an solch einen Termin gehen einem viele Fragen durch den Kopf, aber auch hier kann ich aus meiner Erfahrung heraus nur Entwarnung geben. Ein Vorstellungsgespräch ist keine Hexerei. Denn auch dieser Termin ist mit einer guten Vorbereitung ohne Probleme zu meistern, also seid ihr selbst und verbiegt euch nicht, auch wenn die in der Einladung angegebene Dauer von 3 Stunden zunächst abschreckend und beängstigend wirkt. Als ich dann am Abend von dem Vorstellungsgespräch beim LWL berichtete, hatte ich ein gutes Gefühl.
Relativ schnell bekam ich einen dicken Umschlag vom LWL zugesandt. Zunächst dachte ich, dass sich darin meine Bewerbungsunterlagen befinden und ich eine Absage erhalten würde. Doch dann kam die für mich sehr erfreuliche und überraschende Nachricht zum Vorschein, ich bekam einen Ausbildungsplatz beim LWL angeboten. Für mich war sofort klar, dass ich diese Stelle antreten werde.

Nachdem ich dann alle Unterlagen einreichte, bekam ich auch meinen Berufsausbildungsvertrag zugesendet. In diesem Moment kam bei mir ein sehr schwer zu beschreibendes Gefühl auf, welches mir sagte: „Jetzt hast du es geschafft! Du bist als Rollstuhlfahrer auf dem ersten Arbeitsmarkt angenommen worden.“

Im Mai des vergangenen Jahres habe ich dann beim so genannten „Blind-Date“ zum ersten Mal meine neuen Kolleginnen und Kollegen in gemütlicher Runde kennengelernt. Von da an vergingen die Wochen und Monate bis zu meinem ersten Arbeitstag wie im Flug.

Dann war es endlich soweit, der 15.08.2013, mein erster Arbeitstag, stand vor der Tür. Die anfängliche Nervosität legte sich relativ schnell und wurde in Spaß und Freude umgewandelt. Nachdem wir das Einführungsseminar im Jugendgästehaus am Aasee abgeschlossen hatten, ging es mit der Einführungswoche in den Räumen des LWL weiter. Diese Einführungswoche verfolgt den Zweck, dass wir uns gegenseitig und den LWL als unseren neuen Arbeitgeber besser kennenlernen.

Nach Abschluss der Einführungswoche wurden wir in den verschieden Abteilungen des LWL eingesetzt.

Zurzeit absolviere ich meinen ersten Praxisabschnitt in der Haupt- und Personalabteilung. Die Arbeit hier ist sehr abwechslungsreich. Zu meinen Aufgaben gehört u.a.

  • das Erfassen und Bearbeiten von Bewerbungen
  • das Vorbereiten von Vorstellungsgesprächen
  • Personalsachbearbeitung.

Ich kann jedem von euch nur empfehlen, macht eine Ausbildung und vor allem bewerbt euch beim LWL.
 
Ich hoffe, dass ich euer Interesse an einer Ausbildung beim LWL geweckt habe.

Patrick Hartmann
(Auszubildender nach dem „Coesfelder Modell“, Einstellungsjahrgang 2013)

 


Lydia Klexin und Chantal Rothe

Am 15.08.2012 haben wir unsere Ausbildung nach dem Coesfelder Modell beim LWL angefangen.

Was das ist? Ja, das wussten wir am Anfang auch nicht so genau... Die Ausbildung nach dem Coesfelder Modell ist eine Doppelausbildung zur Bürokauffrau und zur Verwaltungsfachangestellten. Man hat also am Ende seiner Ausbildung zwei anerkannte Berufsausbildungen in der Tasche.

Aber bevor wir jetzt schon vom Ende der Ausbildung reden, fangen wir erst mal ganz am Anfang an:

Am ersten Tag unserer Ausbildung mussten wir noch nicht wirklich arbeiten. Beim LWL gibt es nämlich eine sogenannte Einführungswoche, in der man alle anderen Auszubildenden und den LWL kennenlernt. Wir haben z.B. das Planetarium in Münster besucht, sind klettern gegangen und hatten ein Seminar im Jugendgästehaus am Aasee mit Übernachtung. Hierbei konnte man wirklich alle Mitazubis richtig gut kennenlernen und wir sind direkt zu einem Team zusammengewachsen.

Im Anschluss an die Einführungswoche begann dann unser erster Praxisabschnitt, den wir in der Personalentwicklung im Team Ausbildung machen durften.

Hier saßen wir nun auf der anderen Seite des Geschehens. Es waren nämlich nicht mehr wir, die sich bewerben, sondern unsere Nachfolger, deren Bewerbungen wir bearbeiten durften. Wir haben Einladungen zu den Einstellungstests verschickt und waren sogar bei den Vorstellungsgesprächen für die neuen Auszubildenden mit dabei.

Neben unserer Praxiszeit hatten wir zudem ein Mal in der Woche Unterricht am Studieninstitut Westfalen-Lippe in Münster. Hier werden uns die Kenntnisse vermittelt, die wir für den Beruf der Verwaltungsfachangestellten benötigen. Dort muss man viel mit Gesetzen umgehen, was manchmal zunächst kompliziert aber auch wirklich spannend sein kann.

Ab April 2013 besuchten wir dann in Coesfeld die Berufsschule, wo wir im Beruf der Bürokauffrau theoretisch ausgebildet werden. Dann waren wir erst mal für den Rest des Jahres bis Dezember wieder Schüler.

Im Anschluss an den Berufsschulblock kamen wir dann in eine neue Abteilung des LWL.

Man kann also sehen, dass die Ausbildung nach dem Coesfelder Modell sehr vielseitig ist und dass nie Langeweile aufkommt, da man mehrere Abteilungen kennenlernt und zwei unterschiedliche Schulen besucht.

Wir können nur jedem empfehlen sich beim LWL zu bewerben, da wir uns hier wirklich wohl fühlen und die Arbeit sehr viel Spaß macht.

Man kann auch mal ein Späßchen mit den Kollegen machen und erfährt viel Unterstützung vom Team Ausbildung.

Also bewerbt euch!!!

Lydia Klexin und Chantal Rothe