Ausbildung nach dem "Coesfelder Modell"

Diese Ausbildung endet mit den zwei bundesweit anerkannten Berufsabschlüssen - Bürokauffrau/Bürokaufmann und Verwaltungsfachangestellte/Verwaltungsfachangestellter.


Jens Steskamp Jens Stetskamp

Jens Stetskamp

Bereits während meiner Schulzeit war mir klar, dass ich nach meinem Abschluss eine Berufsausbildung beginnen und nicht erst studieren möchte. Durch diverse Schulpraktika bin ich auf den kaufmännischen Bereich aufmerksam geworden und habe mich bei der Berufsberatung informiert, welche kaufmännischen Berufe am besten zu mir passen und welche Arbeitgeber erfahrungsgemäß auch bereit dazu sind behinderten Jugendlichen eine Chance auf eine Berufsausbildung zu geben, weil ich seit meiner Geburt aufgrund einer Muskelbehinderung im Rollstuhl sitze.

Einer der mir genannten Institutionen war der LWL. So, der erste Schritt war getan, ich wusste in welche Richtung ich mich bewerben möchte. Also ging es los mit den Bewerbungsschreiben. Eine Bewerbung folgte der anderen und irgendwann war ich bei der Bewerbung für den LWL angekommen. Nach ca. ein bis zwei Wochen habe ich dann eine Einladung zu einem Einstellungstest bekommen. Da dies nicht mein erster Einstellungstest war bin ich relativ gelassen zu dem Termin gegangen. Ich hatte auch ein gutes Gefühl nachdem ich den Test absolviert hatte und mein Gefühl hat mich auch nicht getäuscht. Einige Zeit später kam dann wieder ein Brief. Diesmal allerdings mit einer Einladung zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch, worüber ich mich natürlich sehr gefreut habe. Als das Vorstellungsgespräch vorbei war, war für mich klar – hier willst du deine Ausbildung absolvieren! Es hat einfach alles gepasst und ich habe mich von Anfang an wohl gefühlt.

Am 16.08.2010 hat meine Ausbildung angefangen und ich bin heute genau vier Monate hier. Bisher durfte ich zwei Ausbildungsabschnitte kennenlernen, in denen ich sehr viel Neues dazugelernt habe und auch immer noch lerne. Die Ausbildung macht mir wirklich sehr viel Spaß, sowohl die Arbeit als auch die Schule und unsere Azubitage. Ich kann nur jedem empfehlen sich beim LWL zu bewerben. Auch ganz besonders als schwerbehinderter Jugendlicher ist man hier wirklich gut aufgehoben, weil sich um alle möglichen Probleme sofort und zu jeder Zeit gekümmert wird!

Das schönste daran ist, dass man so akzeptiert wird wie man ist und dass ausnahmslos von jedem.


Meltem Sahin Meltem Sahin

Meltem Sahin

Vor genau 4 Monaten habe ich mit meiner Ausbildung nach dem Coesfelder Modell beim LWL angefangen.

Am Anfang, als ich mich beworben hatte, war mir erst gar nicht klar, was das "Coesfelder Modell" ist.

Im September 2009 bewarb ich mich  für die angebotene Stelle beim LWL. Ein Paar Wochen später kam dann der erste Brief. Ich wurde zum Einstellungstest eingeladen. Natürlich wusste ich nicht, was da auf mich zukommen wird, denn noch nie hatte ich an einem Einstellungstest teilgenommen.

Dieser fand am Studieninstitut in Münster statt. Ich war nervös und dachte, dass ich es nicht schaffen werde. Nach etwas längerer Zeit kam dann erneut Post: Ich hatte den Test bestanden und wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.

Dann der "große" Tag: Das Vorstellungsgespräch.

Dies erfolgte entspannter, als ich gedacht hätte. Zuerst fand ein Einzelgespräch statt, danach ein Gruppengespräch. Nachdem alles vorbei war, hatte ich dann doch ein gutes Gefühl.

Kurze Zeit später bekam ich auch schon wieder Post. Leider wurde meine Bewerbung zunächst auf die Reserveliste gesetzt. Das bedeutet, dass wenn jemand abspringen sollte, man evtl. diejenige bzw. derjenige sein könnte, der als nächste eine Zusage bekommt.

Zwei Wochen später meldete sich die LWL-Personalabteilung, dass ich einen Ausbildungsplatz beim LWL erhalten werde.

Der Einstellungstermin war dann der 16. August 2010 und die Ausbildung begann mit einer netten Einführungswoche.

Aber mehr will ich euch gar nicht verraten, denn ich kann euch nur raten euch beim LWL zu bewerben und verspreche euch, dass ihr hier eine vielseitige Ausbildung erleben werdet, da ihr auch während der Ausbildung verschiedene Abteilungen durchlaufen werdet und ein sechsmonatiges Praktikum in der freien Wirtschaft absolvieren müsst. Dies ist Bestandteil der Ausbildung.

Also lasst euch nicht viel Zeit und bewerbt euch, den der LWL wird euch alle gut fördern;)

Meltem Sahin


Kristina Gispert Kristina Gispert

Kristina Gispert

Ausbildung???

Nach der 10. Klasse kam es für mich noch nicht in Frage eine Ausbildung anzufangen, da ich mir überhaupt noch nicht sicher war was ich überhaupt machen möchte. Daraufhin ging ich erst einmal noch 2 Jahre weiter zur Schule und absolvierte mein Fachabitur in Wirtschaft und Verwaltung. Danach war ich mir aber immer noch nicht im Klaren, ob das wirklich das ist was ich machen möchte.

Um dies herauszufinden musste ein Praktikum her. Ich wollte Einblicke in den Arbeitsalltag bekommen um sicher zu gehen, dass es das Richtige für mich ist. So bewarb ich mich schließlich um Praktikumplätze zur Erlangung der vollen Fachhochschulreife - unter anderem auch beim LWL.

Daraufhin folgten mehrere Bewerbungsgespräche und auch das Auswahlverfahren beim LWL. Schließlich bekam ich dann auch eine Zusage und die Chance mein Praktikum beim LWL zu absolvieren, wo ich dann auch nicht mehr lange zögern musste.

Das Praktikum absolvierte ich in der LWL-Haupt- und Personalabteilung (Allgemeine Verwaltung). Dort gefiel es mir von Anfang an richtig gut. Das Arbeitsklima war total gut und die Kollegen waren auch sehr nett.

Von einer Kollegin, die Ihre Ausbildung „Coesfelder Modell“ bereits abgeschlossen hatte, habe ich erfahren, dass der LWL so eine duale Ausbildung anbietet. Sie hat mir auch schon einen groben Überblick über den Ablauf und die Ausbildung gegeben.
 
Ich fand es sehr interessant, informierte mich dann auf der Internetseite des LWL und bewarb mich daraufhin schließlich auch für eine Ausbildungsstelle beim LWL. Ich durchlief das ganze Auswahlverfahren: Bewerbung, Eignungstest und Vorstellungsgespräch und ab dann lag es nicht mehr in meiner Hand!

Ich hoffte natürlich auf eine Zusage.  Die ich dann auch glücklicherweise bekam. Ich habe mich total gefreut, denn ich wollte unbedingt beim LWL bleiben. Am 16.08.2010 war dann auch der offizielle erste Arbeitstag. Wir gingen aber nicht sofort an die Arbeit, sondern hatten in der ersten Woche eine sogenannte Einführungswoche, in der wir den LWL und uns Auszubildenden untereinander näher kennen lernen konnten.

Wir hörten uns Vorträge an, haben das LWL- Archivamt und Naturkundemuseum einschließlich des Planetariums besucht und waren zusammen im High Hill Klettergarten, wo unsere Teamfähigkeit gestärkt werden sollte, da die Übungen nicht alleine zu bewältigen waren. Außerdem hatten wir ein Seminar im Jugendgästehaus Aasee mit Übernachtung.
Auch haben wir in der ersten Woche gesagt bekommen in welcher Abteilung unser erster Praxisabschnitt stattfinden sollte.

Mein erster Praxisabschnitt sollte in der LWL-Haupt- und Personalabteilung im Bereich Personalentwicklung (Ausbildung) stattfinden. Dann kam der Tag als wir zum ersten Mal in unsere Abteilungen gingen. Ich war sehr aufgeregt an diesem Tag und habe gehofft, dass die Kollegen und Kolleginnen mich gut aufnehmen werden.

Gut fand ich, dass ich an dem Tag nicht alleine war, sondern wir zu zweit in die Abteilung kamen. Wir wurden von allen recht herzlich und freundlich aufgenommen und dann wurde uns unser Arbeitsplatz für die nächsten 8 Monate gezeigt. Ich habe von Anfang an meinen eigenen Arbeitsplatz mit allem drum und dran bekommen, was ich echt klasse fand.
Jetzt bin ich schon seit ungefähr 4 Monaten in dieser Abteilung und finde es hier echt super. Die Arbeit hier macht mir sehr viel Spaß und das Team ist auch sehr nett. Wir sind gerade mitten im Bewerbungsverfahren und ich bekomme das Ganze mal von der anderen Seite mit. Vom Eingang der Bewerbungen über die Eignungstest bis hin zu den Vorstellungsgesprächen, an denen ich auch teilnehmen darf. Es ist wirklich interessant mal auf der andern Seite zu sitzen und das aus der anderen Sicht mitzubekommen.

Auch bei Problemen und Fragen hat man immer einen Ansprechpartner.
In der Zeit der Praxisphasen geht man einmal pro Woche zum Studieninstitut in Münster, wo die Lerninhalte überwiegend von verwaltungsrelevanten Fächern, wie z. B. Sozialhilferecht, Allgemeines Verwaltungsrecht, Personalrecht und Staatsrecht geprägt sind. An den Unterricht dort muss man sich aber erst einmal gewöhnen, denn er ist ganz anders als in Schulzeiten. Man muss überwiegend zuhören und sich Notizen machen und löst keine Aufgaben, wie in der Schule.

Jetzt bleiben wir erst einmal noch bis Ende April in unseren Abteilungen und dann fängt der erste Berufsschulblock in Coesfeld an. Dort hat man Fächer wie Rechnungswesen, Betriebswirtschaftslehre und Bürowirtschaft und die „normalen“ Fächer wie Deutsch, Politik und Sport.

Alles in allem bin ich aber sehr froh und glücklich, dass ich die Chance bekommen habe meine Ausbildung beim LWL zu machen und kann nur jedem empfehlen sich beim LWL zu bewerben.


Kristina Gispert
 


Lena Plogmeier Lena Plogmeier

Lena Plogmeier

Schon während meiner Realschulzeit und der Zeit des Schulpraktikums bei der Stadtverwaltung Lengerich war mir klar, dass ich kein Abitur mehr machen wollte. Durch die Einblicke, die ich in meinem Praktikum erhalten habe, wusste ich, dass ich einen kaufmännischen Ausbildungsberuf ergreifen wollte. Dafür ist das Abitur keine Grundvoraussetzung. Also bewarb ich mich beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe um einen Ausbildungsplatz zur Bürokauffrau mit zusätzlicher Qualifikation zur Verwaltungsfachangestellten (Coesfelder Modell). Nachdem ich den Eignungstest und das Vorstellungsgespräch erfolgreich absolviert hatte, bekam ich die Nachricht, dass ich einen Ausbildungsplatz beim LWL bekommen würde. Meine Freude war daraufhin sehr groß.

Am 01. August 2009 war es dann soweit. Meine Ausbildung beim LWL begann. Wir starteten mit einer Einführungswoche. In dieser Woche hatten wir Auszubildenden die Chance, uns näher kennen zu lernen. Nicht nur die Auszubildenden des Coesfelder Modelles, sondern das gesamte Einstellungsjahr. Unter der Einführungswoche ist nicht etwa ein langweiliges Programm zu verstehen, von dem man hofft, dass es schnell vorbei geht. Ganz im Gegenteil! Unser Jahrgang war zum Beispiel auch Klettern. Es herrschte eine lockere Atmosphäre, bei der jeder Spaß hatte.

Nach der Einführungswoche in Münster begann nun endlich die Ausbildung. Meinen ersten Ausbildungsabschnitt durfte ich bei der Nachrichtentechnik des LWL-Bau- und Liegenschaftsbetriebes verbringen. Ich habe mir vorher sehr viele Gedanken darüber gemacht, wie der Einstieg in das Berufsleben wohl sein wird. Ich bin also mit gemischten Gefühlen in meinen ersten Arbeitstag gestartet. Aber kaum war ich in der Nachrichtentechnik angelangt, habe ich direkt gewusst, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Die Kollegen dort waren sehr nett und hilfsbereit . Man hat sich sofort wohl gefühlt und auch die Arbeit dort war interessant und abwechslungsreich. Auch ein kleiner Spaß durfte zwischendurch mal sein.

Die Ausbildung nach dem Coesfelder Modell ist alles andere als langweilig oder einseitig. Da ich sehr viel Spaß an meiner Arbeit hatte, verflog die Zeit und schon saß ich in der Schule in Coesfeld und bin im Moment quasi wieder Schüler. Aber auch diese Zeit geht schnell vorüber und der Blockunterricht ist im Dezember vorerst auch schon wieder vorbei.

Nach der Zeit in Coesfeld werde ich meinen nächsten Ausbildungsabschnitt in der Abteilung 60, der LWL-Behindertenhilfe absolvieren. Ich freue mich schon sehr darauf, denn ich bin gespannt, welche Aufgabenbereiche ich dort kennen lernen werde.

Mittlerweile bin ich also schon im 2. Ausbildungsjahr beim LWL und mit 18 Jahren eine der Jüngsten aus unserem Einstellungsjahr, aber ich kann nur sagen:

Natürlich ist die Ausbildung nach dem Coesfelder Modell anspruchsvoll, aber auch ohne das Wirtschaftsabitur oder das normale Abitur ist diese zu schaffen, wenn man etwas dafür tut.

Ich bin sehr froh, dass ich eine Ausbildung nach dem Coesfelder Modell beim LWL absolvieren darf. Nicht nur, dass mir die Arbeit sehr viel Spaß macht, sondern auch weil der LWL sich sehr um seine Auszubildenden bemüht und ihnen sehr viel bietet, zum Beispiel Seminare verschiedenster Art.

Lena Plogmeier