Ausbildung als Fachangestellte/Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste - Fachrichtung Archiv



Stefan Thodt-Werner

Wie könnte man besser Infos über einen Beruf erlangen, als von jemanden, der ihn selbst gelernt hat?

So kam es durch ein paar glückliche Umstände dazu, dass ich während eines Praktikums in einem Archiv von einem „Fachangestellten für Medien – und Informationsdienste“ betreut wurde. Zunächst noch etwas gewöhnungsbedürftig, wurde mir schnell klar, dass dieses lange Wort abgekürzt „FaMI“ heißt und mir mit der Zeit immer familiärer wurde.
 
Interesse an historischen Ereignissen und Zusammenhängen hatte ich schon immer.
Da ich aber auch Spaß daran gefunden hatte, interessierte Nutzer mit Infos und Archivalien zu versorgen, wurde mein Wunsch eine Ausbildung zum FaMI zu machen mit der Zeit immer größer.

Auch die Faszination an der Arbeit mit Unikaten, die ja einen Großteil der Unterlagen in einem Archiv ausmachen, hatte mich nicht losgelassen – mein Berufswunsch stand also fest.
 
Bevor es dann im  August 2016 mit der Ausbildung im LWL-Archivamt für Westfalen losging, mussten aber noch einige Hürden überwunden werden:

Ungefähr ein Jahr vor Beginn habe ich die Bewerbung abgeschickt. Kurze Zeit später wurde ich zum Einstellungstest eingeladen und daraufhin sogar zum Vorstellungsgespräch. Als das dann auch noch erfolgreich verlief konnte ich meine Freude kaum zurückhalten.

Die Ausbildung hat zunächst mit einer allgemeinen Einführungswoche für alle LWL-Auszubildenden begonnen. Auf dem Programm standen eine Menge Aktivitäten und Seminare durch die wir uns aber auch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe als unseren neuen Arbeitgeber näher kennenlernen konnten.

In der Zwischenzeit ist ein gutes halbes Jahr vergangen. Mein Mitazubi und ich wurden im LWL-Archivamt von allen Mitarbeitern herzlich empfangen und es fühlt sich sogar jetzt schon so an, als ob man immer schon zum Team dazu gehört hat.

Die Ausbildung ist mitunter so vielfältig, weil ich mehrere  Aufgaben parallel bearbeite. Neben dem Erschließen von alten archivwürdigen Unterlagen, der Arbeit im Lesesaal und im Magazin, kommt es auch öfter mal vor, dass einer der Azubis einen Archivar auf Dienstreise begleiten kann, so zum Beispiel zu einem privaten Adelsarchiv.

Die Berufsschule findet zweimal wöchentlich statt. Das macht die Ausbildung noch etwas bunter. Die nächste für uns zuständige Berufsschule ist das Karl-Schiller-Berufskolleg in Dortmund. Das hört sich zunächst vielleicht ein bisschen weit weg an, ist es aber nicht, weil der Zug von Münster nach Dortmund nur eine halbe Stunde braucht.

Ich bin gespannt darauf, die Archivlandschaft weiter kennenzulernen und hoffe, dass die kommenden zweieinhalb Jahre genauso bunt und interessant werden.


Philip Mendisch

Schon während meiner aktiven Schulzeit hatte ich Interesse an dem Berufsfeld Medien entwickelt und mich für die Laufbahn als FAMI (Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste) interessiert. Einige Jahre später nahm ich jedoch erst einmal ein Studium im Bereich Bibliothekswissenschaften auf, da ich anfangs eher in diesem Bereich meine berufliche Zukunft gesehen habe.

Während der ersten 3 Semester belegte ich jedoch schon einige Kurse aus dem Bereich Archiv, wodurch ich mich letztendlich dazu entschieden habe, das Studium zu beenden und eine Ausbildung zum FAMI- Fachrichtung Archiv zu beginnen.

Nach Absenden einiger Bewerbungen wurde ich vom LWL (Landschaftsverband Westfalen- Lippe) zu einem Einstellungstest und danach zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Schon bei der Vorbereitung auf dieses Gespräch konnte ich einen positiven Eindruck vom LWL als Arbeitgeber gewinnen, sodass ich nach dem Umzug von Leipzig nach Münster meine Ausbildung im Archivamt begonnen habe.

Die Ausbildung beim LWL beginnt mit einer Einführungswoche, die dabei hilft den LWL als Arbeitgeber und die anderen neuen Auszubildenden besser kennen zu lernen. Dadurch hat man bereits einen guten Einstieg und erhält erste allgemeine Informationen zur Arbeit beim LWL.

Während der ersten 6 Monate der Ausbildung konnte ich im LWL-Archivamt bereits viele verschiedene Tätigkeiten ausüben und einen guten Einblick in die Arbeit gewinnen. Neben der Arbeit im Magazindienst und dem Verzeichnen von verschiedenen Akten sind besonders die Dienstreisen zu vom Archivamt betreute Archive und der Umgang mit Nutzern im Lesesaal immer wieder interessante Aufgaben. Durch Paläographieübungen kann ich mein Textverständnis von Handschriften verschiedener vergangener Jahrhunderte verbessern und somit spezifische Kenntnisse dieses Berufes erlangen.

Die Arbeit mit den freundlichen Kollegen und Vorgesetzten erleichtert den Einstieg in die Ausbildung und hat mir sehr geholfen mich schnell an mein neues Arbeitsumfeld zu gewöhnen.

Bis jetzt bin ich der Meinung, dass ich mit dem Umzug nach Münster und der Ausbildung beim LWL den richtigen Schritt getan habe und ich freue mich auf die kommenden 2,5 Jahre die noch vor mir liegen.


Tim Odendahl

Mein Weg zum LWL:

Knapp ein Jahr vor dem Ausbildungsbeginn:

Ich bewerbe mich für eine Ausbildung mit einer Bezeichnung, für die man wohl einen Abend lernen muss, um sie fehlerlos aufsagen zu können: Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste – Fachrichtung Archiv (kurz: FAMI). Ein noch recht neuer Beruf, der erst Ende der 90er-Jahre eingeführt wurde und fast niemandem etwas sagt. Dementsprechend bin ich sehr neugierig, als ich meine Bewerbung in den Postkasten werfe. Als geschichtlich sehr interessierter Mensch fühlte ich mich von der Ausschreibung direkt angesprochen. Auch danach recherchierte ich weiter, um mehr über meinen potentiellen späteren Beruf zu erfahren. Es hat mich gepackt.

Ein dreiviertel Jahr vor Beginn der Ausbildung:

Ich wurde zum Einstellungstest eingeladen und habe anschließend sogar eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten. Die Spannung steigt.

Ein halbes Jahr vor Beginn der Ausbildung:

Das Vorstellungsgespräch war erfolgreich. Vorher und währenddessen lerne ich viel über den Landschaftsverband Westfalen-Lippe und seine Leistungen. Ich merke: Das ist ein Arbeitgeber, der sich um seine Azubis kümmert. Im nächsten halben Jahr gibt es dann noch ein sogenanntes Blind-Date, an dem sich alle Azubis des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (kurz: LWL) kennenlernen können. Fordern und Fördern ist das Motto des Programms. Klingt gut.

Ausbildungsbeginn:

Die Ausbildung startet mit einem Seminar und einer Kennenlernwoche. So lernen nicht nur wir Azubis uns untereinander, sondern auch unseren neuen Arbeitgeber besser kennen. Nebenbei kommt der Spaß nicht zu kurz. Beim Klettern im Hochseilgarten lernen wir uns gegenseitig zu Vertrauen und bald schon ist der neue Arbeitsplatz gar nicht mehr so einsam.

Sechs Monate nach Ausbildungsbeginn:

Im LWL-Archivamt für Westfalen fühle ich mich sehr wohl. Ich habe gemerkt: Das ist der Beruf, den ich auch in Zukunft ausüben möchte! In dieser kurzen Zeit, die gerade einmal 1/6 der Ausbildungszeit darstellt, habe ich schon viel erlebt: Recherchen für Benutzerinnen und Benutzer oder Institutionen, Dienstreisen in vom Archivamt betreute Archive und der intensive Kontakt mit Benutzern im Lesesaal. Auf die nächsten Monate und Jahre blicke ich gespannt.


Nabil Rezgui

Als meine Schullaufbahn sich dem Ende zuneigte, wusste ich noch nicht so recht, wohin mein beruflicher Weg mich mal führen soll. Mir war klar, dass ich eine Berufsausbildung anfangen möchte statt weiter zur Schule zu gehen, jedoch war ich mir nicht so sicher ob ich auch einen Beruf finden kann, der sich mit meinen Interessen überschneidet.

Durch Zufall stieß ich dann auf den Beruf des Fachangestellten für Medien und Informationsdienste, zunächst in der Fachrichtung Bibliothek, doch, nachdem ich mich über den Beruf allgemein informiert hatte, wusste ich, dass ich in der Fachrichtung des Archives arbeiten will.

Bei der Berufsberatung hat man mir dann unter anderem den LWL als mögliches Bewerbungsziel vorgeschlagen. Und nach Einstellungstest und Vorstellungsgespräch kam dann auch irgendwann eine Zusage.

Daraufhin bin ich von unserer wunderschönen Nordseeküste nach Münster gezogen und bereue es bis jetzt auch nicht.

Nun arbeite ich schon seit ca. 6 Monaten hier und es gefällt mir immer noch sehr gut, denn der Beruf ist in der Praxis noch viel interessanter und abwechslungsreicher als es die Beschreibungen vermuten lassen. Mal recherchiert man spannende Geschichten der Region, mal überträgt man erschlossene Informationen in die Datenbank und andere Male macht man Akten und Urkunden für die Ewigkeit haltbar. Doch dann gibt es auch ganz andere Aspekte wie z.B. den Umgang mit Benutzern, die Einsicht in Archivalien benötigen. Am meisten Spaß machen mir die Fahrten in Außenstandorte bei denen wir Archivalien erschließen, zusammen mit den Archivaren bewerten und sortieren.

Ein anderer wichtiger Punkt sind natürlich die freundlichen Mitarbeiter hier im LWL-Archivamt durch die einem die Ausbildung noch leichter fällt.

Ich freue mich jetzt schon auf die restliche Zeit meiner Ausbildung und die neuen Aufgaben die in den nächsten 2,5 Jahren noch auf mich warten.