Ausbildung als Fachangestellte/Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste - Fachrichtung Archiv



Tim Odendahl

Mein Weg zum LWL:

Knapp ein Jahr vor dem Ausbildungsbeginn:

Ich bewerbe mich für eine Ausbildung mit einer Bezeichnung, für die man wohl einen Abend lernen muss, um sie fehlerlos aufsagen zu können: Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste – Fachrichtung Archiv (kurz: FAMI). Ein noch recht neuer Beruf, der erst Ende der 90er-Jahre eingeführt wurde und fast niemandem etwas sagt. Dementsprechend bin ich sehr neugierig, als ich meine Bewerbung in den Postkasten werfe. Als geschichtlich sehr interessierter Mensch fühlte ich mich von der Ausschreibung direkt angesprochen. Auch danach recherchierte ich weiter, um mehr über meinen potentiellen späteren Beruf zu erfahren. Es hat mich gepackt.

Ein dreiviertel Jahr vor Beginn der Ausbildung:

Ich wurde zum Einstellungstest eingeladen und habe anschließend sogar eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten. Die Spannung steigt.

Ein halbes Jahr vor Beginn der Ausbildung:

Das Vorstellungsgespräch war erfolgreich. Vorher und währenddessen lerne ich viel über den Landschaftsverband Westfalen-Lippe und seine Leistungen. Ich merke: Das ist ein Arbeitgeber, der sich um seine Azubis kümmert. Im nächsten halben Jahr gibt es dann noch ein sogenanntes Blind-Date, an dem sich alle Azubis des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (kurz: LWL) kennenlernen können. Fordern und Fördern ist das Motto des Programms. Klingt gut.

Ausbildungsbeginn:

Die Ausbildung startet mit einem Seminar und einer Kennenlernwoche. So lernen nicht nur wir Azubis uns untereinander, sondern auch unseren neuen Arbeitgeber besser kennen. Nebenbei kommt der Spaß nicht zu kurz. Beim Klettern im Hochseilgarten lernen wir uns gegenseitig zu Vertrauen und bald schon ist der neue Arbeitsplatz gar nicht mehr so einsam.

Sechs Monate nach Ausbildungsbeginn:

Im LWL-Archivamt für Westfalen fühle ich mich sehr wohl. Ich habe gemerkt: Das ist der Beruf, den ich auch in Zukunft ausüben möchte! In dieser kurzen Zeit, die gerade einmal 1/6 der Ausbildungszeit darstellt, habe ich schon viel erlebt: Recherchen für Benutzerinnen und Benutzer oder Institutionen, Dienstreisen in vom Archivamt betreute Archive und der intensive Kontakt mit Benutzern im Lesesaal. Auf die nächsten Monate und Jahre blicke ich gespannt.


Nabil Rezgui

Als meine Schullaufbahn sich dem Ende zuneigte, wusste ich noch nicht so recht, wohin mein beruflicher Weg mich mal führen soll. Mir war klar, dass ich eine Berufsausbildung anfangen möchte statt weiter zur Schule zu gehen, jedoch war ich mir nicht so sicher ob ich auch einen Beruf finden kann, der sich mit meinen Interessen überschneidet.

Durch Zufall stieß ich dann auf den Beruf des Fachangestellten für Medien und Informationsdienste, zunächst in der Fachrichtung Bibliothek, doch, nachdem ich mich über den Beruf allgemein informiert hatte, wusste ich, dass ich in der Fachrichtung des Archives arbeiten will.

Bei der Berufsberatung hat man mir dann unter anderem den LWL als mögliches Bewerbungsziel vorgeschlagen. Und nach Einstellungstest und Vorstellungsgespräch kam dann auch irgendwann eine Zusage.

Daraufhin bin ich von unserer wunderschönen Nordseeküste nach Münster gezogen und bereue es bis jetzt auch nicht.

Nun arbeite ich schon seit ca. 6 Monaten hier und es gefällt mir immer noch sehr gut, denn der Beruf ist in der Praxis noch viel interessanter und abwechslungsreicher als es die Beschreibungen vermuten lassen. Mal recherchiert man spannende Geschichten der Region, mal überträgt man erschlossene Informationen in die Datenbank und andere Male macht man Akten und Urkunden für die Ewigkeit haltbar. Doch dann gibt es auch ganz andere Aspekte wie z.B. den Umgang mit Benutzern, die Einsicht in Archivalien benötigen. Am meisten Spaß machen mir die Fahrten in Außenstandorte bei denen wir Archivalien erschließen, zusammen mit den Archivaren bewerten und sortieren.

Ein anderer wichtiger Punkt sind natürlich die freundlichen Mitarbeiter hier im LWL-Archivamt durch die einem die Ausbildung noch leichter fällt.

Ich freue mich jetzt schon auf die restliche Zeit meiner Ausbildung und die neuen Aufgaben die in den nächsten 2,5 Jahren noch auf mich warten.


Tatjana Doberstein

Obwohl mich die Stellenanzeige des LWL für die FaMI-Ausbildung positiv angesprochen hatte, fehlte mir zuerst jegliche Vorstellung, sowohl vom LWL als auch von dem Beruf der Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste in der Fachrichtung Archiv. Nach intensiven Recherchen auf zahlreichen Internetseiten bekam ich zwar einen guten Überblick, welche Aufgaben mich erwarten könnten, jedoch wusste ich leider immer noch nicht, ob dieser Beruf tatsächlich das Richtige für mich ist.

Glücklicherweise bot sich mir die Möglichkeit, in einem Stadtarchiv ein Praktikum zu absolvieren. Ich durfte Aufgaben wie die Bearbeitung historisch bedeutsamer Akten und das Betreuen der Benutzer im Lesesaal übernehmen. Ich lernte beim Umgang mit den Archivalien und den Benutzern spannende geschichtliche Fakten kennen. Das Praktikum bot mir einen sehr guten Einblick in den Beruf: es empfiehlt sich für jeden Unentschlossenen so ein Praktikum zu absolvieren. Nun wusste ich auch, was ich werden will. Nach dem erfolgreich bestandenen Einstellungstest und dem nervenaufreibendem Vorstellungsgespräch, hielt ich die Zusage für den Ausbildungsplatz beim LWL-Archivamt für Westfalen in den Händen. Damit waren die nächsten Jahre meiner Zukunft gesichert.

Im LWL-Archivamt bieten sich viele verschiedene Aufgabenfelder - bereits nach den 6 Monaten, die ich nun hier bin, habe ich Vieles neu dazu gelernt und kann meine Kenntnisse sinnvoll in allen Lebensbereichen anwenden.

Vom ersten Tag an habe ich mich hier willkommen gefühlt und jeder nimmt sich die Zeit, um aufkommende Fragen zu beantworten.

Zum Aufgabenbereich des LWL-Archivamtes gehören die Betreuung des LWL-Archivs, des Westfälischen Literaturarchives sowie der westfälischen Adelsarchive,  so dass hier vielfältige Quellenbestände vorliegen und sich mir auch bereits die Möglichkeit bot, vor Ort in einem schönen Schloss an einem Archivbestand zu arbeiten. Da das LWL-Archivamt im Gegensatz zu den meisten Kommunalarchiven in Westfalen auch eine eigene Restaurierungswerkstatt unterhält,  bietet es zudem die Möglichkeit, in den Bereich der Bestandserhaltung intensiver hineinzuschauen. Im Gebäude des LWL-Archivamtes ist, neben meinem Büro, das Magazin mit Akten, Büchern, Karten und anderen Schätzen sowie der Lesesaal ein regelmäßiger Arbeitsplatz für mich.

Meine Aufgabe und die des Teams ist es Dokumente zu übernehmen, zu verwahren, zu sichern, zu erschließen, zu erforschen und der breiten Öffentlichkeit zur Nutzung bereit zu stellen.

Ich bin erst seit ein paar Monaten im Archivamt, möchte diese Arbeit hier jedoch nicht mehr missen. Ich habe ohne vorher genau gewusst zu haben, was ein FaMI ist - und so geht es vielen, denke ich - den perfekten Beruf für mich ergriffen.


Marcel Wachnau

Schon in der Schule hatte ich sehr großes Interesse an dem Fach Geschichte, wusste jedoch lange Zeit nicht, in welchem Beruf dies von Bedeutung ist. Den Beruf des Fachangestellten für Medien und Informationsdienste, kurz FaMI, habe ich damals nur mit Bibliotheken in Verbindung gebracht.

Doch als ich mich genauer über diesem Beruf  informierte, stellte ich fest, dass dieser auch in der Fachrichtung Archiv existiert.

Viele denken bei Archiven an einen Keller mit alten, ungenutzten und verstaubten Schriftrollen. Dies ist ein in der Gesellschaft weitverbreitetes, jedoch falsches Bild von Archiven. Vielleicht haben einige aufgrund von solchen Vorurteilen Hemmungen, sich bei einem Archiv zu bewerben. Auch kann sich ein Großteil der Bevölkerung nicht vorstellen, welche Aufgaben das Archivpersonal zu bewältigen hat und welchen Zweck Archive erfüllen.

Was ist also der Zweck von Archiven?

Ein Archiv bewahrt Dokumente, Filme, Fotos und andere Informationsträger auf, die das kulturelle Erbe einer Region und/oder Institution wiederspiegeln. Auch wird das gesellschaftliche Leben in den sich im Archiv befindlichen Quellen reflektiert. Viele Kenntnisse über vergangene Ereignisse und über das Leben zu einer bestimmten Zeit sind nur aufgrund von Archivgut in die heutige Zeit übermittelt worden.

Was sind die Aufgaben eines FaMI?

FaMIs in der Fachrichtung Archiv haben einen sehr vielfältigen Tätigkeitsbereich. Eine wichtige Aufgabe ist die Verzeichnung von Archivalien. Hierbei werden unter Anderem der Titel und die Datierung in den Computer eingegeben und es wird eine Signatur vergeben. Dadurch wird sichergestellt, dass der Informationsträger auch gefunden werden kann. Auch bestandserhaltende Maßnahmen, wie das Säubern von Archivgut, das Entfernen von Metall und das Schließen von Rissen, haben eine große Bedeutung, weil dafür gesorgt werden muss, dass die Informationen auf Dauer erhalten bleiben.

Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Öffentlichkeitsarbeit. Zum Beispiel müssen die Benutzer  betreut werden. Es werden ihnen Archivalien gebracht und gegebenenfalls werden Reproduktionen angefertigt. Beim LWL-Archivamt darf man in der Ausbildung außerdem bereits Artikel für die Internetpräsenz schreiben.

Warum beim LWL-Archivamt?

Nun stellt Ihr euch vielleicht die Frage, warum ihr diese Ausbildung beim LWL-Archivamt machen solltet. Das LWL-Archivamt verfügt über ein sehr kompetentes und freundliches Team. Es hat aufgrund seiner Größe und seiner Ausstattung die Möglichkeit, euch eine fachlich gute Ausbildung zu bieten. Auch wird das fachliche Wissen durch Fortbildungsseminare über den Berufsschulunterricht hinaus erweitert.

Dieser Beruf ist für jeden interessant, der Interesse an Geschichte hat und  die Begabung besitzt, sowohl selbstständig als auch im Team zu arbeiten. Desweiteren sollte man Lernbereitschaft und die Fähigkeit zu sorgfältigem Arbeiten mitbringen.

Ich hoffe, dass ich euch den Beruf des FaMI ein wenig näher bringen konnte und ihr jetzt eine Vorstellung von der Arbeit in diesem Berufsfeld habt.