Ausbildung als Fachangestellte/Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste - Fachrichtung Archiv


Tatjana Beresnakov

Obwohl mich die Stellenanzeige des LWL für die FaMI-Ausbildung positiv angesprochen hatte, fehlte mir zuerst jegliche Vorstellung, sowohl vom LWL als auch von dem Beruf der Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste in der Fachrichtung Archiv. Nach intensiven Recherchen auf zahlreichen Internetseiten bekam ich zwar einen guten Überblick, welche Aufgaben mich erwarten könnten, jedoch wusste ich leider immer noch nicht, ob dieser Beruf tatsächlich das Richtige für mich ist.

Glücklicherweise bot sich mir die Möglichkeit, in einem Stadtarchiv ein Praktikum zu absolvieren. Ich durfte Aufgaben wie die Bearbeitung historisch bedeutsamer Akten und das Betreuen der Benutzer im Lesesaal übernehmen. Ich lernte beim Umgang mit den Archivalien und den Benutzern spannende geschichtliche Fakten kennen. Das Praktikum bot mir einen sehr guten Einblick in den Beruf: es empfiehlt sich für jeden Unentschlossenen so ein Praktikum zu absolvieren. Nun wusste ich auch, was ich werden will. Nach dem erfolgreich bestandenen Einstellungstest und dem nervenaufreibendem Vorstellungsgespräch, hielt ich die Zusage für den Ausbildungsplatz beim LWL-Archivamt für Westfalen in den Händen. Damit waren die nächsten Jahre meiner Zukunft gesichert.

Im LWL-Archivamt bieten sich viele verschiedene Aufgabenfelder - bereits nach den 6 Monaten, die ich nun hier bin, habe ich Vieles neu dazu gelernt und kann meine Kenntnisse sinnvoll in allen Lebensbereichen anwenden.

Vom ersten Tag an habe ich mich hier willkommen gefühlt und jeder nimmt sich die Zeit, um aufkommende Fragen zu beantworten.

Zum Aufgabenbereich des LWL-Archivamtes gehören die Betreuung des LWL-Archivs, des Westfälischen Literaturarchives sowie der westfälischen Adelsarchive,  so dass hier vielfältige Quellenbestände vorliegen und sich mir auch bereits die Möglichkeit bot, vor Ort in einem schönen Schloss an einem Archivbestand zu arbeiten. Da das LWL-Archivamt im Gegensatz zu den meisten Kommunalarchiven in Westfalen auch eine eigene Restaurierungswerkstatt unterhält,  bietet es zudem die Möglichkeit, in den Bereich der Bestandserhaltung intensiver hineinzuschauen. Im Gebäude des LWL-Archivamtes ist, neben meinem Büro, das Magazin mit Akten, Büchern, Karten und anderen Schätzen sowie der Lesesaal ein regelmäßiger Arbeitsplatz für mich.

Meine Aufgabe und die des Teams ist es Dokumente zu übernehmen, zu verwahren, zu sichern, zu erschließen, zu erforschen und der breiten Öffentlichkeit zur Nutzung bereit zu stellen.

Ich bin erst seit ein paar Monaten im Archivamt, möchte diese Arbeit hier jedoch nicht mehr missen. Ich habe ohne vorher genau gewusst zu haben, was ein FaMI ist - und so geht es vielen, denke ich - den perfekten Beruf für mich ergriffen.


Marcel Wachnau

Schon in der Schule hatte ich sehr großes Interesse an dem Fach Geschichte, wusste jedoch lange Zeit nicht, in welchem Beruf dies von Bedeutung ist. Den Beruf des Fachangestellten für Medien und Informationsdienste, kurz FaMI, habe ich damals nur mit Bibliotheken in Verbindung gebracht.

Doch als ich mich genauer über diesem Beruf  informierte, stellte ich fest, dass dieser auch in der Fachrichtung Archiv existiert.

Viele denken bei Archiven an einen Keller mit alten, ungenutzten und verstaubten Schriftrollen. Dies ist ein in der Gesellschaft weitverbreitetes, jedoch falsches Bild von Archiven. Vielleicht haben einige aufgrund von solchen Vorurteilen Hemmungen, sich bei einem Archiv zu bewerben. Auch kann sich ein Großteil der Bevölkerung nicht vorstellen, welche Aufgaben das Archivpersonal zu bewältigen hat und welchen Zweck Archive erfüllen.

Was ist also der Zweck von Archiven?

Ein Archiv bewahrt Dokumente, Filme, Fotos und andere Informationsträger auf, die das kulturelle Erbe einer Region und/oder Institution wiederspiegeln. Auch wird das gesellschaftliche Leben in den sich im Archiv befindlichen Quellen reflektiert. Viele Kenntnisse über vergangene Ereignisse und über das Leben zu einer bestimmten Zeit sind nur aufgrund von Archivgut in die heutige Zeit übermittelt worden.

Was sind die Aufgaben eines FaMI?

FaMIs in der Fachrichtung Archiv haben einen sehr vielfältigen Tätigkeitsbereich. Eine wichtige Aufgabe ist die Verzeichnung von Archivalien. Hierbei werden unter Anderem der Titel und die Datierung in den Computer eingegeben und es wird eine Signatur vergeben. Dadurch wird sichergestellt, dass der Informationsträger auch gefunden werden kann. Auch bestandserhaltende Maßnahmen, wie das Säubern von Archivgut, das Entfernen von Metall und das Schließen von Rissen, haben eine große Bedeutung, weil dafür gesorgt werden muss, dass die Informationen auf Dauer erhalten bleiben.

Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Öffentlichkeitsarbeit. Zum Beispiel müssen die Benutzer  betreut werden. Es werden ihnen Archivalien gebracht und gegebenenfalls werden Reproduktionen angefertigt. Beim LWL-Archivamt darf man in der Ausbildung außerdem bereits Artikel für die Internetpräsenz schreiben.

Warum beim LWL-Archivamt?

Nun stellt Ihr euch vielleicht die Frage, warum ihr diese Ausbildung beim LWL-Archivamt machen solltet. Das LWL-Archivamt verfügt über ein sehr kompetentes und freundliches Team. Es hat aufgrund seiner Größe und seiner Ausstattung die Möglichkeit, euch eine fachlich gute Ausbildung zu bieten. Auch wird das fachliche Wissen durch Fortbildungsseminare über den Berufsschulunterricht hinaus erweitert.

Dieser Beruf ist für jeden interessant, der Interesse an Geschichte hat und  die Begabung besitzt, sowohl selbstständig als auch im Team zu arbeiten. Desweiteren sollte man Lernbereitschaft und die Fähigkeit zu sorgfältigem Arbeiten mitbringen.

Ich hoffe, dass ich euch den Beruf des FaMI ein wenig näher bringen konnte und ihr jetzt eine Vorstellung von der Arbeit in diesem Berufsfeld habt.