Tischlerin/Tischler

Carola Henneberg

Seit anderthalb Jahren bin ich jetzt im Freilichtmuseum Detmold als Tischlerauszubildende tätig.

Nach der Schule war für mich erst einmal die Frage,  in welchem meiner  Interessensgebiete ich weitermache; als große Interessen habe ich einerseits die Kunst,  kreative Gestaltung und Zeichnung, zum anderen das praktische und handwerkliche Arbeiten, vor allem mit Holz; darum entschied ich mich zuerst für ein freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege, bei dem ich viele Erfahrungen bei einer Fachwerkhausrestaurierung,  besonders in den Bereichen Holz und Putz, mit vielen anderen Jugendlichen sammeln konnte.

Danach war für mich klar, dass ich meine Kenntnisse im Bereich Restaurierung und Denkmalpflege in einer Ausbildung vertiefen wollte. Nur die geeignete Stelle, wo gerade diese Schwerpunktthemen vermittelt werden, musste ich noch finden. Auf dem Tag des offenen Denkmals ein Jahr vor Beginn meiner Ausbildungszeit kam der erste Kontakt mit meinem jetzigen Ausbilder zustande, der mir die Schwerpunkte  der Ausbildung schilderte, d.h. unter anderem Restaurierung von Fenstern und Türen beim Aufbau des jetzigen Projekts Haus Remberg, Instandhaltung und traditionelle sowie moderne Fertigung von Holzverbindungen.

Ich habe mich sofort auf die Ausbildung im Freilichtmuseum beworben, als ich von den Schwerpunkten und dem traditionellen Angebot erfahren hatte; das Auswahlverfahren der Lehrstelle startete bereits im September vor Beginn meiner Ausbildung, daher konnte ich die zu überbrückende Zeit bis dahin mit einem zwischenzeitlich begonnenen Kunststudium gut nutzen.

Meiner Meinung nach kann man mit einer abgeschlossenen Tischlerausbildung sehr gut und vorteilhaft auf viele Studiengänge und Weiterbildungen, auch im Handwerk, aufbauen, weil man mit unterschiedlichsten Materialien arbeitet; nicht nur Holz, auch Glas, Metall, Kunststoff und Oberflächenbehandlung  gehören dazu. Außerdem bekommt man durch die Konstruktion und den Entwurf, das plastische Umsetzen und Arbeiten mit den Maschinen praktische Erfahrungen, die einem in jedem Fall auch nach der Ausbildungszeit immer von Nutzen sein können. Was man mitbringen sollte ist räumliches Vorstellungsvermögen, Interesse und Spaß am handwerklichen und gestalterischen Arbeiten, natürlich vor allem mit Holz, sowie auch einen gewissen Bezug zur Mathematik.

Im Freilichtmuseum macht mir die Arbeit sehr viel Spaß, da sowohl die traditionelle als auch die moderne Fertigung  vermittelt wird.

Zurzeit bin ich die einzige Auszubildende im Tischlerberuf.  Es gibt im Museum einige Handwerker, die zusammen an den aktuellen Projekten arbeiten.

Der Schwerpunkt auf Restaurierung ist  eine Besonderheit  der Ausbildung im Freilichtmuseum, die nicht jeder andere Betrieb bieten kann. Die Stimmung unter den Kollegen ist sehr locker, insgesamt dauert die Ausbildung 3 Jahre.

Wenn man all die genannten Interessengebiete hat, empfehle ich die Ausbildung an alle, die sich dadurch angesprochen fühlen.