Ausbildung als Fachkraft für Veranstaltungstechnik

Nadja Rosenkranz

„Kein Licht, kein Ton, ich komme schon!“ Nimmt man dieses Motto und kombiniert es mit Unmengen an Kaffee und verrückten Ideen, dann bekommt man einen Veranstaltungstechniker.

Dies zumindest hatte ich in dem Praktikum während meiner Schulzeit und jenem im darauf folgenden FÖJ herausgefunden. Das mit dem Kaffee war noch nie meins, aber die verrückten Ideen und Licht und Ton, z.B auf Konzerten, auf Festivals, fand ich schon immer spannend. Hinter der Bühne, dachte ich, musste es mindestens so spannend sein wie oben drauf, wenn nicht noch besser. Also begann das Bewerbungen-Schreiben. Die Einstellungstests kamen und gingen und nach einem  erstaunlich lockeren Bewerbungsgespräch hatte ich es dann tatsächlich geschafft. Ich bekam einen Ausbildungsplatz zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik beim LWL im Industriemuseum Henrichshütte.

Der erste Arbeitstag begann dann allerdings nicht mit Technik, sondern mit einem großen Grillen mit allen Mitarbeitern des Museums und des Restaurants vor Ort. Viele neue Namen und Gesichter, gute Stimmung und schönes Wetter, perfekter Start.
In den Tagen danach ging es dann langsam an die eigentlichen Aufgaben einer Fachkraft. Zu diesen gehörten nicht nur die oben genannten Felder Licht und Ton, sondern auch Bühnenbau, Rigging und das Einhalten sämtlicher Vorschriften bezüglich der Sicherheit von Veranstaltungsstätten. Außerdem, und da kommt man nicht drum herum, wird in der Veranstaltungstechnik geklettert. Man sollte also nicht unbedingt Angst vor Höhe haben, wenn man wie ein Äffchen durchs Bühnen- und Hallendach turnt (natürlich immer mit Klettergurt!).

Mit der Zeit wird man schnell immer selbstständiger beim Aufbau und der Betreuung der verschiedenen Veranstaltungen im Haus. Vom Abiball über Comedy, Konzert, Theater, bis zur Messe und Tagung ist alles dabei. Man sitzt auch sehr schnell selbst hinter einem Licht- oder Tonpult und fährt eine Show. Anfangs macht einen das noch nervös, denn man will auf keinen Fall Fehler machen. Fehler machen möchte man später natürlich auch nicht, aber mit wachsender Erfahrung („Ah, dieser Knopf macht also das!“) wird man sicherer. Irgendwann bekommt man dann die Möglichkeit eine Veranstaltung von vorn bis hinten allein zu planen. Das war für meinen Mit-Azubi im gleichen Lehrjahr Nils und mich die bisher wohl größte Herausforderung. Zum Glück ist alles gut gelaufen und die Kunden waren zufrieden.

Nun wisst ihr ungefähr, was in der Ausbildung auf euch zukommt. Nicht vergessen darf man natürlich, dass es neben der praktischen Arbeit auch noch die Berufsschule gibt. Dort bekommt man Werkzeug in Sachen E-Technik, Statik und Sicherheit an die Hand. Angst vor Zahlen sollte man also auch nicht unbedingt haben.