Westfalen

Westfalen

Teil des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen

Nach dem Ende des Dritten Reiches löste die britische Militärregierung die Provinzen des Landes Preußen formell auf und bildete 1946 das Land Nordrhein-Westfalen. Die politischen Vertreter Westfalens unterstützten dieses Vorhaben, um auf diese Weise die französischen Pläne zur Ausgliederung des Ruhrgebietes aus Westfalen und der Rheinprovinz zu verhindern.
Die Provinz Westfalen ging territorial unverändert im Land Nordrhein-Westfalen auf – im Gegensatz zur Rheinprovinz, die um die Regierungsbezirke Koblenz und Trier geschmälert wurde. Das Land Lippe wurde 1947 an Nordrhein-Westfalen angegliedert. Unabhängig davon setzten der Provinzialverband Westfalen ebenso wie die rheinische Provinzialverwaltung ihre Tätigkeit unter Beteiligung eines „vorläufigen Provinzialausschusses“ fort. 

Eine kritische Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus blieb auch der Provinzialverband zunächst schuldig. Es gab zwar unmittelbar nach Kriegsende einige bemerkenswerte Aufarbeitungsimpulse und strafrechtliche Verfahren, das Gesamtbild wurde jedoch durch skandalöse personelle Kontinuitäten und die Tendenz der Tabuisierung und Verdrängung geprägt. Die notwendige Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Erblast begann erst Mitte der 1970er Jahre, als der LWL umfassende Forschungen zum Provinzialverband Westfalen in der NS-Zeit förderte.

Die Not der "Trümmerjahre"
In den Nachkriegsjahren beherrschte die Not der „Trümmerjahre“ das Handeln des Provinzialverbandes und stellte ihn vor besondere Herausforderungen. Die Fürsorge galt verstärkt den vom Krieg betroffenen Menschen wie Flüchtlingen, Vertriebenen und heimkehrenden Soldaten, für die maßgeblich die Hauptfürsorgestelle des Provinzialverbandes (das heutige Integrationsamt des LWL) eintrat. In seiner Funktion als Landesfürsorgeverband verstärkte der Provinzialverband die enge Zusammenarbeit mit den freien Wohlfahrtsverbänden. Die erheblich zerstörten Straßen und Verkehrswege machten große Anstrengungen im Straßenbau erforderlich. Als zusätzliche Pflichtaufgabe übertrug die Militärregierung der Provinzialverwaltung die Verwaltung der Autobahnen. Die Zerstörungen des Krieges wirkten sich auch auf die landschaftliche Kulturpflege aus. So war zum Beispiel die Denkmalpflege mit völlig neuen Aufgaben konfrontiert.

Verabschiedung der Lanschaftsverbandsordnung
Mit der Gründung Nordrhein-Westfalens 1946 stellte sich die Frage nach dem Staats- und Verwaltungsaufbau des neuen Landes sowie der Integration der Landesteile. Schon vorher hatten vor allem in Westfalen erste Bemühungen um die Wiederherstellung der landschaftlichen Selbstverwaltung eingesetzt. Forderungen nach einer entsprechenden gesetzlichen Grundlage wurden von kommunalen, wirtschaftlichen und karitativen Verbänden unterstützt. Sie führten schließlich nach langwierigen Auseinandersetzungen im Kabinett und Landtag zur Verabschiedung der Landschaftsverbandsordnung. Sie trat am 1. Oktober 1953 in Kraft. Auch wenn der Landschaftsverband Westfalen-Lippe verfassungsmäßig eine „Neuschöpfung“ war, spiegelte sich in dem gesetzlich festgelegten Aufgabenkatalog das Aufgabenspektrum der früheren preußischen Provinzialverbände wider. Er umfasste die großen Bereiche soziale Aufgaben, Jugendhilfe und Gesundheitsangelegenheiten, Straßenwesen, landschaftliche Kulturpflege sowie Kommunalwirtschaft. Mitte der 1970er Jahre wurde die Landesplanung verstaatlicht. Zu Beginn des Jahres 2001 griff der Gesetzgeber noch einmal be-sonders stark in den Aufgabenzuschnitt des LWL ein, als der Straßenbau auf das Land Nordrhein-Westfalen übertragen wurde. Heute versteht sich der LWL als moderner Dienstleister, der als Teil der kommunalen Familie schnell, flexibel und bürgerorientiert handeln kann. Er vertritt die Interessen Westfalens überall dort, wo es sinnvoll und notwendig ist. Der Landschaftsverband erwartet, dass durch eine geplante Verwaltungsreform in Nordrhein-Westfalen die Einheit Westfalens bestehen bleibt. Aus Westfalen darf kein „Restfalen“ werden, wie die Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker im LWL einstimmig in einer Resolution an die Landesregierung im November 2005 forderten.

Die Not der "Trümmerjahre"

In den Nachkriegsjahren beherrschte die Not der „Trümmerjahre“ das Handeln des Provinzialverbandes und stellte ihn vor besondere Herausforderungen. Die Fürsorge galt verstärkt den vom Krieg betroffenen Menschen wie Flüchtlingen, Vertriebenen und heimkehrenden Soldaten, für die maßgeblich die Hauptfürsorgestelle des Provinzialverbandes (das heutige Integrationsamt des LWL) eintrat. In seiner Funktion als Landesfürsorgeverband verstärkte der Provinzialverband die enge Zusammenarbeit mit den freien Wohlfahrtsverbänden. Die erheblich zerstörten Straßen und Verkehrswege machten große Anstrengungen im Straßenbau erforderlich. Als zusätzliche Pflichtaufgabe übertrug die Militärregierung der Provinzialverwaltung die Verwaltung der Autobahnen. Die Zerstörungen des Krieges wirkten sich auch auf die landschaftliche Kulturpflege aus. So war zum Beispiel die Denkmalpflege mit völlig neuen Aufgaben konfrontiert.

Verabschiedung der Lanschaftsverbandsordnung

Mit der Gründung Nordrhein-Westfalens 1946 stellte sich die Frage nach dem Staats- und Verwaltungsaufbau des neuen Landes sowie der Integration der Landesteile. Schon vorher hatten vor allem in Westfalen erste Bemühungen um die Wiederherstellung der landschaftlichen Selbstverwaltung eingesetzt. Forderungen nach einer entsprechenden gesetzlichen Grundlage wurden von kommunalen, wirtschaftlichen und karitativen Verbänden unterstützt. Sie führten schließlich nach langwierigen Auseinandersetzungen im Kabinett und Landtag zur Verabschiedung der Landschaftsverbandsordnung. Sie trat am 1. Oktober 1953 in Kraft. Auch wenn der Landschaftsverband Westfalen-Lippe verfassungsmäßig eine „Neuschöpfung“ war, spiegelte sich in dem gesetzlich festgelegten Aufgabenkatalog das Aufgabenspektrum der früheren preußischen Provinzialverbände wider. Er umfasste die großen Bereiche soziale Aufgaben, Jugendhilfe und Gesundheitsangelegenheiten, Straßenwesen, landschaftliche Kulturpflege sowie Kommunalwirtschaft. Mitte der 1970er Jahre wurde die Landesplanung verstaatlicht. Zu Beginn des Jahres 2001 griff der Gesetzgeber noch einmal be-sonders stark in den Aufgabenzuschnitt des LWL ein, als der Straßenbau auf das Land Nordrhein-Westfalen übertragen wurde. Heute versteht sich der LWL als moderner Dienstleister, der als Teil der kommunalen Familie schnell, flexibel und bürgerorientiert handeln kann. Er vertritt die Interessen Westfalens überall dort, wo es sinnvoll und notwendig ist. Der Landschaftsverband erwartet, dass durch eine geplante Verwaltungsreform in Nordrhein-Westfalen die Einheit Westfalens bestehen bleibt. Aus Westfalen darf kein „Restfalen“ werden, wie die Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker im LWL einstimmig in einer Resolution an die Landesregierung im November 2005 forderten.