FreD ist seit seinen Anfängen im Jahr 2000 ein Programm der selektiven Prävention, das speziell auf jugendlichen Alkohol- und Drogenmissbrauch zugeschnitten ist. Der Bedarf dafür ist seit dem Ende der 1990er Jahre immer deutlicher geworden.
Immer mehr Jugendliche konsumierten illegale Drogen, insbesondere Cannabis wurde damals festgestellt. Schlimmer noch: Den jungen Menschen fehlte das Problembewusstsein. Für diese Gruppe gab es keine evaluierten Präventionskonzepte.
Ziel des Bundesmodellprojektes FreD war deshalb die Entwicklung eines kurzen, frühzeitig eingreifenden, gesundheitsbewussten Anbebotes für die jungen Menschen, die erstmals bei Polizei und Justiz wegen ihres Konsums illegaler Drogen aufgefallen sind. Insbesondere sollte die Gruppe Jugendlicher und Heranwachsender erreicht werden, deren Verfahren wegen Verstoßes nach § 31a) Betäubungsmittelgesetz (vorraussichtlich) eingestellt würde. Angeboten wurde und wird - nach einem "Intake-Gespräch" - ein achtstündiger Gruppen-Kurs zur Reflexion des eigenen Substanzkonsums. Gefördert wurde FreD vom damaligen Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung (BMGS).
Exzessiver Alkoholkonsum wird immer mehr zum gesellschaftlichen Problem. (Bildnachweis: Thorsten Arendt, Münster)
Nach zehn Jahren aktueller denn je
Zehn Jahre nach dem Beginn ist FreD aktueller denn je. Verhaltens- und verhältnisbezogene Präventionsmaßnahmen waren erfolgreich; denn in diesem Zeitraum ist die Zahl der Jugendlichen zurückgegangen, die Rauschmittel konsumieren. Aber die derjenigen, die intensiv kiffen oder Alkohol trinken, wird offensichtlich nicht kleiner.
Gerade der Mischkonsum nimmt immer mehr zu. So konsumieren 47 Prozent der regelmäßig kiffenden Jugendlichen auch regelmäßig Alkohol, fanden die Forscher der HBSC-Studie 2010 heraus. Insgesamt trinken nur 19,9 Prozent der Jugendlichen dieses Alter regelmäßig Wein, Bier oder Schnaps.
Zahlen der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) aus dem Jahr 2008 zeigen: 28,3 Prozent der 12- bis 25-Jährigen haben mindestens ein Mal im Leben gekifft. Das sind weniger als vier Jahre zuvor. Aber: Bei 3,7 Prozent aus dieser Gruppe liegt der bislang letzte Konsum erst maximal einen Monat zurück.
Noch kritischer ist die Situation beim Alkohol. Wenn die DAK für die Zehn- bis 18-Jährigen ermittelt, dass 43 Prozent von ihnen mindestens ein Mal pro Monat fünf oder mehr Gläser Alkohol hintereinander trinken, dann heißt das auch: Bei den 15-Jährigen ist bereits jeder zweite geübter Rauschtrinker.
Gerade die Gruppe der Zwölf- bis 15-Jährigen trotzt dem eigentlich rückläufigen Trend beim Alkoholkonsum, ermittelte auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA, 2011).
Deshalb wurde mit dem europäischen Projekt FreD goes net die Zielgruppe der Kurzinterventionskurse erweitert: Es sollen auch Jugendliche mit problematischem Alkoholkonsum angesprochen werden. Neben Polizei und Justiz sind auch Schule, Arbeitsplatz und Jugendhilfe als weitere Settings hinzugekommen.
